MAATÏ MAATÏ – das neue Yogalabel, das Gutes tut

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Bevor Leonie Sevastie Lepenos ihr eigenes Yoga-Label gründete, konnte sie den Yoga-Trend lange Zeit nicht ausstehen und ging stattdessen lieber boxen, um einen Ausgleich zu ihrem oft stressigen Alltag zu finden. Erst der Wunsch nach einem bedeutungsvolleren Job, ein Orthopäde und eine stinkende Gummimatte führten dazu, dass die 27-Jährige im letzten Jahr ihr Label MAATÏ MAATÏ und ihren dazugehörigen Online-Shop launchte. Mit ihren Produkten will sie Yoga modernisieren und Hilfsprojekte unterstützen. Dass man beim Yoga auch ganz ohne esoterischen Firlefanz auskommt, Spiritualität auf zeitgenössische Art leben kann und dabei seinem Körper und seiner Seele etwas Gutes tut, hat Leonie inzwischen verinnerlicht. Wir haben mit der gebürtigen Berlinerin über Herausforderungen beim Gründen, ihre Inspiration und den Wunsch, Gutes zu tun, gesprochen.

 

femtastics: Du wohnst im eher ruhigen Bezirk Friedenau, der zu Schöneberg gehört. Warum hast du dir diesen Wohnort ausgesucht?

Leonie Sevastie Lepenos: Ich bin gebürtige Schönebergerin. Ich habe mich allerdings gar nicht bewusst für den Bezirk entschieden, es ist eher so passiert. Zuvor habe ich in Mitte gewohnt, aber als Gegensatz zur heutigen schnelllebigen Zeit und der ganzen Arbeit und dem Stress, den man hat, genieße ich es nun total, hier etwas ruhiger, außerhalb des Trubels zu wohnen. Als ich diese Wohnung das erste Mal sah, habe ich mich direkt verliebt und je länger ich hier wohne, desto mehr weiß ich diesen Kiez zu schätzen.

Was macht den Kiez für dich besonders?

Die Vielfalt. Anfangs hatte ich befürchtet, dass hier nur Senioren leben, weil Friedenau den Ruf hat, gut bürgerlich zu sein. Aber es kommen immer mehr junge Familien und Künstler her. Geschichtlich haben hier schon immer viele Künstler und Kreative gelebt und das spürt man auch. Es kommt vor, dass man nur zum Bäcker möchte und dort ehrliche, tiefgründige und inspirierende Gespräche entstehen. Das finde ich total berührend.

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Das Interview führt femtastics-Autorin Lea.

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Die Hängematte ist ein Souvenir aus Mexiko.

Hast du einen Lieblingsort in Berlin?

Der Wald am Wannsee! Nirgends kann ich so gut abschalten wie dort. Einfach mal raus aus der Stadt, mitten in der Natur sein und rundherum ist es grün. Da komme ich komplett zu mir. Inzwischen ist es zu einem richtigen Ritual geworden, dass mein Freund und ich jeden Samstag mit dem Hund dorthin fahren und im Wald spazieren. Darauf freue ich mich die ganze Woche!

Welchen Lieblingsplatz hast du hier in deiner Wohnung?

Ganz klar, die Hängematte! Die habe ich von einer Reise aus Mexiko mitgebracht. Sie ist nicht nur ein schönes Objekt, es schwingen auch Erinnerungen an eine tolle Zeit mit.

Was bedeutet für dich Zuhause?

Der Begriff hat sich in den letzten Jahren für mich gewandelt, denn mittlerweile spielt sich hier eigentlich alles ab. Das Private, aber eben auch meine Arbeit. Hier sind mir all die Ideen gekommen, hier habe ich alles entwickelt, hier habe ich meinen Businessplan geschrieben. Es ist also nicht nur mein Zuhause, sondern auch das Zuhause von MAATÏ MAATÏ.

