Sie sorgt für neues Instagram-Futter: Judit Hallmanns vom Café Fetch

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Judit Hallmanns ist mit gerade einmal 25 Jahren bereits Store-Managerin – und zwar im Café Fetch, das im Februar am Hamburger Mühlenkamp eröffnet hat. Von Avocadobrot und Acai-Bowls über Zucchinipasta bis zu Matcha-Latte gibt es hier alles, was auf Instagram gerade richtig angesagt ist. Und, wie wir selbst bezeugen können: Die Gerichte sehen nicht nur hübsch aus, sie schmecken auch. Was macht eine Store Managerin und wie geht Judit mit der Verantwortung um? Und was sagt sie dazu, dass immer mehr Restaurants auf Food-Trends aufspringen?

 

Femtastics: Das Motto von Fetch ist „Feel Good Food“. Was bedeutet das?

Judit Hallmanns: Das bedeutet für uns, dass wir keinem speziellen Ernährungskonzept folgen, sondern, dass das Essen in erster Linie lecker schmecken, gut aussehen und Lust aufs Genießen machen soll. Viele unserer Gerichte sind gesund, aber nicht zwingend alle.

Eure Speisekarte ist relativ klein. Warum?

Das ist absichtlich so, weil wir wollen, dass alle Speisen, die wir anbieten, immer frisch sind. Die Zutaten sollen nicht lange bei uns herumliegen, sondern schnell zum Einsatz kommen. Wir werden jeden Morgen frisch beliefert und es macht Spaß, mit tagesfrischen Zutaten zu arbeiten.

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Willkommen im Fetch!

Wie habt ihr die Speisekarte entwickelt?

Erst einmal haben wir Inspiration gesammelt – wir haben in Kochbüchern geblättert, haben ausprobiert, haben alle zusammen Tastings gemacht und gemeinsam im Team überlegt, was wir gerne anbieten möchten. Wir wollten ein möglichst breites Publikum ansprechen und haben versucht, eine entsprechende Mischung zusammenzustellen.

Die Gründer des Fetch sind Lucas und Dan, die auch Otto’s Burger betreiben. Wieso dieser zweite Laden, der so ganz anders ist?

Ja, der ist total anders. Mit Fetch wollten sie das Pendant zu Otto’s Burger gründen. Mein Eindruck ist, dass Otto’s Burger eher Männer anspricht und Fetch eher Frauen.

Ist das wirklich so, dass ins Burgerrestaurant tendenziell mehr Männer kommen?

Ja, bei Otto’s Burger sind es tatsächlich mehr Männer, aber auch viele Familien. Das Publikum der beiden Restaurants überschneidet sich aber auch etwas: Beide sprechen eher junge, Trend-interessierte Leute an.

Femtastics-Fetch-Judit-Hallmanns-Kaffee

Das Interview führen wir beim Kaffee draußen in der Sonne.

Säfte, Acai-Bowls und Superfoods sind gerade sehr angesagt – und genau das bietet ihr auch an. Ist der Burger-Trend schon wieder vorbei?

Gute Frage (lacht). Das glaube ich nicht. Ich denke, der Burger-Trend wird immer da sein. Natürlich gibt es mittlerweile schon sehr viele Burger-Läden, es ist eine Flut, die den Gast überfordern kann. Aber ich denke, das wird Bestand haben, das ist nicht nur ein Hype.

Ein Laden braucht Persönlichkeit und Persönlichkeiten, die in ihm arbeiten. Wenn das alles stimmt, hat ein Laden auch Bestand.

Das Problem betrifft ja jeden Food-Trend: Was macht man, wenn der Markt übersättigt oder der Trend vorbei ist?

Ich glaube, es hängt viel mit dem Laden zusammen. Wie ist das Personal, fühlen sich die Gäste wohl? Es geht nicht nur ums Essen. Natürlich kommt der Gast nicht wieder, wenn es ihm nicht schmeckt. Aber auch nicht, wenn er unfreundlich begrüßt wird oder sich nicht wohl fühlt. Das gehört alles zum Gastronomieerlebnis dazu. Ein Laden braucht Persönlichkeit und Persönlichkeiten, die in ihm arbeiten. Wenn das alles stimmt, hat ein Laden auch Bestand.

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Reagiert ihr denn auch auf neue Trends?

Ja, auf jeden Fall. Da muss man immer am Ball bleiben und die Augen und Ohren offen halten. Was wollen die Leute, wonach wird gefragt und wie können wir das in unsere Karte integrieren?

Was sind denn aktuell die „Bestseller“?

Am allerbeliebstesten sind das Avocadobrot mit Rührei und die Acai-Bowl. Das sind die beiden Topseller. Das ist der Wahnsinn!

Es ist Wahnsinn, welchen Einfluss Social Media für uns haben!

Das Essen sieht bei euch auch sehr schön aus, man könnte sagen: Es ist sehr Instagram-tauglich. Welche Rolle spielen Social Media für euch?

Instagram spielt eigentlich erst seit Fetch eine Rolle in meinem Leben. Es ist Wahnsinn, was das für einen Einfluss hat! Wir haben jetzt Anne, eine neue Kollegin, die sich um Social Media kümmert. Man muss es nämlich schon gut machen, das ist tricky. Und Social Media sind sehr wichtig für uns, weil wir unsere Zielgruppe da sehr gut erreichen können.

Du hast schon angesprochen, wie wichtig das Gesamterlebnis in einem Restaurant oder Café ist. Ich finde, das Design bei Fetch sehr hübsch. Wer hat es gestaltet?

