Mareike Bruns: „Instagram ist dein Fenster in die Welt.“

Als Instagram-Fans der ersten Stunde (Hallo @femtastics_official!) haben wir uns riesig gefreut, als die Einladung zum fünften Geburtstag der Foto-Community ins Office flatterte. Gründe zum Feiern gibt es genug: Mehr als 400 Millionen Menschen nutzen Instagram im Monat, das Werbenetzwerk ist erfolgreich gestartet und mit der frisch gelaunchten App Boomerang lassen sich nun Fotoaufnahmen zu Gif-artigen Filmchen verwursten. Was genau den Zauber der Instagram- Community ausmacht und welchen Accounts Community Managerin Mareike Bruns gern folgt, erzählt sie uns im Hamburger facebook-Büro.

Es ist dein Fenster in die Welt, du kannst auf dem Laufenden bleiben und dich über Trends informieren.

Femtastics: Was macht den Zauber von Instagram aus?

Mareike Bruns: Der Zauber ist auf jeden Fall die Community und die Vielseitigkeit. Es gibt 400 Millionen Nutzer, 75 Prozent davon außerhalb der USA, das heißt, es ist eine sehr internationale Plattform. Und egal, was auf der Welt passiert, es passiert auch auf Instagram. Es ist dein Fenster in die Welt, du kannst auf dem Laufenden bleiben, dich über Trends informieren, … Egal was du liebst, Instagram bringt es dir näher. Das kann stricken sein, surfen, Extremsport, Beauty, … du findest dort alles.

Wie viele Stunden verbringst Du pro Tag auf Instagram?

Viele. Vielleicht sechs Stunden, sieben, … Keine Ahnung. Ein Großteil meines Jobs ist ja, auf Instagram zu recherchieren.

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5 Jahre Instagram – wir gratulieren!

Bist Du auch so ein Fall, der vor dem schlafen gehen noch mal auf Instagram schaut und morgens direkt wieder?

Ich habe mein Handy neben meinem Bett liegen und mein erster Griff geht morgens zu Instagram. Meine letzten Kommentare schreibe ich abends bevor ich ins Bett gehe.

Welchen Accounts folgst Du privat?

Ich folge sehr vielen Leuten. Ich folge drei mal so vielen Accounts wie der durchschnittliche Nutzer. Der normale Nutzer folgt durchschnittlich 300 Leuten, ich folge rund 800. Ich treffe wahnsinnig viele Menschen aus der Community und will in Kontakt bleiben. Zum einen folge ich Freunden, außerdem Celebrities, Instagrammern, die ich auf Instameets kennengelernt habe, und einigen Accounts, die meinen persönlichen Interessen entsprechen. Ich reise total gerne. Ein Account, den ich total gerne mag, ist @hopelevin. Das ist eine Kitesurferin von einer ganz kleinen Insel. Wenn du morgens mit ihren Bildern aufwachst, wird der Tag super. Außerdem mag ich Kunst gerne und folge mehreren Collage-Künstlern, wie @thegentlemanbronco, @the.daily.splice oder @eugenia_loli. Und ich liebe die Astrofotografie von @astro_hugh.

Es zwingt ja niemand jemanden, sich Accounts anzugucken, die einen neidisch machen oder die man blöd findet.

Vor einer Weile gab es einen Artikel in der „Welt“, in dem es hieß, dass Instagram uns zu Psychopathen mache, weil immer die gleichen schönen Bilder gezeigt werden und die Rezipienten Hass und Neid entwickeln würden. Was entgegnest Du?

Es zwingt ja niemand jemanden, sich Accounts anzugucken, die einen neidisch machen oder die man blöd findet. Instagram soll ein Ort der Inspiration sein. Wenn du Sport magst, folgst du Sportlern. Wenn du Astrofotografie magst, folgst du diesen Fotografen. Du sieht keine Bilder, die du nicht sehen möchtest, denn du stellst dir deinen Feed ja selbst zusammen.

Wie können Medien Instagram sinnvoll für sich nutzen?

Man muss schauen, welche Geschichte man erzählen möchte und welches Publikum man hat. Instagram kann gut genutzt werden, um dich hinter die Kulissen zu bringen und dir Dinge zu zeigen, die du im normalen Leben nicht siehst. Während du im Hochglanzmagazin zum Beispiel das Teamfoto eines Fußballvereins siehst, siehst du auf Instagram, wie das Team nach dem Spiel Späße macht oder wie es in der Umkleide aussieht.

Vor kurzem ist das Werbenetzwerk gestartet. Wie viel Werbung haben wir auf Instagram zu befürchten?