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Während einer Yoga-Stunde lag ich auf einer dieser stinkenden Gummimatten, die es in jedem Fitnessstudio gibt und dachte mir: Es kann doch nicht sein, dass ich mir etwas Gutes tun möchte und dann aber diese giftigen Stoffe einatme!

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Yogamatte mit Tasche von MAATÏ MAATÏ

Wie bist du auf die Idee gekommen, MAATÏ MAATÏ zu gründen?

Ich habe BWL studiert und anschließend im Marketing gearbeitet. Irgendwann machte mich das nicht mehr glücklich. Auf der Suche nach einem Ausgleich habe ich mit Meditation angefangen, was mich wiederum zum Yoga brachte. Während einer Meditation fing ich an, Muster zu sehen. Ganz klar und deutlich in tollen Farben. Zuerst dachte ich: Jetzt werde ich verrückt – und ich wusste damit noch nichts anzufangen. Es hat mich aber auch neugierig gemacht. In einer darauffolgenden Yoga-Stunde lag ich auf einer dieser stinkenden Gummimatten, die es in jedem Fitnessstudio gibt, und dachte: Es kann doch nicht sein, dass ich mir etwas Gutes tun möchte und dann aber diese giftigen Stoffe einatme! So kam ich auf die Idee, eine Yogamatte zu entwickeln, deren Oberfläche natürlich und so nachhaltig wie möglich ist –  und die Muster damit zu verknüpfen.

Wie ging es dann weiter?

Lange hatte ich die Idee, die Muster auf Yogamatten zu drucken. Aber als ich das erste Mal nach Portugal gereist bin, um die Korkbauern kennenzulernen und gesehen habe, wie dieses Material an Bäumen heranwächst und wie die Bauern den Kork ernten, das war total magisch! Ich wollte den Kork dann doch nicht mit Farben verdecken, er sollte natürlich bleiben. Stattdessen kam ich auf die Idee, die Muster auf Meditationstücher zu drucken. Das Schöne an den Tüchern ist, dass man sie nicht nur beim Yoga benutzen, sondern auch als Accessoire tragen kann. So habe ich dann auch meinen Fokus gefunden, nämlich Spiritualität auf eine moderne Art in den Alltag bringen. Weg vom Eso-Touch, den ich selbst nicht mag. Es geht auch anders, auch wenn das in Deutschland vielleicht noch nicht so populär ist.

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Machst du dein Label jetzt hauptberuflich?

Parallel zur Label-Gründung arbeite ich nebenbei weiterhin im Marketing-Bereich. Ich vermute, das geht vielen Gründern so. Zumindest am Anfang arbeitet man nebenbei woanders, um laufende Kosten zu decken.

Wie hat deine Familie auf die Idee der Gründung reagiert?

Ich habe das große Glück, dass mich meine Familie grundsätzlich in allem unterstützt, was mich glücklich macht. Meine Mutter fand die Idee direkt toll. Mein Vater ist auch selbstständig, daher hat er mir Hürden aufgezeigt und hatte Bedenken, als ich meinen unbefristeten Vertrag kündigte und alle Sicherheit aufgab, um mich in das große neue Abenteuer zu stürzen. Inzwischen ist es total schön zu sehen, wie sich sein Denken ändert, wenn er sieht, wie sehr mich MAATÏ MAATÏ erfüllt.

Ansonsten habe ich ehrlicherweise gar nicht so viel darüber gesprochen, mit keinen weiteren Verwandten oder vielen Freunden. Ich wollte mich selbst nicht verrückt damit machen, zu viele Meinungen zu hören. Den Drang, etwas Eigenes zu machen, seine Visionen zu verwirklichen – und dies dann auch wirklich zu tun – können nicht viele Leute nachvollziehen. Denn es bedeutet in jedem Fall: Raus aus der Komfortzone! Und gerade wie ich dazu gekommen bin – durch die Meditation – ist wohl für viele erst recht nicht nachvollziehbar.

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Jedes Symbol, das Leonie für ihre Maati Maati-Produkte verwendet, hat eine Bedeutung für sie – und für das jeweilige Hilfsprojekt, dem ein Teil des Erlöses gespendet wird.