Das Interior Design haben wir größtenteills Dan zu verdanken. Wir konnten Einiges vom Mobiliar des vorherigen Ladens übernehmen und haben es überarbeitet. Wir haben alle mitgeholfen, aber der Look kommt von Dan. Das Logo hat er zusammen mit einem Designer entwickelt.

Femtastics-Fetch-Judit-Hallmanns-Pancakes

Femtastics-Fetch-Judit-Hallmanns-Portrait

Woher kennst du Dan und Lucas eigentlich?

Lucas ist mein Freund, wir kennen uns seit über einem Jahr. Kennengelernt haben wir uns über Tinder – das Match scheint wirklich gut zu sein! (lacht).

Und wie kam es, dass du beruflich mit eingestiegen bist?

Ich habe meine Gastronomieausbildung im Eisenstein hier in Hamburg gemacht und habe dort auch nach meiner Ausbildung weiter gearbeitet. Irgendwann erzählte Lucas mir, dass sie gerne einen neuen Laden eröffnen würden und fragte, ob ich nicht mit einsteigen wollte. Ich dachte nur: Etwas Besseres könnte mir nicht passieren!

Ich stand als Store Managerin vor Aufgaben, die komplett neu für mich waren und von denen ich gar keine Ahnung hatte.

Krass, du bist also kurz nach deiner Ausbildung Store Managerin geworden?

Ja, das war ein Sprung ins kalte Wasser. Ich stand da teilweise vor Aufgaben, die komplett neu für mich waren und von denen ich gar keine Ahnung hatte. Ich musste mich einarbeiten und lernen, mit vielen neuen Situationen umzugehen. Aber Vieles kannst du gut lösen, wenn du ruhig an die Sache herangehst. Und mein Team unterstützt mich wirklich sehr gut, das finde ich toll.

Bisher hat alles geklappt?

Ich rufe oft meine Mama und meine Schwester an und hole mir von ihnen Rat (lacht). Und natürlich ist Lucas auch immer ein Ansprechpartner, der mir helfen kann.

Was gehört zu deinen Aufgaben?

Wenn ich nicht hier bin und selbst im Service mitarbeite, dann bin ich in Kontakt mit unserem Steuerberater oder der Bank, habe Gespräche mit potentiellen neuen Mitarbeitern, treffe Hersteller von Getränken und anderen Produkten, die wir ins Sortiment aufnehmen könnten. Ich arbeite auch viel an neuen Ideen für den Laden und die Speisekarte. Bald kommt unsere neue Karte und ich tausche mich zurzeit oft mit dem Designer aus, der sie gestaltet. Und in letzter Zeit war ich auch viel mit unserem Pop-Up beschäftigt.

Femtastics-Fetch-Judit-Hallmanns-Details

Wolltest du schon immer in der Gastronomie arbeiten?

Mein Traum war es immer, meinen eigenen Laden zu haben. Das steht sogar so in der Abizeitung bei mir. Aber ich dachte, ich muss erst einmal Geld verdienen und irgendwann, wenn ich mir Geld zurückgelegt habe, eröffne ich mein eigenes Café oder Restaurant. Also habe ich angefangen zu studieren: Romanistik und Germanistik auf Lehramt. Aber nach zwei Jahren ist mir aufgefallen, dass es nicht mein Ding ist und dass ich da nicht hin will. Ich habe mich gefragt: Was will ich eigentlich? Wo sehe ich mich? Und da kam immer wieder das Bild vom eigenen Laden. Ich habe mich gefragt, wie ich das Ziel erreichen kann und habe entschieden eine Ausbildung in der Gastronomie anzufangen.

Mein Traum war es immer, meinen eigenen Laden zu haben.

Was macht dir Spaß an der Arbeit in der Gastronomie?

Ich mag den Kontakt zum Gast und die Arbeit mit Lebensmitteln. Ich mag Essen einfach total gerne – es zuzubereiten und es zu essen.

Wolltet ihr mit Fetch nach Winterhude?

Das hat sich so ergeben. Aber es passt sehr gut. Ich habe früher oft gehört, dass Winterhude sehr abgehoben und „Schicki-Micki“ sei, aber das finde ich nicht. Es kommt immer auch darauf an, wie man auf die Leute zugeht und ich finde es hier total entspannt und nett.

Und eure Gäste kommen sicher auch aus anderen Stadtteilen, oder?

Ja, das merken wir schon. Gerade am Wochenende.

Und jetzt habt ihr ein Pop-Up-Café eröffnet. Wie hat sich das ergeben?

Ursprünglich hatten wir mit Fetch eher ein „To-Go“-Geschäft geplant. Das hat sich hier anders entwickelt, aber das finden wir gar nicht schlimm. In der Innenstadt hat sich die Chance geboten, in einer ehemaligen Sparkasse ein Pop-Up zu eröffnen. Den Bereich, in dem früher die Bankautomaten standen, haben wir umgebaut und haben jetzt die Gelegenheit, dort To-Go-Essen anzubieten. Es ist wirklich schön geworden! Der Fokus dort liegt auf Lunch zum Mitnehmen, während hier das Frühstück am beliebstesten ist.

Wie lange wird es das Pop-Up geben?

Geplant sind erst einmal drei Monate. Die Immobilie soll irgendwann als Ganzes vermietet werden und die Fläche ist riesig. Aber so lange wir dort bleiben können, möchten wir unser Pop-Up machen.

Dann wünschen wir euch auf jeden Fall viel Spaß und Erfolg!

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Yummie! Quinoasalat und Avocadobrot

 

Hier findet ihr Judit & Fetch:

 

Mühlenkamp 59 und Valentinskamp 88 (Pop-Up)

Fotos: femtastics

 

 

 

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