Keleya – eine neue App für die Schwangerschaft

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Dass eine Schwangerschaft nicht immer nur bedeutet, Schokolade zu essen und entspannt auf der Couch zu liegen, wissen wohl die meisten Mütter. Rückenschmerzen, Morgenübelkeit und andere lästige Begleiterscheinungen machen es vielen Frauen nicht leicht, diese besondere Zeit wirklich zu genießen. Das wollen Victoria Engelhardt und Sarah Müggenburg ändern – und haben das Start-up Keleya gegründet. „Mutter werden, Frau bleiben“, lautet das Credo der beiden Gründerinnen. Deshalb geht es in der Schwangerschafts-App stets um die Frau und ihr Wohlbefinden. Wie ihre App Frauen konkret dabei helfen soll, sich auf die Geburt vorzubereiten und warum Yoga und gute Ernährung wesentliche Komponenten sind, erzählen uns Victoria und Sarah im Interview in ihrem Berliner Büro.

 

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Das Keleya-Büro liegt zentral in Berlin – mit spektakulärer Aussicht!

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femtastics: Was habt ihr vor der Gründung gemacht?

Sarah Müggenburg: Ich bin seit zwölf Jahren Yoga-Lehrerin mit Fokus auf Pre- und Postnatal Yoga. Ich habe täglich unterrichtet, Workshops gegeben und Retreats geleitet. Nebenbei habe ich auch noch einen Blog zu dem Thema geschrieben.

Victoria Engelhardt: Ich habe eine klassische BWL-Karriere hinter mir. Nach dem Studium habe ich einige Jahre in der Start-up-Welt gearbeitet, unter anderem bei Rocket Internet, wo ich insgesamt fünf Start-ups von Tag 0 mit aufgebaut habe. Ich wollte dann einen Wechsel und bin in die Unternehmensberatung gegangen. Dort habe ich verschiedene Projekte im Digitalisierungsbereich betreut. Da brannte es mir aber schon wieder unter den Nägeln und ich wollte zurück in die Start-up-Welt – diesmal mit meinem eigenen Projekt.

Während meiner Recherche habe ich mit 70 schwangeren Frauen gesprochen.

Wie bist du auf die Idee der App gekommen?

Victoria: Ich hatte eine schwangere Freundin, die eine sehr dramatische Schwangerschaft, inklusive aller Krankheiten, die man sich vorstellen kann, hatte. Sie hat viel online recherchiert, um hilfreiche Tipps zu finden. Doch das war sehr aufwendig und sie wusste nie, ob die Informationen wirklich zu ihrer Situation passten. Alle Kurse, die sie besuchen wollte, waren schon Monate vorher ausgebucht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es nichts gab, was ihr helfen konnte und habe mir den Markt genauer angeschaut. Während meiner Recherche habe ich mit 70 schwangeren Frauen gesprochen und festgestellt, dass dieses Problem  nicht nur bei meiner Freundin besteht. Also habe ich mit Alex, unserem Mitgründer, und Sarah Keleya gegründet.

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Yogaübungen in der Keleya App

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Was ist die Mission von Keleya?

Sarah: Wir wollen Frauen fit und gesund durch die Schwangerschaft begleiten. Vor allem vielbeschäftigte Frauen, die ihr reguläres Leben behalten wollen und die vielleicht mal nur zehn freie Minuten zur Verfügung haben, die sie aber effektiv nutzen möchten. Entweder, um sich zu entspannen, fitter zu werden oder um an einem Problem zu arbeiten. Auch im Bereich Ernährung wollen wir den Frauen hilfreich zur Seite stehen. Schwanger zu sein bedeutet nicht, dass ich plötzlich alle Käsetorten der Welt essen sollte. Die richtige Ernährung macht ganz viel für die Mutter und somit auch für die Entwicklung des Kindes aus. Daher haben wir gemeinsam mit einer Ernährungswissenschaftlerin Rezepte erarbeitet, die wirklich genau auf die Schwangerschaft abgestimmt sind.

