Was ist besser als Kaffee? Matcha You!

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Er liefert Energie, macht wach im Kopf und ist auch noch super gesund: Matcha Tee for the win! Besonders Spaß macht das Multitalent in der Variante als erfrischendes Kaltgetränk namens Matcha You von dem kleinen, feinen Münchner Getränke-Start-up Liquid Matter. Dahinter stecken Franzi Schetter, 32 und Ola Klöckner, 32. Die beiden waren lange in Marketing- und Kreativ-Agenturen umtriebig, bevor sie den eiskalten Sprung in die Getränkebranche wagten und nun von München aus mit Matcha You die Getränkewelt erobern. Welchen Herausforderungen sie dabei begegnen und was ihr Produkt so einzigartig macht, das erzählen sie uns in ihrem Büro in München-Untergiesing.

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Ola und Franzi sind gerade in ein neues Büro umgezogen!

femtastics: Ist Matcha You der bessere Kaffee?

Franzi: Ich finde Kaffee immer noch wichtig, weil er mir gut schmeckt. Aber von der Wirkung her ist Matcha You auf jeden Fall der bessere Kaffee. Das liegt an der Kombination aus dem Tee-Koffein und den anderen gesunden Inhaltsstoffen wie Antioxidantien und Katechinen. Obwohl Matcha Tee weniger Koffein als Kaffee enthält, wirkt er belebender.

Was ist das Besondere an Matcha Tee?

Franzi: Aufgrund der besonderen Anbauweise hat Matcha besonders viel Teein aus grünem Tee. Die Plantagen werden drei Wochen vor der Ernte abgedeckt, sodass die Pflanzen besonders viel Chlorophyll produzieren und extrem viel Antioxidantien in den Blättern stecken. Für guten Matcha werden nur die feinsten Blätter geerntet und zerrieben, damit im Tee auch wirklich alle Inhaltsstoffe enthalten sind.

Und warum ist Matcha so gesund?

Ola: Die Antioxidantien sind gut für das Immunsystem und schützen unsere Zellen vor freien Radikalen.

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Zucker ist ebenfalls in Matcha You enthalten, aus gutem Grund?

Franzi: Zucker ist in einem Getränk ähnlich wie Salz im Essen ein Geschmacksträger. Wir hatten lange Diskussionen, ob wir Agavendicksaft zum Süßen verwenden sollen, der besteht nur aus Fructose. Wir verwenden Zucker aus der Zuckerrübe, 50 Prozent Fructose und 50 Prozent Glucose. Ob reine Fructose auf Dauer für den Körper besser ist, darüber streiten die Fachleute. Wir sind der Meinung, dass der klassische Zucker gesünder für uns ist, hauptsächlich aber, weil wir sehr wenig davon einsetzen. Mit 4,3 Gramm pro 100ml sind das ca. 30 Prozent weniger Zucker als in einer Apfelschorle.

Matcha macht im Kopf wach!

Der Körper kann von dem Kampf mit dem Kaffee abends manchmal richtig erschöpft sein. Warum ist das bei grünem Tee anders?

Franzi: Grüner Tee schlägt nicht wie Kaffee auf das Herz-Kreislaufsystem. Kaffee wirkt schnell auf den Puls, Matcha macht im Kopf wach. Deswegen ist er viel verträglicher in der Wirkung.

Ola: Matcha braucht ein bisschen bis er wirkt – in der Regel 20 bis 30 Minuten nach dem Konsum – dafür hält die Wirkung mit 2 bis 3 Stunden länger als Kaffee. Kaffee wirkt schnell, lässt einen aber auch schnell wieder nach unten fallen. Kein Wunder, dass viele Menschen über den Tag hinweg so viele Kaffee „brauchen“. Lieber mal zu ner Matcha You greifen, da hat man länger etwas davon.

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Matcha You ist übrigens komplett bio – yippieh!

Trinkt ihr Matcha You auch morgens?

Ola: Nur, wenn ich vergessen habe, Kaffee zu kaufen. (Lacht) Ich habe aber Freunde, die es total feiern, wenn sie länger unterwegs waren und dann morgens noch ein kühles Matcha You im Kühlschrank haben. Auf den Kater passt das ganz gut – statt einer Matschbirne hast du eine Matcha-Birne! (Lacht)

Mach dein Ding und geh deinen Weg! Hör auf dein Herz!