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Wie bist du bei der Gründung deines Labels vorgegangen?

Die ersten Schritte waren holprig. Für die Entwicklung der Korkmatte habe ich sehr lange gebraucht. Kork ist ein wunderschönes Material und ich wollte unbedingt daran festhalten. Aber es ist nicht einfach, Kork so zu produzieren, dass er flexibel ist, nicht bricht, rutschfest ist und man ihn rollen kann. Deswegen habe ich mich eine gefühlte Ewigkeit mit der Produktion beschäftigt. Auch die richtigen Produzenten zu finden, hat lange gedauert. Produzenten, die verstehen, was man will, die einem sympathisch sind und die eigenen Werte teilen; die zudem offen sind, ein kleines Unternehmen ernst zu nehmen und auch geringere Stückzahlen zu produzieren. Das war ein großes Thema. Allein diese Produzentenrecherche habe ich fast zwei Jahre lang betrieben. Natürlich ist der ganze Gründungspapierkram auch super anstrengend. Aber das schafft man!

Hast du ganz klassisch einen Businessplan geschrieben? Und wie hast du die Gründung finanziert?

Ja, das habe ich. Ich habe direkt meinen Job gekündigt, weil ich so sehr an meine Idee geglaubt habe. Für Banken war ich dann aber nicht mehr kreditwürdig. Deswegen hat es mit einem Kredit leider nicht geklappt. Ich war also noch mehr darauf angewiesen, tolle Produzenten zu finden, die ebenfalls an meine Idee glauben und mir dementsprechend gute Preise machen, ohne, dass ich riesige Stückzahlen abnehme. Letztlich hat meine Familie finanziell in mein Label investiert. Das wollte ich zuerst gar nicht annehmen, aber es macht das Ganze noch persönlicher und schöner. Das sind einfach die Menschen, denen ich vertraue und die an mich glauben. Also habe ich ein ganz tolles Familienunternehmen!

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Ich habe direkt meinen Job gekündigt, weil ich so sehr an meine Idee geglaubt habe. Für Banken war ich dann aber nicht mehr kreditwürdig.

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Die Yogablöcke und -matten werden aus Kork in Portugal gefertigt.

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Welche Hürden gab es während der Gründung?

Hauptsächlich die inneren. Wenn anfangs Zweifel aufkamen, man nachts plötzlich aufwachte und dachte: Was tust du hier eigentlich, du hast meditiert und willst sofort deinen Job hinschmeißen, alle Sicherheit über Bord werfen und jetzt ein Yoga-Label machen?! Ich praktiziere ja selbst noch gar nicht so lange Yoga. Die größte Hürde war wirklich, mir selbst zu vertrauen. Zu lernen, dass ich selbst genug bin und ich das alleine schaffe. Natürlich waren meine Familie und mein Freund als mentaler Support immer da. Aber die Dinge anpacken und Lösungen finden, muss man am Ende selbst. Man darf auch nicht verletzt sein, wenn Freunde manchmal kein Verständnis haben oder der Support fehlt. Das ist kein böser Wille, Außenstehende sehen oder verstehen manchmal gar nicht, mit welchen Problemen man gerade kämpft.

Und was hat dir während der Gründung am meisten geholfen?

Letztlich kam auch das nicht von außen, sondern ich habe das alles mit mir selbst ausgemacht. Wenn etwas nicht lief, bin ich zum Yoga gegangen, hab mich abreagiert und wusste dann wieder, wofür ich es tu. Vor allem, wenn ich auf einer dieser stinkenden Gummimatten lag. Außerdem war es oft so, dass, wenn es einen schlechten Tag gab, etwas Schönes passiert ist. Daran denke ich auch jetzt immer wieder, wenn es mal schwierig ist. Alleine wenn ich daran denke, wie dankbar die Korkbauern sind, dass da auf einmal ein neuer Abnehmer ist in einer ganz neuen Branche und ihr Kork international nicht mehr nur für Weinkorken oder im Bauwesen verwendet wird. Dieser Aspekt, dass ich auch etwas für Andere tu, ist ein total schönes Gefühl.