Victoria: Zusammengefasst: Es geht um die Schwangere und darum, dass es ihr gut geht. Die Frau steht im Mittelpunkt.

Es geht um die Schwangere und darum, dass es ihr gut geht.

Ihr kommt beide aus ganz unterschiedlichen Berufen. Wie habt ihr zueinander gefunden?

Sarah: Alex ist über eine Kollegin, die bei mir beim Yoga war, auf mich aufmerksam geworden. Sie hat mich als Expertin in Sachen Schwangerschafts-Yoga in Berlin empfohlen. Daraufhin haben Alex und Victoria mich kontaktiert.

Wie seid ihr bei der Gründung vorgegangen?

Victoria: Wir haben in verschiedenen Sequenzen gearbeitet. Nachdem wir die Idee hatten, haben wir diese validiert, indem wir mit Schwangeren gesprochen haben. Mit den Ergebnissen aus den Gesprächen haben wir einen Desktop-Prototypen mit Ernährungstipps und Bewegungsübungen entwickelt. Innerhalb von zwei Wochen haben wir damit 53 zahlende Kundinnen generiert. Der Bedarf war also vorhanden und Frauen bereit, dafür zu zahlen. Mit dem Prototyp haben wir Fundraising betrieben und im September 2017 unser erstes Seed-Investment bekommen. Ende des Monats haben wir die Keleya App dann gelauncht. Bis Januar waren wir in der Product Market Fit-Phase, in der wir beweisen mussten, dass auch mehr Kunden für die App zahlen. Seit Februar befinden wir uns nun in der nächsten Phase. Jetzt werden wir alle Marketingkanäle aufdrehen und die App internationalisieren, bald wird es Keleya auch auf Englisch geben.

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Das Interview führt femtastics-Redakteurin Lea (rechts).

Welche Hürden gab es während der Gründung?

Victoria: Viele (lacht). Die Finanzierung und eine Zusage der Investoren zu bekommen, ist natürlich immer schwierig. Das war sehr spannend! Aber auch, sich den Investoren gegenüber zu beweisen und zu zeigen, dass wir zahlende Kunden finden, war aufregend.

Sarah: Wir haben vorher auch noch nie zusammengearbeitet. Das Team musste erst einmal zusammenrücken und sich finden. Victoria ist ja darauf spezialisiert, Arbeitsprozesse zu definieren, sodass wir als kleines Start-up zusammenarbeiten können. Alex ist auch ein BWLer-Typ. Ich hingegen habe einen ganz anderen Background, bin eher die Kreative. Ich habe zwei Söhne, denen ich vor allem in den Kleinkindphasen gerne viel Zeit gewidmet habe. Früher war ich als PR-Beraterin für Reise- und Wellnesskunden tätig. Es ging also auch darum, einen gemeinsamen Flow zu finden. Aber inzwischen sind wir ziemlich gut strukturiert.

Welche Tools habt ihr genutzt, um Keleya bekannt zu machen?

Victoria: Die klassischen Marketing-Kanäle: Wie die meisten Apps nutzen wir Instagram und Facebook. Das funktioniert super für uns! Ansonsten setzen wir auf klassische Pressearbeit und Influencer-Kooperationen, wie beispielsweise mit Mama-Bloggern. Mit Sarah haben wir jemanden im Team, der in dem Bereich bereits Erfahrung hat und wir werden jetzt verstärkt Zeit in unser Marketing investieren.

Welche Rolle spielt Social Media für euch?

Sarah: Eine sehr große! Allen voran Instagram und Facebook. Auch wenn wir im Vergleich durch Anzeigen mehr Kunden gewinnen. Um die Markenbekanntheit zu steigern, sind die sozialen Medien total wichtig. Durch Instagram und Co. werden wir wirklich mehr als Marke wahrgenommen. Es ist auch wichtig, dass die Kunden sehen, welche Gesichter hinter Keleya stecken. Dass es eben nicht ein Riesenkonzern ist, der hier das nächste Produkt auf den Markt schmeißt, sondern, dass wir ein kleines Team aus Berlin sind.

