„Beauty Brands sollen mehr Diversität auf Instagram zeigen!“ – Asita Morgan vom Beautiful Concept Store „Philokalist“

24. August 2020

Frankfurt ist eine spannende Stadt, die viel zu bieten hat, was das urbane Herz höher schlagen lässt. Gründerin Asita Morgan, die auf eine steile Karriere in der Beauty-Branche zurückblicken kann, aber fehlte etwas: ein Concept Store für besondere Beauty-Produkte. Sie träumte von einem neuen, modernen Ladenkonzept rund um außergewöhnliche Produkte und Nischentrends, so wie sie es aus ihrer Zeit in New York kannte, als sie dort für den internationalen Beauty-Konzern „Cosnova“ tätig war. Gesagt, getan: Mit ihrer Kollegin Katharina Hatwich hat Asita im November 2019 den Concept Store „Philokalist“ eröffnet. Wir besuchen Asita zu Hause und in ihrem Shop und sprechen mit ihr über die Beauty-Branche, das Leben als Gründerin und wie sie ihre beiden 50-Prozent-Jobs unter einen Hut bekommt.

Asita Morgan wohnt zusammen mit ihrem Freund in Frankfurt.

Wir holen unbekannte Brands nach Deutschland und unterstützen so andere Start-ups.

femtastics: Asita, was steckt hinter dem Konzept von „Philokalist“?

Asita Morgan: Ein beautiful Concept Store! Wir haben im November 2019 eröffnet und sagen bewusst „beautiful“ und nicht „beauty“, weil wir nicht nur den Bereich Beauty, abdecken, sondern zum Beispiel auch Accessoires, Haushaltsprodukte und Nischentrends.

Was genau bedeutet der Name „Philokalist“?

Der Name spielt eine wichtige Rolle, denn er bedeutet so viel wie „der Liebhaber des Schönen“. Genau das sind wir und bieten wir im Laden an: schöne und stylische Produkte. Unser Fokus liegt hier auf natürlichen Inhaltsstoffen und nachhaltigen Verpackungen. Wir holen hier unbekannte Brands nach Deutschland und unterstützen so andere Start-ups.

Man findet bei „Philokalist“ unsere absoluten Lieblingsprodukte, die wir von unseren Reisen kennen und lieben gelernt haben.

Wie ist die Vorgeschichte zu eurer Gründung?

Katharina und ich arbeiten beide jeweils noch zu 50 Prozent bei „Cosnova“ (hinter dem Konzern stecken die Marken „Essence“, „L.O.V“ und „Catrice“) und sind praktisch in der Beauty-Branche zu Hause. Wir waren beruflich beide in New York. Dort ist uns aufgefallen, wie viele coole Concept Stores es gibt. Wir haben ausgefallene und tolle Produkte entdeckt, die hier in Deutschland nicht erhältlich sind. Deshalb kam uns die Idee, einen eigenen Store zu eröffnen, mit all diesen spannenden Brands und Produkten, die wir mittlerweile selbst so lieben.

Nach welchen Kriterien sucht Ihr die Beauty-Produkte aus?

Man findet bei „Philokalist“ unsere absoluten Lieblingsprodukte, die wir von unseren Reisen kennen und lieben gelernt haben. Wir haben am Anfang verschiedene Brands angeschrieben, die wir cool finden – zum Beispiel über Instagram. Mittlerweile werden wir sogar von den Unternehmen direkt angeschrieben und inzwischen haben wir mehr Brands aus Deutschland bei uns, wie z.B. „Merme“, „The Glow“ und „SWYPE“. Uns ist es wichtig, eine gute Mischung anzubieten – für verschiedene Hauttypen und Geschmäcker. Katharina und ich wählen nur Produkte aus, mit denen wir beide einverstanden sind. Das wollen wir auch den Kunden vermitteln.

Ich liebe meine beiden Jobs und würde keinen der beiden aufgeben wollen.

Wie vereinst du die Arbeit im Store mit deinem anderen Job?

Da ich nur 50 Prozent bei „Cosnova“ arbeite, kann ich die anderen 50 Prozent meiner Arbeitszeit in „Philokalist“ investieren. Ich liebe meine beiden Jobs und würde keinen der beiden aufgeben wollen. Klar ist es auch mal sehr viel Arbeit, aber gerade zu Zeiten von Corona ist es durch das Homeoffice leichter geworden. Und wenn deine Arbeit auch dein Hobby ist, fühlt sich der Job viel mehr nach Freizeit als nach Pflicht an.

Wie hat sich die Corona-Krise auf euren Start ausgewirkt?

