Themenwoche #23 | Unsere Gründung: Pre-Launch-Phase

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Wie haben wir uns als Team gefunden? Was geschah vor dem Live-Gang von femtastics? Welche Hochs und Tiefs gab es bei uns und welche Eigenschaften sollte man eigentlich zum Gründen mitbringen? Das Schuhlabel Keds hat im Rahmen seiner weltweiten Herbstkampagne „Ladies First“, die sich dem Thema Girlpower widmet, nach der Geburt von femtastics gefragt. Da wir diese Fragen relativ oft gestellt bekommen, widmen wir uns diese Woche unserer Gründung mit vielen Tipps für euch und einem kleinen Einblick ins femtastics-Headquarter, inklusive weißer Sneaker-Uniform.

 

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Das geschah, bevor femtastics live ging:

Nachdem wir uns als Team gefunden hatten und der Entschluss stand, gemeinsam ein neues Projekt auf die Beine zu stellen, begann die Konzeptphase und unser Austausch dazu, wie genau dieses Projekt aussehen sollte. Wir hatten von Anfang an viele Ideen, die wir durch- und zu Ende denken mussten. Was stellen wir uns vor? Was ist realistisch machbar? Was hat Chancen auf dem Markt? Und was macht uns so viel Spaß, dass wir uns quasi jede freie Minute damit beschäftigen wollen? Es gibt einige Aspekte, die man beachten und viele Fragen, die man sich stellen muss, bevor man aus der Konzeption in die Umsetzung übergeht. Von mehreren Ideen, die wir anfangs hatten und in endlosen Facebook-Gruppenchats durch deklinierten, haben wir uns wieder verabschiedet, nachdem wir sie konkret analysiert haben.

Welche Fragen sollte man sich beantworten:

  • Markt- und Konkurrenzanalyse: Wie sieht der Markt aus? Welche Angebote, die mit meiner Idee zusammenhängen, gibt es schon? Welche davon sind erfolgreich? Welche Bedürfnisse oder eventuell Marktlücken gibt es?
  • Alleinstellungsmerkmal: Was bietet meine Idee Neues, das andere Angebote noch nicht bieten? Warum sollte jemand sich für meine Idee interessieren? Welchen Nutzen und Mehrwert biete ich?
  • Zielgruppenanalyse: An welche Zielgruppe genau richte ich mich? Welche Bedürfnisse hat meine Zielgruppe und wie erfülle ich diese? Wie erreiche ich meine Zielgruppe?
  • Realisierbarkeit: Welche Mittel und Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung? Kann ich meine Ideen realistisch betrachtet umsetzen – und, wenn ja, was brauche ich dafür?
  • Kosten: Welche Kosten fallen vor der Gründung an? Welche Kosten im ersten Monat, im zweiten, und danach?
  • Finanzierung: Wie finanziere ich meine Gründung und die laufenden Kosten? Kann ich das alleine finanzieren oder brauche ich Fremdkapital? Wenn ja, wie viel?
  • Einkommen: Wie verdiene ich mit meiner Idee Geld? Welche Einkommensströme gibt es? Wie können sich diese entwickeln? Was erwarte ich?
  • Risiken: Was kann schief gehen? Welche Risiken gibt es? Wie kann ich mich auf diese vorbereiten?
  • Formalitäten: Welche Rechtsform, welche Anmeldungen, welche Genehmigungen, etc. brauche ich? Zum Beispiel sollte man sich rechtzeitig damit befassen, die Markenrechtsfrage zu prüfen, also zu schauen, ob der gewünschte Markenname überhaupt noch frei ist und seine Marke offiziell anzumelden. Wäre ärgerlich, wenn das Logo schon fertig ist und man dann merkt, dass schon jemand anderes „Apple“ heißt.
  • Motivation: Dieser Punkt wirkt vielleicht banal, ist aber elementar. Alle oberen Fragen in Betracht gezogen: Bin ich motiviert, die Idee umzusetzen? Fühlt sich das alles gut an? Will ich dafür arbeiten? Gerade im Team ist es wichtig, sich diese Frage ehrlich zu beantworten. Wenn ich zum Beispiel gerne ein Café eröffnen möchte, aber nicht bereit bin, an den Wochenenden zu arbeiten, muss ich mir noch einmal überlegen, ob die Idee wirklich die richtige für mich ist.

Alle dieser Fragen beantwortet man idealerweise in einem Businessplan. Wir persönlich sind jedoch erst einmal ohne Businessplan gestartet, hatten uns alle Fragen aber vorher konkret beantwortet und waren einfach so überzeugt von der Idee (und uns), dass wir einfach losgelegt haben – manchmal der beste Weg.