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Dream team: Sarah und Victoria ergänzen sich super!

Wie schwierig ist es, sich in der Start-up-Szene einen Namen zu machen?

Victoria: Da wir ein Nischen-Produkt haben, ist es für uns einfacher unsere Kunden zielgerichtet anzusprechen. Es funktioniert also ganz gut, als noch unbekannte Marke im Markt wahrgenommen zu werden. Was Investoren angeht, ist es natürlich noch einmal etwas ganz Anderes. Aufgrund meiner beruflichen Vergangenheit habe ich zum Glück ein sehr gutes Netzwerk. Aber es ist trotzdem ein sehr schwieriger und vor allem sehr männlicher Markt. Als Frau hat man da immer noch mit Vorurteilen zu kämpfen. Gefühlt muss ich immer noch mehr machen als meine männlichen Kollegen.

Erst letztens fragte mich jemand, wo mein Chef sei.

Hast du ein konkretes Beispiel?

Victoria: Wenn ich mit meinem Mitgründer Alex zusammen in einem Gespräch bin, passiert es ganz häufig, dass die Männer nur mit Alex reden. Wir hatten auch mal eine Anfrage für eine Speaker-Position, die Alex an mich weitergeleitet hat. Ich wurde direkt als Assistentin angesprochen. Das würde umgekehrt niemals passieren! Erst letztens fragte mich jemand, wo mein Chef sei. Es sind einfach Kleinigkeiten, an denen man merkt, dass die Rollen zwischen Frau und Mann noch immer aufgeteilt sind.

Wie reagierst du in so einer Situation?

Victoria: Mittlerweile entspannt. Wenn mich jemand nach meinem Chef fragt, sage ich einfach: Der sitzt vor dir. Das sorgt schon manchmal für erstaunte Blicke.

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Die Übungen sind modular aufgebaut, aus denen individuelle Workouts zusammengestellt werden. Das Ganze hat also einen Coach-Charakter.

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Wofür steht eigentlich der Name Keleya?

Victoria: Kelaya ist keltisch und vom Namen einer Fruchtbarkeitsgöttin abgeleitet. Die Idee kam lustigerweise von Alex. Kelaya war als Domain schon vergeben, also haben wir den Namen leicht abgewandelt. Anfangs haben wir Keleya nur als Arbeitstitel genutzt. Im Rahmen der Testphase haben wir aber gemerkt, dass der Name wahnsinnig gut bei den Kundinnen ankommt. Also haben wir uns dazu entschieden, ihn zu behalten.

Wie genau funktioniert die App?

Sarah: Wir haben zwei Hauptfeatures: Bewegung und Ernährung. Bei der Anmeldung muss die Nutzerin ihre Schwangerschaftswoche, Bedürfnisse, Fitness-Level, Unverträglichkeiten, usw. angeben, damit wir genau wissen, was sie benötigt. Beim Bewegungsteil kann man aus fünf Schwerpunkten, beispielsweise Hüftöffner oder Entspannung, auswählen. Die Übungen sind modular aufgebaut, aus denen individuelle Workouts zusammengestellt werden. Das Ganze hat also einen Coach-Charakter. Ist eine Übung zu einfach, können wir auf das Feedback reagieren und beim nächsten Workout anspruchsvollere Übungen einbauen.

Victoria: Das gleiche Prinzip nutzen wir für den Ernährungsplan. Rezepte für jede Mahlzeit nach den Bedürfnissen der Kundin. Ergänzend bieten wir Informationen rund um das Thema Schwangerschaft in unserem Magazin an, welches wir momentan ebenfalls nach dem Coaching-Prinzip umgestalten.

