Janina Krinke hat sich mit „Bon Voyage Interieur“ den Traum vom eigenen Store erfüllt und holt uns den Sommer nach Hause

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7. April 2022
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Wenn man „Bon Voyage Interieur“ in Hamburg-Eppendorf betritt, fühlt man sich direkt in ein sommerliches Ferienhaus versetzt: Bunte Keramik, Körbe und Rattanmöbel treffen auf elegantes Pariser Design, der Blick wandert von verzierten Kissen über schöne Seifen zu außergewöhnlicher Tischdekoration. Hier lebt Gründerin Janina Krinke ihre Liebe für Interior Design und den Süden aus. Schon während ihrer Karriere als Moderedakteurin träumte die Wahlhamburgerin von ihrem eigenen Laden und sammelte Ideen. Irgendwann wagte sie den Schritt, sich den Traum zu erfüllen.

Wir treffen Janina auf einen Kaffee und französische Croissants in „Bon Voyage Interieur“ und sprechen darüber, wie sie den beruflichen Neustart geschafft hat, wo sie die besonderen Produkte für ihren Laden findet (inklusive Reisetipps!) und warum sie mit „Bon Voyage“ gerne auswandern möchte.


Unser Partner dieses Beitrags ist „C&A“. Janina Krinke trägt Stücke aus der neuen Leinen-Kollektion, die aus European Flax (R) besteht, welcher nachhaltig in Europa angebaut wird. Die Kollektion beinhaltet Blazer, Shorts, leichte Hosen sowie Jumpsuits – also die perfekten Looks für den Frühling und Sommer von Hamburg bis zur Côte d’Azur.


femtastics: Du hast ursprünglich Modejournalismus studiert und über zwanzig Jahre als Redakteurin gearbeitet. Wann entstand dein Interesse für Einrichtung?

Janina Krinke: Meine Mutter hatte eine Einrichtungsladen in Gütersloh und ich habe als Jugendliche bereits mitgearbeitet und sie zu Einrichtungsmessen begleitet. Meine Mutter und meine Oma hatten beide ein Interesse an Einrichtung, so bin ich damit groß geworden. Es war früher schon mein Traum, irgendwann einen eigenen Laden zu haben, aber es hat mich erst in den Journalismus gezogen.

„Bon Voyage Interieur“ findet sich im Lehmweg in Hamburg-Eppendorf.
Janina Krinke trägt eine weiße Leinenhose mit nachhaltigem Leinen aus der neuen Kollektion von „C&A“.

Es war früher schon mein Traum, irgendwann einen eigenen Laden zu haben, aber es hat mich erst in den Journalismus gezogen.

Wie kam es dazu, dass du irgendwann den Schritt gegangen bist, deine bisherige Karriere zu verlassen und deinen eigenen Laden zu eröffnen?

Ich habe jahrelang als Moderedakteurin gearbeitet, aber als das Magazin „Flair“ entwickelt wurde, habe ich die Chance bekommen, das Living-Ressort zu leiten. Dabei hat sich mein Wunsch verstärkt, einen eigenen Laden zu gründen, weil ich so viele tolle Dinge entdeckt habe, die es in Hamburg alle nicht zu kaufen gab. Dann haben wir ein Interview mit der Designerin Sarah Lavoine aus Paris gemacht, deren Designs bislang noch nicht in Deutschland erhältlich waren, und ich dachte: „Bevor jetzt alle auf sie kommen, muss ich die Initiative ergreifen!“.

Wie ging es los als die Entscheidung feststand? Was waren die ersten Schritte?

Ich bin mit einem Portfolio nach Paris geflogen. Das hatte ich zusammen mit einer Grafikerin ausgearbeitet, um das Konzept für meine Laden vorzustellen. Ich bin damit auch zu Sarah Lavoine gegangen und habe gefragt, ob sie mich als exklusive Händlerin in Deutschland haben möchten und bereit sind, zu warten, bis ich ein Ladenlokal gefunden habe. Sie haben Ja gesagt.

Auf dem Weg zum Store: Janina trägt einen Nadelstreifen-Leinenblazer mit nachhaltigem Leinen aus der neuen Kollektion von „C&A“.

Ich habe rund anderthalb Jahre beides gemacht: Vormittags stand eine Mitarbeiterin hier im Laden, während ich in der Redaktion gearbeitet habe, nachmittags war ich im Laden. Und alles andere – die Buchhaltung, die Bestellungen, … – habe ich abends und am Wochenende gemacht.

Zu dem Zeitpunkt hast du aber noch als Redakteurin gearbeitet?