Empfehlenswert ist auch, sich – besonders hinsichtlich der finanziellen und formellen Fragen – Hilfe von Profis zu holen, also zum Beispiel einen Finanzberater, Anwalt und Steuerberater mit ins Boot zu holen. Zusätzliche Gründungsberatung bekommt man unter anderem bei der Handelskammer, in Gründungscoachings und Gründungsnetzwerken.

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Wie lief das bei uns ab:

Da wir unser gemeinsames Büro erst im April bezogen haben, also knapp einen Monat bevor femtastics startete, mussten wir vorher andere Wege finden, uns auszutauschen. Für Brainstormings, Moodboards und To-Do-Listen hatten wir eine Facebook-Gruppe mit unserem Arbeitstitel, den Facebook-Chat, Google Docs, und später die bereits erwähnte App Slack, die den Prozess gehörig vereinfachte. Regelmäßige Wochenend-Treffen, Feierabendschichten, Mails und Telefonate kamen on top dazu. Es verging gefühlt keine Minute, in der nicht irgendwo eine Nachricht von einer von uns aufpoppte – rund um die Uhr, jeden Tag. Entsprechend groß war bei allen die Erleichterung, als wir endlich zusammen in einem Büro saßen.

Auch wir haben uns vor dem Launch übrigens Verstärkung geholt. Das femtastics-Logo entwarf die wunderbare Ini Neumann. Als Programmierer und IT-Experte stand und steht uns unser toller Hannes zur Seite, während Theresa Kühn Grafiken für unser Online-Magazin entwarf. Und natürlich haben wir viele Fotografinnen getroffen, um die richtigen Partnerinnen für unser Projekt zu finden. Es hilft auch, mit vielen Menschen über die Idee so sprechen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie das Projekt ankommt und natürlich, um noch weiteren Input zu erhalten. Dabei sollte man nicht so paranoid wie wir werden – bis kurz vor Livegang lebten wir in einer leichten Dauerpanik, jemand anderes möge mit dem gleichen Konzept an den Start gehen. Die Angst war natürlich unbegründet, schließlich ist femtastics einmalig! ;)

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Über die Ladies-First-Kampagne von Keds: 

„Alleine sind wir stark. Gemeinsam sind wir unschlagbar“ und „Behind every great lady are more great ladies“ – diese beiden Sätze aus der neuen Herbstkampagne „Ladies first“ von Keds unterschreiben wir natürlich sofort. Die Kampagne steht wie femtastics ganz unter dem Zeichen Girlpower und starke Frauen. Keds will Frauen ermutigen eigene Ideen umzusetzen, eigene Wege zu gehen (natürlich am liebsten in den hauseigenen Designs!) und sich gegenseitig zu bestärken. Keds-Präsident Chris Lidner sagt zur neuen Girlpower in einem Interview:

A new generation of women has been leading an exciting cultural shift redefining the conversation about equality and female empowerment.

Die Kampagne kommt nicht von ungefähr. Keds wurde bereits 1916 gegründet und hatte sich schon damals auf die Fahne geschrieben, Frauen mit modischen Schuhen zu versorgen, damit sie so durchs Leben schreiten können, wie sie es sich vorstellen.

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Bequemes Schuhwerk hilft, wenn man große Schritte machen will. Katharina (links) trägt das Modell „Triple Seasonal Solid“ von Keds und Lisa das Modell „Double Up Leather“.

 

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Schritt für Schritt zum Erfolg.

Coming soon! Im dritten Teil unserer Themenwoche erzählen wir, welche Eigenschaften man zum Gründen mitbringen sollte und welchen Herausforderungen man sich stellen muss.

Hier lest ihr alles darüber, wie wir uns als Team gefunden haben.

 

Fotos: Pelle Buys

– in Kooperation mit Keds –

 

 

3 Comments

  • Anja sagt:

    Auf diesen Artikel habe ich quasi gewartet. :) Ich bin auch gerade dabei an meinem Businessplan zu feilen und ich find es unglaublich motivierend zu sehen, wie andere das gemacht – und schließlich auch geschafft – haben.
    LG
    Anja

    • Lisa van Houtem Lisa van Houtem sagt:

      Oh, das freut uns sehr! Wir drücken fleißig die Daumen für deinen Business Plan – wenn du Fragen hast, don’t hesitate to contact us! ;)
      Liebe Grüße, Lisa

  • Claudia sagt:

    Toller Artikel und ihr drei seid echt inspirierend :-) Macht weiter so. Ganz viel Spaß und Erfolg wünsche ich euch.
    Liebe Grüße,
    Claudia

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