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Ein großer Vorteil unserer App ist, dass du schon in wenigen Minuten dein Wohlbefinden stärken kannst.

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Welche Vorteile bietet eure App gegenüber anderen?

Sarah: Keleya stellt sich voll und ganz auf die Frau ein. Bei anderen Apps geht es oftmals mehr um das Baby. Wir wollen aber, dass sich die Schwangere wohl fühlt. Dann fühlt sich auch das Baby wirklich wohl und kann sich optimal entwickeln.

Victoria: Die von uns entwickelten Yoga- und Pilates-Übungen gibt es so bisher noch nicht als App. Ein großer Vorteil ist zudem, dass du schon in wenigen Minuten, durch die kurzen Sequenzen der Übungen, dein Wohlbefinden stärken kannst.

Wen wollt ihr mit der App konkret ansprechen?

Victoria: Unsere Zielgruppe sind Frauen, die wie wir im Leben stehen, berufstätig und modern sind.

Sarah: Vielbeschäftigte Schwangere. Frauen, die ihren Lebensstil gerne so weiterleben möchten wie zuvor und für die eine Schwangerschaft nicht bedeutet, sich komplett zurückzuziehen. Unser Motto lautet: Mama werden und Frau bleiben.

Wieso habt ihr den Fokus auf Ernährung und Fitness gelegt?

Victoria: Diese beiden Elemente können fast sämtliche Beschwerden, die man in der Schwangerschaft haben kann, lösen. Ernährung und Bewegen haben einen großen Einfluss auf die Schwangerschaft und das Wohlbefinden von Mutter und Kind.

Sarah: Hebammen und Frauenärzte sagen ebenfalls: Das sind die Rädchen, an denen man drehen kann, um die Schwangerschaft und die Geburt positiv zu beeinflussen.

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Sarah, mit deiner Erfahrung als Yoga-Lehrerin hast du das „Keleya Move“ Programm entwickelt. Was ist das Besondere daran?

Sarah: Das Besondere ist, dass es modular aufgebaut ist und man es sehr vielseitig einsetzen kann. Wir bieten Yoga- und Pilates-Übungen, mit denen wir auf alle Bedürfnisse eingehen können. Das Programm ist für Frauen, die in ihrem Leben noch nie Yoga oder Pilates gemacht haben ebenso geeignet, wie für Frauen, die es seit Jahren praktizieren. Mit den Übungen habe ich in meinen 12 Jahren als Yoga-Lehrerin schon viele Frauen erfolgreich durch die Schwangerschaft begleitet. Es war immer schön, wenn Frauen nach der Geburt zu mir zurückgekommen sind und mir sagten, wie sehr ihnen das Yoga geholfen hat. Auch weil Hebammen heutzutage leider nur noch so wenig Zeit für Schwangere haben. Durch Keleya können wir nun viel mehr Frauen unterstützen. Nicht nur denen, die den Weg in einen meiner Kurse gefunden haben.

Wie steht es um Schwangere, die vorher gar keinen Sport gemacht haben?

Sarah: Das ist überhaupt kein Problem. Bei der Anmeldung kann man ja sein Fitness-Level angeben und darauf basierend starten sie dann mit leichten Übungen.

Es ist erwiesen, dass Yoga eine optimale Vorbereitung für die Geburt ist.

Enthält das Programm auch Übungen für Frauen, die Yoga nicht so gerne praktizieren?

Sarah: Neben den Yoga-Übungen haben wir ja auch Pilates-Workouts dabei. Wir sind auch keine spirituelle App. Der Fokus liegt auf der perfekten Geburtsvorbereitung. Daher holen wir die Frau mit Keleya ganz gut ab. Es ist erwiesen, dass Yoga eine optimale Vorbereitung für die Geburt ist. Das sagen viele Hebammen schon beim Erstgespräch.

Warum ist Yoga gut für Schwangere?