Als das Magazin „Flair“ eingestellt wurde, bin ich zum Magazin „Couch“ gewechselt und habe dort beide Ressorts – Mode und Living – geleitet. Meine damalige Chefredakteurin, Daniela Kamps-Dastyari, hat es mir ermöglicht, auf eine halbe Stelle zu reduzieren – obwohl ich zwei Ressorts geleitet habe – damit ich ausprobieren kann, ob meine Idee mit dem Laden funktioniert. Ich hätte, wenn alle Stricke gerissen wären, sogar wieder auf eine volle Stelle in meinem bisherigen Job aufstocken können. Das hat mir die Entscheidung leicht gemacht, weil ich ggf. weich gefallen wäre.

Ich habe dann rund anderthalb Jahre beides gemacht: Vormittags stand eine Mitarbeiterin hier im Laden, während ich in der Redaktion gearbeitet habe, nachmittags war ich im Laden. Und alles andere – die Buchhaltung, die Bestellungen, … – habe ich abends und am Wochenende gemacht. Ich habe rund um die Uhr gearbeitet. Als ich gemerkt habe, dass der Laden funktioniert, habe ich meinen Redakteurinnenjob ganz aufgegeben.

„Ich liebe es, Blazer zu Jeans und Boots oder Heels zu kombinieren“, sagt Janina.

Was hat dir damals Energie gegeben, um so viel arbeiten zu können?

Ich bin eh ein Arbeitstier und kann viel „wegschaffen“, aber gerade, wenn man weiß, dass es um den eigenen Traum geht und es unbedingt funktionieren muss, hat man auch die Energie dafür.

Das Konzept für deinen Store war dir von Anfang an klar?

Das war lange schon klar. Ich habe schon anderthalb Jahre bevor ich den Laden gegründet habe einen Instagram-Account für „Bon Voyage“ gestartet und mein Logo entwickelt. Ich habe die Welt rund um meinen Store schon kreiert, weil ich fest überzeugt war, dass ich ihn irgendwann eröffnen werde. In meinem Handy hatte ich eine Liste von Marken und Designer*innen, die ich mir notiert habe, wann immer ich etwas entdeckt habe, das ich für meinen zukünftigen Laden passend fand.

Hattest du immer schon so eine Liebe zum Süden?

Man findet mich im Urlaub immer eher im Süden am Strand als im Schnee oder in den Bergen. Außerdem liebe ich diesen Look: das Mediterrane gepaart mit einer gewissen französischen Eleganz. Ich habe hier im Laden primär französische Firmen, neben ein paar italienischen und spanischen.

Gerade, wenn man weiß, dass es um den eigenen Traum geht und es unbedingt funktionieren muss, hat man auch die Energie dafür.

Janina stylt die weiße Leinenhose von „C&A“ zu einer Streifenbluse für einen sommerlichen, schicken Look.

Wie hast Du dieses wunderschöne Ladenlokal in so guter Lage gefunden?

Das war Zufall. Eine Freundin von mir hat mich darauf hingewiesen, dass der Laden frei wird. Ich hatte mir vorher einen Laden in der Hegestraße angesehen und den leider nicht bekommen, was mich damals total traurig gemacht hatte, aber dann kam ein paar Wochen später dieser Laden daher.

Findest du Produkte und Hersteller für deinen Store immer noch viel unterwegs auf Reisen?

Ich will nicht sagen „Wenn ich im Urlaub bin, arbeite ich auch“, aber ich schaue mir Manufakturen an, ich gehe in Galerien, ich suche nach limitierten Ausstellungsplakaten … Ich bin immer auf der Suche nach schönen Dingen für meinen Laden.

Janina trägt einen hellen Leinenblazer mit nachhaltigem Leinen und Bastgürtel von „C&A“.

Ich liebe diesen Look: das Mediterrane gepaart mit einer gewissen französischen Eleganz.

Die bunte Keramik stammt aus Italien – perfekt für das Sommer-Feeling zu Hause!

Recherchierst du das vorab und machst dir eine Liste, wo genau du hinwillst, oder machst du diese Entdeckungen zufällig?

Oft mache ich mir im Vorfeld eine Liste. Letztes Jahr habe ich vier Tage zusammen mit Jana Krentzlin, die meine ehemalige Kollegin und eine Freundin ist, auf Mallorca verbracht und wir haben Malerwerkstätten, Keramiker*innen und viele andere Produzent*innen besucht. Aber manchmal ergeben sich Entdeckungen auch spontan.

Wohin reist du am liebsten?