Jeder Nutzer kann Anzeigen, die ihm nicht gefallen, wegklicken. Das System merkt sich das.

Welche Pläne oder Neuigkeiten gibt es noch bei Instagram?

Wir haben gerade „Boomerang“ gelauncht. Das ist eine App, die mehrere Fotos macht und sie zu einem Kurzvideo zusammensetzt, das dann automatisch vorwärts und rückwärts abgespielt wird. Das ist wirklich witzig. Wir sind immer „Community First“-orientiert und arbeiten ständig an Neuerungen.

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Das Team von Instagram sitzt im Hamburger facebook-Office.

Wie findet ihr heraus, was die Community will und welche Bedürfnisse sie hat? Wie funktioniert diese Analyse?

Ich bin nicht im Produktteam, da kann ich nicht viel zu sagen. Ich bekomme viel Feedback, wenn ich mit den Nutzern spreche. Und so machen das meine Kollegen in anderen Ländern auch. Dieses Feedback geben wir weiter.

„Simplicity matters“ ist einer der Leitfäden.

Instagram hat mittlerweile viele Funktionen:„Boomerang“, persönliche Nachrichten, das Versenden von Bildern, Videos, variable Bildformate, … Alles Erweiterungen, die die App anreichern. Aber dadurch gleicht sich Instagram auch immer mehr anderen Apps oder anderen sozialen Netzwerken an. Wie bleibt Instagram trotzdem unique?

Alle diese Funktionen sind ja separat. „Boomerang“ ist eine separate App, „Hyperlapse“ auch. Das heißt, der Leitfaden für Instagram bleibt: „Simplicity matters“. Das Produkt Instagram soll in seinen Funktionen einfach bleiben. Es geht darum, Momente in Form von Fotos oder Videos zu teilen. Alles andere kommt von außerhalb. Das Produkt soll nicht zu kompliziert oder vielschichtig werden.

Das heißt, wenn ihr euch an den Nutzern, der Community, orientiert und die sich offenbar wünschen, dass möglichst viele Funktionen in einer App vereint werden, damit sie nicht dutzende verschiedene Apps nutzen müssen, dann will Instagram den Nutzern das trotzdem nicht bieten?

Ich denke nicht. „Simplicity matters“ ist einer der Leitfäden.

Wird es irgendwann direkte Verlinkungen in Instagram geben?

Dazu können wir gerade nicht viel sagen.

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Wir haben uns natürlich auch auf der facebook-Wall verewigt.

Welcher Nutzer hat international die meisten Follower?

Taylor Swift.

Und in Deutschland?

Momentan ist das Mario Götze.

Was denkst Du, warum sind diese Accounts so erfolgreich? Ist das nur der Promifaktor?

Ich denke, bei Mario Götze kommen mehrere Faktoren zusammen. Zum einen ist Sport gerade ein großes Thema auf Instagram. Zum anderen liegt es auch daran, wie er seinen Account betreibt. Er ist derjenige, der die Fotos macht. Er macht das wirklich selbst. Es ist authentisch, total nah dran und es bietet den Leuten einen Mehrwert.

Apropos authentisch, wie siehst Du das, dass die Fotos auf Instagram immer professioneller werden – oftmals mit einer Profikamera geschossen, in Photoshop bearbeitet und dann erst auf Instagram hochgeladen?

Ich glaube, das ist unterschiedlich, jeder soll es so machen wie er mag. Bei vielen Accounts, bei denen man denkt, die Bilder seien mit einer Spiegelreflexkamera fotografiert, sind die Bilder tatsächlich mit dem Smartphone gemacht. Mobilfotografie hat sich so weiterentwickelt, das ist total spannend. Es geht auch viel um kreative Ansätze: wie nutzt man das Handy, wie macht man die Bilder?

Ich habe anfangs immer den gleichen Filter genutzt …

Ich habe auch mal auf meinem Account zurückgescrollt und ich habe am Anfang auch viele Filter verwendet, am besten noch mit diesem Kratzer-Look auf den Fotos. Als Instagram neu war, hatte man die neue Möglichkeit, Bilder zu verändern und hat damit wild herumgespielt. Ich glaube, jetzt sieht man eine starke Entwicklung, wie man Fotos mit einfachen Mitteln verbessern kann. Du gibst dem Foto keinen komplett neuen Look, aber du bearbeitest es und gibst ihm deine eigene Bildsprache. Man findet irgendwann seinen eigenen Stil.

Es ist spannend zu beobachten, wie Instagram die globale Ästhetik beeinflusst. Vielen Dank für das Gespräch!

Hier findet ihr Mareike:

Fotos: femtastics

 

 

 

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