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Die größte Hürde war wirklich, mir selbst zu vertrauen.

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Welche Tipps würdest du Menschen geben, die überlegen, sich selbständig zu machen?

Vertrauen in sich selbst zu haben. Man sollte das Ganze nicht zu verbissen angehen. Das ist auch ganz wichtig, um nicht irgendwann wahnsinnig zu werden. Man macht alles selbst und gibt alles, daher darf man sich nicht ständig mit anderen Unternehmern vergleichen. Am Ende muss es einem immer noch Spaß machen – von der Idee bis hin zur Umsetzung. Und: Nicht zu sehr über alles nachdenken, sondern einfach machen!

Das ist ganz wichtig, um nicht irgendwann wahnsinnig zu werden: Man macht alles selbst und gibt alles, daher darf man sich nicht ständig mit anderen Unternehmern vergleichen.

Was hat sich für dich privat verändert seit deiner Gründung?

Ich habe auf jeden Fall weniger Zeit für Privates. Mein Label hat, neben der Familie und meinen engsten Freunden, momentan einfach Prio 1. Smalltalk-Freundschaften fallen weg, aber das ist auch okay so. Ich schlafe viel weniger als früher. Der Zeitaspekt ist also wirklich extrem. Man entwickelt zum Glück eine innere Kraft, um das alles zu schaffen. Aber so richtig nach Arbeit fühlt es sich sowieso nicht an.

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Leonie hat Meditationstücher entworfen, die man sowohl beim Yoga nutzen als auch als Accessoire tragen kann.

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Welche Tools nutzt du, um MAATÏ MAATÏ bekannt zu machen?

Ganz klassische Pressearbeit: Ich habe Presse-Mailings geschrieben, rausgeschickt und hinterhertelefoniert. Außerdem nutze ich natürlich die sozialen Netzwerke. Instagram ist die wichtigste Plattform und für mich ein guter PR-Kanal. Der Channel soll vor allem als Inspiration dienen, ich möchte dort nicht zu viel Werbung für meine Produkte machen, sondern will vielmehr ein Lebensgefühl vermitteln und zeigen, wofür mein Label steht.

Erzähle uns etwas genauer von deiner Kollektion!

Es gibt die Meditationstücher, die den klassischen Maßen einer Yogamatte entsprechen. Während der Shavasana, der Endposition im Yoga, kann man sich damit zudecken oder sie auf die Matte legen. Die Tücher gibt es momentan in drei Designs, bei denen ich mit der psychologischen Farbwirkung arbeite. Alle Tücher sind aus Modal und Kaschmir und werden in einer italienischen Familienmanufaktur hergestellt. Dann gibt es die Yogamatten, ebenfalls in drei verschiedenen Varianten. Alle sind aus Kork gefertigt und mit dem kleinen Auge als Logo relativ schlicht gehalten. Passend dazu gibt es drei Taschen, die mit unterschiedlichen Patches bestickt sind. Und natürlich den Yoga-Block.

Was zeichnet die Produkte von MAATÏ MAATÏ aus?

Das Besondere an den Produkten ist, dass zehn Prozent jedes verkauften Artikels an verschiedene Hilfsprojekte gespendet werden und jedes Design eins dieser Projekte symbolisiert. Die Tasche mit den Augen unterstützt ein Hilfsprojekt, das Blindheit in Ghana bekämpft. Das Modell mit den Kakteen und Elefanten unterstützt Elephant Family, ein Hilfsprojekt aus Großbritannien. Die Delphintasche ist für ein Delphinhilfsprojekt in der Ägäis. Mit den Löwen auf dem Meditationstuch unterstütze ich den WWF. Und mit allen Korkprodukten wird an ein portugiesisches Naturschutzprojekt gespendet.

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Ich glaube, dass es glücklich macht, zu helfen und Gutes zu tun.