Ich bin einmal pro Jahr auf Formentera, das kenne ich wie meine Westentasche. Da liege ich am Strand und lese oder sitze für ein langes Mittagessen im Strandrestaurant. Ich habe auch ein Faible für griechische Inseln. Beruflich bin ich zweimal im Jahr in Paris und Mailand für die Möbeldesignmessen. Zudem mache ich gerne Kurztrips – als nächstes nach Südfrankreich. Das finde ich wichtig für die Inspiration.

Welcher Ort war deine letzte besondere Entdeckung?

Die griechische Insel Antiparos fand ich supertoll. Außerdem hat mich die französische Stadt Arles total begeistert. Dort findet immer ein Fotofestival statt, es gibt viele Galerien, schöne Restaurants und die Stadt hat kulturell viel zu bieten.

Foto links: Janina liebt Farbakzente zu Hause; Foto rechts: Schirmkappe aus Bast von „C&A“.

Ich bin einmal pro Jahr auf Formentera, das kenne ich wie meine Westentasche.

Spiegelt sich deine Liebe zum Süden auch modisch in deinem Kleiderschrank wider?

Das ist eine ähnliche Stilmischung wie in meinem Laden: Ich liebe Boho-Blusen, Leinen, schicke Blazer kombiniert mit Jeans und hohen Schuhen.

Wie groß ist denn noch deine Leidenschaft für Mode, dein ehemaliges Metier?

Zwischenzeitlich war sie abgeebbt, aber jetzt habe ich wieder viel Spaß an Mode. Ich mache allerdings nicht alle Trends mit, sondern bleibe meinem Stil treu. Ich weiß, was mir steht und gefällt.

Du bietest auch Interior Design an. Geht es da immer um ganze Wohnungen oder Häuser oder kann man sich auch mit einem kleineren Thema an dich wenden?

Sowohl als auch. Wir bieten von der umfassenden Komplettplanung bis zu einem kleinen Konzept für einzelne Räume alles an.

Was ist dir persönlich bei Einrichtung wichtig? Worauf achtest du, wenn du einen Raum neu einrichtest?

Grundsätzlich ist es natürlich wichtig, dass es zu den Kund*innen passt. Ich dränge natürlich nicht jedem denselben Look auf. Ich achte auf eine schöne Farbkombination und mache mir Gedanken, wie man vorhandene Stücke integrieren kann, damit man nicht zwingend alles neu kaufen muss – das ist ja auch eine Budgetfrage. Vieles dabei ist intuitiv und ergibt sich in Absprache mit den Kund*innen und in den Räumen.

Geflochtene Tasche (Foto links) und sommerliche Cap (Foto rechts) von „C&A“.

Wir bieten von der umfassenden Komplettplanung bis zu einem kleinen Konzept für einzelne Räume alles an.

Was macht einen gut eingerichteten Raum aus?

Er muss eine gewisse Wärme ausstrahlen. Man muss sich einfach sofort wohlfühlen, wenn man reinkommt. Es soll sich wie ein Zuhause, nicht wie ein Ausstellungsraum anfühlen.

Wichtig ist auch, dass die Möbel gut arrangiert sind. Wir machen oft Möbelstellpläne, weil die Position der Möbel im Raum so viel ausmacht. Aber es lässt sich schlecht allgemein formulieren, wie man das am besten macht, weil es von Raum zu Raum unterschiedlich ist.

Sieht es bei dir zu Hause stilistisch genauso aus wie hier im Store?

Ja, das könnte man sagen. Der Store spiegelt meinen privaten Geschmack wider. Ich kaufe nur Dinge ein, die ich selbst schön finde und hinter denen ich persönlich stehe. Das heißt auch, dass ich gewisse Trends einfach nicht mitmache. Ich versuche, Produkte zu verkaufen, die nicht trendy, sondern zeitlos sind. Das bezieht sich auf Materialien genauso wie auf Farben oder Muster.

Welche Pläne hast du für „Bon Voyage“?

Viele meiner Kund*innen haben Häuser auf den Balearen und ich habe dort auch schon ein Projekt betreut. Ich möchte gerne noch mehr Ferienhäuser einrichten. Und mein Traum wäre es, einen eigenen Showroom auf einer der Balearischen Inseln zu haben. Ich spreche Spanisch und bin wie gesagt ja auch selbst sehr gerne dort. Es wäre schön, wenn das irgendwann klappt, das würde die Sache sehr rund machen.

Das können wir uns gut vorstellen. Vielen Dank für das Gespräch, Janina!


Hier findet ihr „Bon Voyage“:



Lehmweg 33, 20251 Hamburg



Layout: Kaja Paradiek

– Werbung: In Zusammenarbeit mit „C&A“ –

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