Zur Eröffnung im November 2019 war noch alles gut, allerdings mussten wir dieses Frühjahr zwei Monate schließen und seitdem ist es definitiv ruhiger. Das Einkaufserlebnis ist leider ganz anders geworden – mit Maske und Abstand halten macht es natürlich nicht mehr so viel Spaß, gemütlich im Store zu shoppen. Aber wir haben Wege gefunden, trotzdem präsent zu bleiben. Wir geben mit unserem Online-Shop ordentlich Gas und haben während des Lockdowns Bestellungen persönlich innerhalb von Frankfurt ausgeliefert. Dadurch haben wir eine tolle Community aufgebaut, für die wir sehr dankbar sind.

Was Rassismus angeht, kann ich nur hoffen, dass sich endlich etwas bewegt und nicht nur die PoC Community, sondern auch alle anderen Menschen versuchen, gegen Rassismus anzukämpfen und darüber laut zu sprechen.

Thema Diversität in der Beauty-Branche: Welche Erfahrung hast du hier gemacht?

Ich habe das Glück sehr privilegiert zu sein und wurde aufgrund meines Aussehens oder Geschlechtes, so glaube ich, beruflich noch nie abgelehnt. Jedoch sehe ich, dass es ein eurozentrisches Schönheitsbild gibt, dem ich natürlich nicht entspreche. Aber ich komme im Bereich Beauty gut klar, da ich mich hier voll auskenne. Was Rassismus angeht, kann ich nur hoffen, dass sich endlich etwas bewegt und nicht nur die PoC Community, sondern auch alle anderen Menschen versuchen, gegen Rassismus anzukämpfen und darüber laut zu sprechen. Wenn ich auf Instagram interessante Brands sehe, schreibe ich sie gezielt an und ermutige sie dazu, mehr Diversität in ihrem Feed zu posten. Ich finde das wichtig.

Wie wirst du als Gründerin wahrgenommen?

Dazu kann ich nicht viel sagen, da wir ja noch relativ frisch in der Selbstständigkeit sind. Generell könnten Gründer*innen mehr Unterstützung von den Behörden bekommen. Wir wussten manchmal nicht weiter und haben uns die Frage gestellt: Haben wir überhaupt an alles gedacht? Da wird einem nicht viel geholfen – eine Checkliste wäre zum Beispiel hilfreich. Aber zum Glück haben wir ein tolles Netzwerk und von überall Hilfe bekommen, sodass am Ende alles gut geklappt hat.

Welche Tipps hast du für Gründer*innen?

Wenn ihr Hilfe braucht, schreibt mir! (Lacht) Ich kann nur allen raten: Fragt nach Hilfe, wenn ihr nicht weiterwisst! Außerdem ist es wichtig, seine Materie und sein Business zu verstehen, in allen Details. Befasst euch vor allem anfangs vorrangig mit den Themen, die ihr nicht so mögt. Bei mir waren das zum Beispiel die Themen Buchhaltung und Steuern.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Durch Corona hat sich vieles verändert, auch mein klassischer Berufsalltag. Morgens sitze ich im Homeoffice und arbeite für „Cosnova“, mittags gibt es einen schnellen Lunch, dann gehts ab in den „Philokalist“ Store. Die kürzeren Arbeitswege durch das Homeoffice erleichtern mir den Alltag gerade enorm.

Den Beautiful Concept Store „Philokalist“ hat sie 2019 mit Co-Gründerin Katharina Hartwich eröffnet.

Mir ist es wichtig, dass wir gesund sind und unsere Jobs weiterhin gut laufen.

Hast du einen ultimativen Pflegetipp für uns auf Lager?

Facial mist und Eyepads im Kühlschrank aufbewahren – das ist der beste Tipp für den Sommer! Außerdem habe ich gelernt, dass man mehr mit seiner Haut und ihren selbstproduzierten Ölen arbeiten sollte. Ich benutze seit langem morgens keinen Cleanser mehr, sondern einen Toner. Die Haut ist ein tolles Organ, das sich in gewisser Weise selbst pflegt, also bitte nicht zu viel peelen, sondern die Haut selbst arbeiten lassen.

Wo siehst du dich in ein paar Jahren?

Ich bin sehr happy und dankbar wie es gerade läuft und hoffe, dass das so bleibt. Ich denke positiv und nicht zu groß. Mir ist es wichtig, dass wir gesund sind und unsere Jobs weiterhin gut laufen. Denn Corona hat gezeigt, es kommt oft anders als man denkt.

Co-Gründerin Katharina Hartwich und Asita zusammen im Store!

Wie beurteilst du Frankfurt in Bezug auf kleine inhabergeführte Stores?

Frankfurt ist eine tolle und vielfältige Stadt, aber ich finde mehr Mut und der Community-Gedanke fehlen etwas. Hier ist noch viel Platz für weitere Konzepte und Ideen. Frankfurt hat Potenzial, von allem die Braubachstraße, in der sich unser Store befindet.

Danke Asita! Wir wünschen dir und Katharina weiterhin viel Erfolg mit eurem Concept Store!

Hier findet ihr „Philokalist“:

Braubachstraße 28
60311 Frankfurt am Main

Fotos: Andrei Haurylenka
Layout: Kaja Paradiek

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