Sarah: Wenn man einfach nur Sport macht, hat man womöglich am Ende einen super festen Beckenboden, was bei einer Geburt kontraproduktiv ist. Oder man hat eine wahnsinnige Ausdauer, aber die Hüften sind überhaupt nicht flexibel. Beim Yoga hast du hingegen stärkende Übungen und Stretching mit drin.

Victoria: Yoga stellt einfach eine gute Verbindung zu deinem Körper her. Man lernt mehr auf seinen Körper zu hören. Was ja bei einer Geburt total wichtig ist.

Sarah: Genau, gerade durch die Atemübungen schafft man eine Verbindung zwischen sich und seinem Baby. Yoga hat auch die meditative Komponente, die man während der Geburt benötigt. Man kann kein Kind gebären, in dem man den Kopf einschaltet. Man muss loslassen können und das lernt man beim Yoga.

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Zweiter Bestandteil der App sind die Rezepte. Wie habt ihr diese entwickelt?

Victoria: Für die Rezepte haben wir mit einer erfahrenen Ernährungsexpertin, mit Fokus auf Schwangerschaft, zusammengearbeitet. Die hat gemäß der Richtlinien der World Health Organization Rezepte für uns erstellt. Mit ihr arbeiten wir auch kontinuierlich zusammen, um immer neue und auch saisonale Rezepte zur Verfügung zu stellen.

Sarah: Wichtig war uns bei den Rezepten auch, dass sie erstens nicht so lange dauern und zweitens sollte immer etwas Frisches enthalten sein, wie bei den Smoothies. Aber alle Rezepte sind unkompliziert, nicht zu ausgefallen und trotzdem abwechslungsreich.

Alle Rezepte sind unkompliziert, nicht zu ausgefallen und trotzdem abwechslungsreich.

Habt ihr die Übungen und Rezepte vor dem Launch der App testen lassen?

Victoria: Für uns ist es total wichtig, kundenorientiert zu arbeiten. Seit der Gründung laden wir Schwangere zu uns ein, lassen sie die App und neue Features testen. Das Feedback nehmen wir immer bei unserer Weiterentwicklung auf.

Sarah: Im Sommer haben wir, bevor es die App überhaupt gab, auch mal eine Yogastunde im Park angeboten und direktes Feedback von den Teilnehmerinnen bekommen, das war sehr hilfreich.

Lebensmittelunverträglichkeiten, Fitness-Level, unterschiedliche Bedürfnisse – wie individuell kann Keleya wirklich sein?

Victoria: Bei der Anmeldung können unsere Kundinnen ja wirklich alles genau angeben und demnach sind dann die Rezepte und Übungen auch geclustert. Man kann wirklich alle Unverträglichkeiten, die es so gibt, angeben und ein total individuelles Angebot zusammenstellen.

Sarah: Was vegane Ernährung angeht, haben wir uns lange mit unserer Ernährungsberaterin ausgetauscht. Laut ihr ist eine vegane Ernährung nicht empfehlenswert für die Schwangerschaft. Daher wollten wir das nicht von vorneherein anbieten, wie beispielsweise das Vegetarische.

Victoria: Wer sich gerne vegan ernähren möchte, kann das in den Einstellungen natürlich trotzdem angeben.

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Es gibt auch ein Keleya Online-Magazin. Welche Inhalte finden sich dort?

Sarah: Es gibt eigentlich alles rund um die Schwangerschaft. Natürlich auch alles zum Thema Yoga und Pilates. Hier können sich die werdenden Mamas genau informieren, warum beispielsweise Atemübungen und Meditation so hilfreich für die Geburt sind. Es gibt auch Experteninterviews zu Themen wie Beckenboden oder Interviews mit unserer Kollegin, mit der wir die Workouts aufgezeichnet haben, die wir kurz vor der Geburt zu ihren Lieblingsübungen befragt haben. Auch Hebammen haben wir immer mal wieder im Gespräch.