Was ist die Philosophie hinter Matcha You?

Franzi: Unleash your inner potential! Matcha macht wach und unsere Message ist es, diese Wachheit zu nutzen, um Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Mach dein Ding und geh deinen Weg! Hör auf dein Herz!

Ola: Genau das machen wir mit Matcha You. Die Idee ist zwar im Verstand geboren, dann aber im Herzen gereift. Der Weg der Zukunft ist für uns, diese beiden Komponenten zu verbinden. Herz und Verstand. Beides braucht man.

Franzi: Ich kannte Club Mate, das enthält allerdings künstliches Koffein – was viele nicht wissen. Ich wollte etwas Ähnliches mit Matcha machen. Christoph, der auch Teil des Unternehmens ist, hat sich meiner Idee angenommen und so lange Versuche gemacht, bis die Rezeptur stand.

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Die hübschen Blumen in den Flaschen stammen von der Büro-Einweihungsparty. <3

Matcha ist nicht gerade günstig, das hat dich aber nicht abgehalten?

Franzi: Matcha in einer guten Qualität ist teuer, ja. Aber ich habe einfach losgelegt, wobei die ersten Versuche überhaupt nicht geklappt haben. Eine Rezeptur zu entwickeln, ist unglaublich schwierig. Irgendwann hat Christoph sich mit seinem Braumeister eingeschlossen und gemeinsam haben sie so lange rumgetüftelt, bis sie ein Rezept gefunden haben.

Wie hast du dann Ola kennengelernt?

Franzi: Ola und ich waren in unserer Jugend ein Duo Infernale (lacht). Ein paar Jahre haben wir uns aus den Augen verloren. Zu den Anfängen von Matcha You bin ich ständig mit einer 3-Liter-Champagnerflasche mit Matcha You durch Agenturen gerannt und habe verköstigen lassen, um mir Feedback zu holen. Irgendwann bin ich Ola dabei über den Weg gelaufen und das war der Startschuss für die Sache. Bis dahin war es nur eine Idee. Ich hatte nicht den Plan, das wirklich auf den Markt zu bringen.

Aber das Getränk wolltest du schon unbedingt entwickeln?

Franzi: Eigentlich ging es mir erstmal nur darum, endlich eine meiner vielen Ideen wirklich so lange zu verfolgen, bis einer zu mir sagt: “Was für ein Scheiß, Franzi. Lass es, das bringt eh nix!” Es war überhaupt nicht der Plan, das Getränk wirklich auf den Markt zu bringen.

Als Franzi mir davon erzählte, hat es innerhalb von zwei Minuten bei mir gefunkt und ich habe gesagt: Wenn mir das jetzt schmeckt, dann mache ich mit!

Skandal! Warum hast du es zum Glück dann doch gemacht?

Franzi: Ich bin auf ziemlich blöde Weise aus meinem letzten Job rausgekommen und hatte Zeit. Ich war ein bisschen lost und habe Ola getroffen, bei der es anscheinend auch Zeit für etwas Neues war.

Ola: Es war klar, dass Matcha ein cooles Produkt ist. Als Franzi mir davon erzählte, hat es innerhalb von zwei Minuten bei mir gefunkt und ich habe gesagt: Wenn mir das jetzt schmeckt, dann mache ich mit!

Und es hat geschmeckt!

Ola: Ja, so gut, dass wir uns an die Entwicklung der Marke gemacht haben. Angesichts der extrem schwierigen Branche, die wir uns ausgesucht haben, war das vielleicht nicht die klügste Kopfentscheidung.

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Aber manchmal ist es eben ganz gut, nicht zuviel nachzudenken.

Franzi: Das Gefühl im Herzen hat gestimmt, aber, ob wir damit auf den Markt gehen, war immer noch nicht klar. Wir haben nur gesagt, dass wir es versuchen.

Wie seid ihr weiter vorgegangen?

Franzi: Die Rezeptur stand, aber die Positionierung der Marke war eine Herausforderung. Was ist unsere Philosophie? Und wofür stehen wir?