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Das ist eine tolle Sache! Wie hast du die passenden Hilfsorganisationen ausgewählt?

Das war ganz schön anstrengend. Ich habe sehr viel recherchiert und auch mit Freunden gesprochen, die sich auskennen oder Kontakte haben. Das Problem ist oftmals, dass bei Hilfsprojekten nur ein kleiner Teil der Spendengelder wirklich ankommt. Da habe ich wirklich Nächte lang gesessen und das Kleingedruckte gelesen und herumtelefoniert. Mir ist es wichtig, dass das Geld wirklich hilft. In Ghana gibt es viele Organisationen, die sich mit dem Thema Blindheit beschäftigen. Deswegen bin ich total dankbar, dass ich eine Organisation gefunden habe, die mit Augenärzten vor Ort zusammenarbeitet. Das Geld muss also nicht nur ankommen, sondern die Hilfe sollte vor allem effektiv sein.

Als Start-up muss man ständig auf seine Kosten achten. Warum ist es dir trotzdem wichtig, zu spenden?

Ich glaube, dass es glücklich macht, zu helfen und Gutes zu tun. Ich hatte immer Angst davor, größenwahnsinnig zu werden. Durch meinen früheren Job hatte ich gelegentlich mit sehr wohlhabenden Menschen zu tun, die total abgedreht und so ziemlich die unglücklichsten Menschen waren, die ich je kennengelernt hatte. Um dem entgegenzuwirken, wollte ich mich von Anfang an anders ausrichten.

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Was bedeutet der Name MAATÏ MAATÏ?

Ich bin Halbgriechin und im griechischen bedeutet “Maatï”: das Auge. Das Symbol des Auges kennt man als Glücksbringer gegen böse Blicke, gegen Neid und um sich zu schützen. Meine Großmutter ist in ihrem Heimatdorf als Dorfhexe bekannt. Wenn jemand krank ist, wird sie als Erste gerufen. Dann macht sie ihr Ritual “Maatï Maatï”, woran sie fest glaubt. Es ist also in gewisser Weise ein Familien-Insider. Aber Maatï, also das Auge, soll auch dafür stehen, visuell ansprechende Produkte anzubieten, die unabhängig von ihrem Nutzen schön aussehen. Und es spielt auf das dritte, das innere Auge an, mit dem man sich darauf besinnt, was wirklich wichtig ist.

Warst du eigentlich bei allen Produktionsstätten persönlich vor Ort?

In Portugal und Italien war ich persönlich vor Ort. Aber nach Asien habe ich es bisher noch nicht geschafft. Dort hatte ich bisher Kontakt per Skype und kenne Videomaterial aus den Produktionsstätten. Ich pflege zu allen Produzenten einen sehr engen Kontakt.

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Hast du ein Erlebnis deiner Reisen besonders in Erinnerung?

Bei den Korkbauern in Portugal war es besonders nett. Bei einem Besuch habe ich gefragt, ob ich den Kork ernten dürfe. Diese Frage hat für großes Entsetzen gesorgt. Die Bäume sind für sie heilig. Da darf niemand außer der Familie ran. Es hat mich wirklich beeindruckt, wie dort mit den Materialien umgegangen wird. Daher musste ich mich vor allem in Portugal erst einmal beweisen und Vertrauen aufbauen. Als mir das gelungen war, war es mit den Matten ein großes Hin und Her und ich wusste eigentlich nie, wann sie bei mir ankommen. Eines Tages standen riesige Pakete vor meiner Tür und plötzlich waren die Matten da. Eine Rechnung gab es allerdings nicht. Das zeigt, wie sehr das Vertrauen gewachsen ist. Mich hat dieser Wandel total beeindruckt. Beim zweiten Besuch durfte ich mit Hilfe des Bauern dann auch ein Stück Kork ernten.

Wo lagerst du deine Ware und verschickst du noch alles selbst?

