„Schwarzkopf Million Chances“ hilft Frauen weltweit

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Marie-Ève Schröder, Corporate Senior Vice President International Marketing Henkel Beauty Care, hat seit 2016 mit der Charity-Initiative „Schwarzkopf Million Chances“ ein ganz besonderes Herzensprojekt übernommen. Die Initiative unterstützt zusammen mit internationalen und lokalen Hilfsorganisationen Mädchen und Frauen auf der ganzen Welt dabei, eine erfolgreiche berufliche und private Zukunft aufzubauen. Wir treffen Marie-Ève bei einer Modenschau in Hamburg, bei der das von „Schwarzkopf Million Chances“ unterstützte Projekt „Made auf Veddel“ vorgestellt wird. Gegründet von Designerin Sibilla Pavenstedt, fördert der eigenständige Verein die Integration und Arbeit von Frauen mit Migrationshintergrund, um ihnen eine neue Perspektive zu geben. In einem Atelier im Hamburger Stadtteil Veddel, das die Frauen in Selbstverwaltung führen, produzieren sie hochwertige Mode sowie Accessoires.

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Bei der Modenschau, veranstaltet von „Schwarzkopf Million Chances“, präsentieren Models Haute Couture, gefertigt von „Made auf Veddel“.

Viele Träume lassen sich verwirklichen, wenn man die richtige Unterstützung hat.

femtastics: Was ist das Ziel von „Schwarzkopf Million Chances“?

Marie-Ève Schröder: „Schwarzkopf Million Chances“ gibt Frauen weltweit die Chance, ihre Träume zu realisieren. Das ist das Ziel. Es geht darum, junge Mädchen und Frauen zu unterstützen. Ich finde es wichtig, dass ihnen Mut gemacht wird und ihre Ideen nicht so sehr in Frage gestellt werden. Viele Träume lassen sich verwirklichen, wenn man die richtige Unterstützung hat.

Wie sind die Projekte aufgebaut?

Unsere Projekte sind in drei Kategorien unterteilt. In der Kategorie “Build Up” geht es um Bildung, also darum, dass junge Mädchen lesen und schreiben lernen und vor allem zur Schule gehen können. Nur Bildung allein reicht aber nicht, wichtig ist auch, dass die Frauen dann einen Job erlernen, das ist die Kategorie “Move Up”. Wenn die Frauen einen Beruf gelernt haben, helfen wir ihnen in der Kategorie “Start Up” schließlich dabei, in die Berufswelt zu starten. Das kann die Gründung von einem Startup sein genauso wie die Eröffnung eines kleinen Verkaufsstands – je nach Land und Begebenheiten. Alle Projekte, die wir machen, sind Hilfe zur Selbsthilfe. Es geht um Empowerment.

Warum hat Schwarzkopf die Initiative ins Leben gerufen?

Schwarzkopf soll nicht nur eine Schönheitsmarke sein. Es ist auch wichtig, dass Kunden eine emotionale Bindung zur Marke aufbauen. Durch unsere Charity-Projekte finden noch einmal ganz andere Menschen zu unserer Marke. Das ist auch die Zukunft: Klassische Werbung ist natürlich wichtig, aber Events, bei denen soziale Initiativen unterstützt werden, sind viel langfristiger und wertvoller.

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Warum steht es immer noch so schlecht um die Chancengleichheit – vor allem für junge Frauen? Welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle?

Selbst in wohlhabenden deutschen Städten gibt es Einrichtungen für Mädchen, die von zu Hause weggelaufen sind. Sie sind zwischen 13 und 21 Jahren, haben zu Hause sehr schlimme Geschichten erlebt und gehen oftmals nicht mehr zur Schule. Direkt vor unserer Tür sehen wir täglich Mädchen, die nicht gleichgestellt sind und unterdrückt werden. Ich bin null feministisch, aber ich bin für Gleichberechtigung und Chancengleichheit – Frauen sollen nicht bevorteilt werden.

Der moderne Feminismus will, so denken wir, genau das!

Dann bin ich auch Feministin! (Lacht)

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„Made auf Veddel“ wurde von der Hamburger Designerin Sibilla Pavenstedt gegründet.