Muss eine Schwangerschaft eurer Meinung nach heutzutage digital begleitet werden?

Sarah: Ein Muss ist das natürlich nicht. Jemand, der aber eh viel digital unterwegs ist, wird schnell die Vorteile der App feststellen. Persönlich nutze ich auch sehr viele Apps, egal ob für mich selbst oder für meine Kinder. Ich finde es einfach enorm praktisch. Das Handy haben die meisten von uns ja eh ständig dabei und wenn man mal zehn Minuten Zeit hat, kann man die mit einer App wie Keleya effektiv nutzen. Aber natürlich kann man letztlich auch total offline seine Schwangerschaft genießen.

Victoria: Wir wollen nicht diejenigen sein, die mit erhobenem Finger dastehen und sagen, du musst jetzt das und das machen. Wir sehen uns eher als Zusatzangebot. Wenn du gerne möchtest, verhelfen wir dir zu einer bequemeren Schwangerschaft und Geburt.

Wir wollen keine Verbote aussprechen und ermahnen, wir möchten den Schwangeren eher Tipps geben, um Dinge auszuprobieren, die ihnen helfen könnten.

Besteht die Gefahr, dass sich Schwangere durch eine solche App unnötige Sorgen machen?

Victoria: Dem versuchen wir entgegenzuwirken, indem wir alles positiv formulieren. Wir wollen keine Verbote aussprechen und ermahnen, wir möchten den Schwangeren eher Tipps geben, um Dinge auszuprobieren, die ihnen helfen könnten. Daher würde ich eher das Gegenteil behaupten.

Sarah: Man darf auf gar keinen Fall so dogmatisch sein. In meiner ersten Schwangerschaft habe ich noch unzählige Bücher gewälzt und online recherchiert. Bis ich die ganzen Infos zusammen hatte, ist eine Ewigkeit vergangen. Es sagt einem ja auch jeder etwas Anderes. Deswegen finde ich es ganz gut, eine Quelle zu haben, die vorsortiert ist. Wir haben wirklich alles sehr gründlich recherchiert und mit Hilfe der App muss man nicht noch zusätzlich zehn Bücher lesen.

Oder umgekehrt: Ersetzt die App womöglich die Beratung eines Arztes?

Sarah: Das glaube ich nicht. Ich denke, der Arzt ist immer noch die höchste Instanz, und Schwangere vertrauen absolut auf ihre Ärzte und Hebammen. Und das ist auch gut so!

Victoria: Wir verweisen aber auch explizit darauf, dass wir eben kein Ersatz sind. Wir raten unseren Kundinnen immer, alles vorher mit ihren Ärzten und Hebammen abzusprechen.

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Begleitet Keleya Schwangere auch nach der Geburt?

Victoria: Sobald wir im Mai unsere nächste Finanzierungsrunde gesichert haben, wollen wir die Kundinnen, die wir bisher durch ihre Schwangerschaft begleitet haben, auch danach weiter betreuen. Ernährung und Bewegung sind ja auch für die Rückbildung wieder relevant.

Sarah: Viele haben tatsächlich schon danach gefragt und ich freue mich schon sehr darauf Keleya in die Richtung weiterzuentwickeln.

Wo seht ihr Keleya in fünf Jahren?

Victoria: Wir wollen uns als die Marke für Schwangere positionieren und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Aber eben nicht nur für die Schwangerschaft, sondern auch darüber hinaus. Keleya soll Frauen während allen wichtigen Meilensteinen des Lebens begleiten: Kinderwunsch, Schwangerschaft, Rückbildung, vielleicht auch irgendwann Wechseljahre. Eigentlich als die Marke für starke Frauen!

Vielen Dank für das nette Gespräch!           

 

Hier findet ihr „Keleya“:

 

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Interview: Lea Braskamp

Fotos: Sophia Lukasch

Layout: Carolina Moscato

 

 

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