Schmuckdesignerin Sabrina Dehoff über Entschleunigung

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Sabrina Dehoff bereichert seit rund zehn Jahren mit ihren verspielten Designs die Schmuckwelt. Was in Berlin begann, gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt zu kaufen – und nun auch im neuen Concept Store „Insider“ im McArthurGlen Designer Outlet Neumünster. Bis zum 4. November 2017 gibt es Teile aus den Kollektionen beliebter deutscher und dänischer Designer zu vergünstigten Preisen. On top haben die Designer ihr persönliches „Iconic Piece“ für den Store auserkoren: Teile, die mit Charakter und Zeitlosigkeit überzeugen. Welches besondere Stück das bei Sabrina Dehoff ist und was für sie Zeitlosigkeit ausmacht, verrät sie uns im Interview.

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femtastics: Was macht für Dich ein zeitloses Schmuckstück aus?

Sabrina Dehoff: Ein Schmuckstück ist für mich zeitlos, wenn ich ein persönliches Verhältnis zu ihm habe und Erinnerungen mit ihm verbinde. Zeitlosigkeit hat für mich weniger mit Design zu tun. Aber im klassischen Sinne ist ein zeitloser Schmuck natürlich etwas, was relativ reduziert und nicht zu modisch ist. Wenn etwas modisch ist, ist es auch vergänglich.

Trotz der Schnelllebigkeit haben wir die Sehnsucht nach Beständigkeit.

Sind zeitlose Stücke überhaupt noch gefragt – oder ist ihre Zeit wortwörtlich vorbei?

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit. Neue Trends kommen schnell und verschwinden genauso schnell wieder. Aber der Wunsch nach Zeitlosigkeit und Dingen, die beständig sind, ist geblieben. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Ehering oder generell Schmuckstücke, die man in besonderen Momenten verschenkt. Das wird immer bleiben. Trotz der Schnelllebigkeit haben wir die Sehnsucht nach Beständigkeit.

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Auch im Concept Store „Insider“ mit dabei: Lala Berlin!

Das heißt, die Schnelllebigkeit begünstigt den Wunsch nach Nachhaltigkeit?

Es wäre wünschenswert, wenn hier ein Umdenken stattfindet. Dass es nicht immer nur um Quantität, sondern vermehrt um Qualität geht. Der Gedanke der Nachhaltigkeit geht natürlich auch in diese Richtung. Dinge sollen einen nachhaltigen Wert haben und eben nicht so vergänglich sein. Das hat auch stark etwas mit dem Konsumenten selbst zu tun und gar nicht unbedingt mit dem Produkt oder dem Design. Es kommt natürlich darauf an, wie man mit Dingen umgeht und wie man sie wertschätzt.

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Sabrina Dehoff hat als „Iconic Piece“ ihr beliebtes Kordelarmband ausgewählt.

Ist es dir bei deinen eigenen Designs wichtig, etwas Zeitloses zu kreieren? Oder setzt du mehr auf Trends?

Für mich geht es darum, dass sich das Design weiterentwickelt und das ist auch das Prinzip von Kollektionen. Man probiert neue Dinge aus und experimentiert. Das ist sehr wichtig, ich kann ja nicht immer die gleichen Schmuckstücke in meinem Store auslegen. Dabei will ich natürlich trotzdem etwas erschaffen, das nicht kurzlebig ist. Etwas, woran man lange Freude hat.

Der Begriff “zeitloses Design” wird häufig für Echtschmuck benutzt. Schmuck, der vererbt wird. Das hat natürlich viel mit dem Materialwert zu tun. Der Wert bleibt bestehen. Bei Modeschmuck ist das nicht unbedingt der Fall, da geht es eher um den ideellen Wert. Das kommt aber auch wieder auf den Typ Mensch an, der ihn kauft. Ist man eher der Sammler oder möchte man immer etwas neues haben und alte Dinge schnell wieder verkaufen?

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Warum ist es für dich wichtig, neben dem eigenen Online-Shop eben auch in einem Concept Store vertreten zu sein?

Der Markt hat sich stark verändert und ist im Umbruch. Es gibt inzwischen flexible Retailkonzepte wie eben ein temporärer Concept Store, die nicht für die Ewigkeit gedacht sind. Das sind dennoch sehr interessante Konzepte für uns, weil wir hier neue Zielgruppen erreichen können. Wir probieren gerne neue Vertriebskonzepte aus. Wichtig ist, dass wir es mit den richtigen Partnern machen und das Markenumfeld stimmt.

Mit Kordelarmbändern bin ich bekannt geworden!

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Das Kordelarmband von Sabrina Dehoff gibt es im Concept Store in vielen verschiedenen Farben.

Dein “Iconic Piece” für den Concept Store “Insider” ist ein Kordelarmband. Warum hast du es ausgewählt?

Das Iconic Piece für den Concept Store ist ein breites Kordelarmband mit Strasssteinen. Als ehemalige Modedesignerin habe ich von Anfang an textile Elemente in meiner Kollektion aufgenommen. Mit Kordelarmbändern bin ich bekannt geworden, das war auch etwas Neues und ist einfach ein sportliches Element im Schmuck.

In meinen Kollektion arbeite ich häufig mit verschiedenen Farben. Die Schmuckstücke sind ein Mix aus Easy Wear und Sportswear. Für mich passt das wieder ganz gut in die heutige Zeit. Ich versuche verschiedene Stile zusammenzubringen. Das macht die Marke aus. Das „Iconic Piece“ ist aus einer Kollektion, die nicht filigran ist, sondern auch Elemente hat, die groß und bold sind. Von daher schien es mir ein sehr repräsentatives Teil zu sein.