Was hat euch bei dem Prozess geholfen?

Ola: Wir haben uns keinerlei Druck gemacht und haben uns Zeit gelassen. Da wir beide aus dem Marketing kommen, hatten wir viele Bekannte als Sparrings-Partner.

Wie organisiert ihr den Vertrieb? Was ist das Vertriebskonzept?

Franzi: Zum Glück hatten wir schon einige Kontakte aus der Getränkebranche, die uns total unterstützt haben und uns immer weiterhelfen. Da geht einem echt das Herz auf.

Ola: Beim Thema Vertrieb beißt sich die Katze etwas in den Schwanz. Um in einer Gastronomie aufgenommen zu werden, sollte man bei deren Lieferanten verfügbar sein, da diese am liebsten alles über einen Händler beziehen. Ein Händler hat aber nur Interesse einen aufzunehmen, wenn genug Nachfrage da ist oder man finanziell investiert.

Wendet ihr euch also direkt an die Gastronomen?

Franzi: In erster Linie ja. So viel Nachfrage erzeugen bis ein Händler einen aufnimmt oder erst mal selber ausfahren.

Ola: Worauf wir natürlich total Bock haben, neben Marketing und Vertrieb auch noch die Distribution zu machen.

Franzi: … was wir am Anfang aber gemacht haben. (Lacht)

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Wie schafft man es als kleines Getränke-Start-up?

Ola: Es ist nicht immer einfach, aber hey – wir haben ein geiles Produkt, das mehr kann als nur gut zu schmecken. Und wir freuen uns natürlich, wenn das andere genauso sehen und Nachfrage erzeugen. Der Konsument hat eine gewisse Macht, das wird oft vergessen. Irgendwann sind die Gastronomen dann gezwungen, Matcha You aufzunehmen.

Franzi: Deswegen machen wir viel über Social Media und haben in München auch gerade die Instagram-Kampagne “München wacht auf” gestartet. Hier sieht man auch alle Locations, die schon Matcha You verkaufen.

Wir haben fast ausschließlich nur mit Männern zu tun. Das ist nicht immer easy.

Wie schaut es mit dem Wettbewerb aus – gibt es viel Ellenbogenkultur?

Franzi: Tatsächlich gibt es einige Konkurrenzprodukte anderer Unternehmen, die es uns als kleines Start-up echt schwer machen, wenn sie mit einem Geldkoffer beim Gastronomen vorsprechen oder ihnen die Theke und den Kühlschrank finanzieren. Es wäre viel smarter, wenn man nicht ständig die Ellenbogen ausfahren und auf blöden Wettbewerb machen würde. Wettbewerb ist okay, vollkommen klar. Aber diese Ellbogenmentalität und Ich-gönn-dir-nichts Konkurrenz ist blöd und am Ende entscheidet sowieso der Kunde. Man kann trotzdem Hand in Hand gehen.

Ola: Es nervt total! Wenn wir irgendwann Geld damit verdienen, werde ich mich nicht überall so breit machen und den Leuten vorschreiben, welche anderen Marken sie nicht aufnehmen dürfen.

Das scheint in der Branche noch nicht ganz angekommen zu sein. Hängt es vielleicht auch damit zusammen, dass die Getränkebranche männerdominiert ist?

Franzi: Wir haben tatsächlich fast ausschließlich nur mit Männern zu tun. Das ist nicht immer easy.

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Tauscht ihr euch auch mit anderen Getränke-Start-ups aus?

Franzi: Unser Getränk lassen wir bei einem Safthersteller produzieren und abfüllen. Die haben viele Getränke-Start-ups als Kunden und mit denen sind wir sehr gut vernetzt und tauschen uns regelmäßig aus.

Ola: Weil es eben so schwer ist, als kleines Unternehmen den großen Getränkehändlern die Stirn zu bieten, hatten wir letztes Jahr die Idee, dass wir uns zu einem Kollektiv zusammenzuschließen. Wir werden auch eine Website machen, auf der alle Start-ups und ihre Getränke zu sehen sind.

Klingt nach einem guten Plan! Vielen Dank für das Gespräch, liebe Ola und liebe Franzi!

 

Hier findet ihr Matcha You:

Fotos: Silje Paul

 

 

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