Welche Projekte unterstützt Schwarzkopf in welchen Ländern?

Die Träume sind sehr unterschiedlich in den verschiedenen Ländern. Wenn Sie nicht lesen können, dann träumen Sie auch nicht von einem Start-up in Berlin. In Russland zum Beispiel unterstützen wir junge Ballettschülerinnen, die sehr talentiert sind, deren Eltern aber die Ausbildung nicht bezahlen können.

Wie nachhaltig sind die Projekte, wenn die Mädchen trotzdem wieder in konservative, familiäre Strukturen zurückkehren?

Auch hier tut sich etwas – die Männer unterstützen die Frauen bei ihren Plänen und begleiten sie auf ihrem Weg. Ich habe mich vorhin beispielsweise lange mit Sakina unterhalten, sie ist bei „Made auf Veddel“ mit dabei. Ihr Mann unterstützt sie total – er weiß sehr zu schätzen, dass sie in dem Projekt arbeitet. Er begleitet sie und übersetzt für sie. Insofern bietet das Projekt auch die Möglichkeit, dass sich die Strukturen in den Familien ändern können.

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Haben Sie ein Lieblingsprojekt?

Das Projekt in Kolumbien! Sie kennen bestimmt das Medellín- und das Cali-Kartell. In den ehemals von den Kartellen beherrschten Gebieten wird viel Kaffee angebaut, aber es handelt sich um eine verlorene Generation. Alle Eltern und Großeltern, die Nachbarn waren, haben sich gegenseitig umgebracht. Jetzt gibt es eine neue Generation, die sind zwischen 18 und 25 Jahren alt. Sie wollen die Vergangenheit vergessen und etwas Neues starten. Das ist so inspirierend! Die Frauen backen Kuchen und verkaufen sie an kleinen Ständen. Gebacken wird mit dem einzigen Backofen im Dorf. Eine andere Frau fertigt Schuhe, die sie dann verkauft. Außerdem wollen sie den Kaffee aus der Kooperative verkaufen. Wir helfen ihnen bei den Businessplänen, beim Produktdesign und geben ihnen Startkapital.

Außerdem haben sie eine Spargemeinschaft. Jede Frau steckt jede Woche zwei Euro in eine kleine Spardose, zu der alle den Schlüssel haben. Einige stecken obendrein noch jede Woche ein paar Cent rein. Wenn ein Kind der Frauen krank wird, wird das Geld für die Behandlung genutzt. Die Männer haben übrigens keinen Zugriff auf die Kasse! (Lacht) Die Kinder lernen so: Wenn du sparst, kannst du dir am Ende etwas kaufen.

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Wie wird das Projekt intern aufgenommen?

Viele unserer jungen Mitarbeiter wollen sich engagieren und fragen, was Henkel im Charity-Business macht. Wir haben intern einen sehr großen Zulauf. Unsere Mitarbeiter sammeln zum Beispiel Kleidung für die Mädchen aus den Projekten.

In Hamburg unterstützen Sie “Made auf Veddel” – wieso haben Sie diesen Verein ausgesucht?

Mein Vater ist Spanier und ist mit 25 Jahren nach Frankreich gekommen und ich bin wiederum mit 25 Jahren nach Deutschland gekommen. Wir haben also einen Migrationshintergrund. Als ich nach Deutschland kam, sprach ich kein Wort Deutsch. Es war eine Herausforderung, aber ich habe sie gemeistert. Deswegen finde ich “Made auf Veddel” so toll, hier werden zwei Dinge kombiniert: Integration und Handwerk. Die Frauen können ihr traditionelles Handwerk fortführen, zum Beispiel häkeln oder sticken, bekommen eine berufliche Zukunft und lernen gleichzeitig Deutsch.

Außerdem wird ihnen signalisiert, dass sie sich ihre Kultur erhalten. Ein schönes Projekt!

Vielen Dank für das Gespräch, liebe Marie-Ève.

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Hier findet ihr Schwarzkopf:

 

Fotos: Maria Gibert

– In Kooperation mit Schwarzkopf –

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