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Ausgefallenen Schmuck gibt es mittlerweile an vielen Stellen – sei es bei den großen Ketten, im Internet oder bei kleineren Designern. Wie bewahrst du dir deine Nische?

Ich habe gerade mein 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Ich habe viel über den Markt nachgedacht, der sich eben so stark verändert hat. Gerade jetzt, wo der Markt so überlaufen ist, habe ich mich gefragt, wie meine Haltung dazu ist. Ich will mich mehr auf den kreativen Part fokussieren. Ich habe einen neuen Laden eröffnet. Da gibt es eine Kollektion, die noch experimentierfreudiger ist. Ich konzentriere mich eher auf die eigenen, kleinen Projekte.

Ich versuche, alles ein bisschen zu entschleunigen und meinen eigenen Rhythmus zu finden.

Das heißt, du fokussierst nicht unbedingt Wachstum, sondern bist mit deiner Unternehmensgröße so zufrieden wie sie ist?

Ich ziehe mich eher zurück. Ich konzentriere mich auf eine Zielgruppe, anstatt zu expandieren. Entweder, man vergrößert sich, oder man konzentriert und verkleinert sich. Ein Zwischending gibt es nicht. Ich mache ja nicht mehr nur Schmuck, ich mache auch eine Kleiderkollektion. Ich möchte diesen Produktionswahnsinn mit den ganzen Kollektionen und Saisons nicht mehr mitmachen. Ich versuche, alles ein bisschen zu entschleunigen und meinen eigenen Rhythmus zu finden. Durch die Veränderungen im Markt und die Auswirkungen durch die politische Lage ist es für kleine Marke generell schwieriger geworden.

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Inwieweit machen sich politische Geschehnisse im Schmuckmarkt bemerkbar?

Die letzten zwei bis drei Jahre waren besonders turbulent. Das hat teilweise geopolitische Ursachen, wie zum Beispiel die Fukushima Katastrophe, als der japanische Markt eingebrochen ist oder die Attentate in Paris. Darauf folgte eine Zeit großer Unsicherheit und rückläufiger Umsätze im Wholesalebereich. Dazu kommt natürlich auch der gesamte Umbruch in der Branche, zum Beispiel Onlinehandel versus stationärem klassischem Retail. Schmuck im speziellen ist ein Zusatzprodukt, was Einkäufer schnell dazu kaufen können, da es kein großes Budget erfordert. Andererseits können sie Schmuck auch gut weglassen, weil er eben nicht wie ein Pullover ein Funktionsgut ist, das man jede Saison einkauft.

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Ist der deutsche Markt relativ konstant?

Der deutsche Markt ist auf jeden Fall ein sehr starker, wichtiger und konstanter Markt. Für mich persönlich ist der deutsche Markt besonders für meinen eigenen Laden und den Onlinestore wichtig. Hier verkaufe ich natürlich vor allem an den Endkunden.

Was fasziniert dich nach wie vor am Schmuckdesign?

Schmuckdesign ist einfach toll, weil man so unheimlich viele Materialien in kleinen Dingen kombinieren kann. Hierbei hat man viele Freiheiten in der Formsprache und der Materialauswahl, das macht es so endlos. Außerdem gibt es ja auch viele verschiedene Möglichkeiten Schmuck zu tragen. Es macht einfach Spaß, weil man mit neuen Materialien experimentieren und ausprobieren kann.

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Über 120 Designermarken findet man zu vergünstigten Preisen im McArthurGlen Designer Outlet Neumünster.

Was machst du, wenn du Ideen-Flaute hast?

Da muss man einfach dran bleiben. Klar, wenn nichts mehr geht, setzt man sich einfach mal ein paar Tage nicht dran. Dann gibt es Momente, in denen flutscht es wieder. Oft ist man einfach entscheidungsschwach. Da hat man so unheimlich viele Ideen und verzettelt sich.

Was machst du, wenn du dich nicht entscheiden kannst?

Meistens lasse ich die Arbeit erstmal liegen. Manchmal verrennt man sich und arbeitet zu lange an etwas, dann braucht man erstmal Abstand. Mir hilft es immer, eine Nacht darüber zu schlafen oder andere Dinge zu machen. Manchmal hilft es auch, jemand anderen zu fragen.

Die kreativen Parts meiner Arbeit sind die Momente, die ich am meisten liebe.

Was würdest du machen, wenn du keine Schmuckdesignerin wärest?

Für mich ist das Kreative ein ganz wichtiges Element. Die kreativen Parts meiner Arbeit sind die Momente, die ich am meisten liebe. Ich glaube aber, die Kreativität würde ich in jeder Arbeit unterbringen. Es gibt natürlich viele spannende Berufe, zum Beispiel Berufe, die einen anderen Verantwortungsgrad haben. Oder soziale Berufe. Wichtig hierbei ist, dass man eine Faszination für das hat, was man tut und das auch lebt.

Hier findet ihr das McArthurGlen Designer Outlet Neumünster:

Fotos: Pelle Buys / McArthur Glen

Layout: Lisa-Marie Vogler

– Werbung – Diese Story ist in Zusammenarbeit mit dem McArthurGlen Designer Outlet Neumünster entstanden –

 

 

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