Ich mache das tatsächlich alles selbst. Ich kontrolliere die Ware selbst, arbeite die Bestellungen ab und mache die Produkte versandbereit. Mein Freund amüsiert sich gerne darüber, wieviel Zeit ich mir für ein einzelnes Paket nehme. Als Lager dient unser ehemaliges Arbeitszimmer. Ich führe also ein typisches Gründerleben, hoffe aber, dass ich bald ein externes Lager finde, bevor es meinem Freund zu viel wird.

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Könntest du dir vorstellen, einen Store mit deinen Produkten zu eröffnen?

Ich habe unglaublich viele Visionen und Ideen für das Label. Ein klassischer Store kommt dabei zwar nicht vor, aber so eine Art Wohlfühloase, ein Retreat-Center steht definitiv auf meiner Liste. Das ist auch ein Grund, warum ich den Januar auf Bali verbringen werde. Dort werde ich eine Yogalehrer-Ausbildung machen, um in Zukunft das Label weiter auszubauen und beispielsweise mit selbstentwickelten Yoga-Stunden zu kombinieren. Diese sollen dann die Themen der Tücher – Vertrauen, Freude und Erdung – wieder aufgreifen. In so einem Retreat-Center soll es dann natürlich auch die Produkte zu kaufen geben. Dann würde ich irgendwann auch total gerne eine Foundation gründen. Ich bin sehr dankbar, dass ich so tolle Hilfsprojekte gefunden habe, aber selbst diese Hilfsgelder noch enger steuern zu können und noch näher dran zu sein an den Menschen, die Effekte direkt zu sehen, das wäre sicherlich wunderschön!.

Ich habe Yoga lange probiert und fand es jedes Mal schrecklich. Weil es in den Fitnessstudios durchweg als Fitnesssport vermittelt wurde.

Welche Rolle spielt Yoga in deinem Leben?

Ich habe Yoga lange Zeit immer wieder ausprobiert und fand es jedes Mal schrecklich. Weil es in den Fitnessstudios durchweg als Fitnesssport vermittelt wurde. In einer Yogaklasse musste jeder den Kopfstand machen, sofort. Wer ihn nicht gemacht hat, musste den Kurs verlassen. Das ist total verrückt und passt gar nicht zur eigentlichen Philosophie von Yoga. Irgendwann kam ich in ein Yoga-Studio, wo ich erst verstanden habe, wie alles verknüpft ist. Das war ein totales Aha-Erlebnis. Es fühlte sich gut an und fing an, Spaß zu machen. Seit fast zwei Jahren mache ich jeden Morgen Yoga und war seitdem nicht mehr krank. Ich habe gelernt, mich selbst zu heilen und ich glaube, dass Yoga viel dazu beiträgt.

Was rätst du jemandem, der diese anfängliche Skepsis gegenüber Yoga hat?

Auf jeden Fall in ein vernünftiges Yoga-Studio zu gehen. Gerade wenn man Yoga noch nicht regelmäßig macht, rafft man sich Zuhause nicht selbst auf. Das hat bei mir auch nie geklappt. Ich würde daher jedem empfehlen, drei Stunden in einem Studio durchzuziehen. Wenn es einem dann keinen Spaß macht, kann man immer noch aufhören. Man sollte  jedenfalls nicht nur einen Yoga-Kurs im Fitnessstudio ausprobieren. Da gibt es definitiv einen qualitativen Unterschied. Mir hat mein Orthopäde irgendwann gesagt, ich hätte einen Rücken wie eine 80-Jährige. Das hat mich getroffen, weil ich immer irgendeinen Sport gemacht habe, aber anscheinend immer den falschen Sport. Er befahl mir quasi, Yoga zu machen. Das hat mir geholfen, die ersten drei Yoga-Stunden durchzuhalten. Jetzt liebe ich Yoga!

Vielen Dank für das Gespräch. Namaste!

 

Hier findet ihr Maati Maati:

Fotos: Sophia Lukasch

Interview: Lea Braskamp

Layout: Carolina Moscato

 

 

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