Künstlerin Johanna Dumet: „An sich selbst zu glauben, ist der beste Erfolg, den man haben kann.“

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29. März 2021

Ihr Atelier in Hohenschönhausen in Berlin versprüht dank einer Fülle von Farben und hellen Sonnenstrahlen gute Laune und Lebensfreude – ebenso wie Johanna Dumet selbst. Die 29-jährige Französin ist mit großformatigen, farbstarken Ölgemälden, die Luxuslabels zitieren, sommerliche Tischszenen zeigen oder Lebensmittel naiv-bunt stilisieren, bekannt geworden. Wir besuchen Johanna in ihrem Atelier, das sie sich mit ihrem Freund Manuel Wroblewski teilt, und sprechen mit ihr über ihren Stil, die Berliner Kunstszene und die Bedeutung von sozialen Medien im Kunstmarkt.

femtastics: Wie bist du zum Malen gekommen?

Johanna Dumet: Ich habe mit dem Malen angefangen als ich fünf Jahre alt war. Ich war ein schüchternes Kind und gerne alleine. Aber ich war der Liebling meiner Lehrerin im Kindergarten und bei einer Aufführung am Ende des Jahres durfte ich die Königin der Blumen sein. Es wurde ein großes Schloss aus Karton gebaut und meine Aufgabe war es, das ganze Schloss zu bemalen. Ich erfand Geschichten von Menschen, die im Schloss lebten. Meine Lehrerin sagte zu meinen Eltern: „Ihre Tochter kann Tag und Nacht malen.“. An diesen Moment erinnere ich mich sehr gut. Damals beschloss ich, Malerin zu werden. Natürlich hatte ich während meiner Kindheit noch andere Wunschberufe, aber das war immer in meinem Hinterkopf. Und jetzt bin ich tatsächlich Künstlerin. Dieses kleine Mädchen wäre sehr stolz.

Ich versuche immer, mich an meine Kindheit zu erinnern – als ich frei und glücklich war und keine Probleme hatte.

Wie hast du deinen Stil gefunden?

Das kam ganz natürlich. Manche sagen, mein Stil sei naiv und kindisch. Aber es gibt viele Konstruktionen und Perspektiven, sodass man merkt, dass ich eine Erwachsene bin. Ich habe nur die Freiheit, auf eine kindliche Art zu malen. Ich versuche immer, mich an meine Kindheit zu erinnern – als ich frei und glücklich war und keine Probleme hatte. Wir lebten auf dem Land und ich konnte alles tun, was ich wollte. Das ist der Grund, warum ich Künstlerin bin: Auf meiner Leinwand kann ich machen, was ich will. Mein Stil kommt also von diesem Glück meiner Kindheit.

Ich male zudem schnell. Das muss ich, weil ich es liebe, im Moment zu arbeiten. Ich denke nicht zu viel nach. Ich interessiere mich nicht für Details. Es muss nicht wirklich realistisch sein, damit die Leute es erkennen. Ich versuche, so minimalistisch wie möglich zu malen. Die Farben sprechen mehr als die Formen.

Besonders die Farben harmonieren in deinen Arbeiten und spielen eine große Rolle.

Es ist bei jeder kreativen Arbeit dasselbe. Wenn du ein Lied oder ein Buch schreibst, wie fängst du an? Man kann über alles schreiben. Und so ist es auch beim Malen. Wie entscheidet man sich zu malen und welche Farben zusammenzustellen? Man tut es einfach. Ich denke jeden Tag darüber nach, jeden Moment. Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich Farben. Mein kreativer Prozess ist immer in Gang. Nonstop. Es ist anstrengend.

Das Interview führt femtastics-Autorin Kira Rosenkranz (links).

Wenn ich meine Augen schließe, sehe ich Farben. Mein kreativer Prozess ist immer in Gang. Nonstop.

Aber auch aufregend, oder? Man sieht die Welt auf eine andere Weise.

Ich versuche, alles als Inspiration zu sehen. Zum Beispiel dieses hellblaue Gebäude dort. Und daneben das orangefarbene Haus. Das sind wunderschöne Farben. Ich habe sie in dem Bild mit der Torte aufgegriffen, aber bis eben nicht mal darüber nachgedacht.

Bleibst du deinem Stil immer treu? Oder malst du manchmal in einem anderen Stil?

Nicht mehr. Bei meiner allerersten Ausstellung in Barcelona war mein Stil anders. Wenn man zu viel nachdenkt, kann es schwer sein, den eigenen Stil zu finden. Jetzt lasse ich einfach meine Hände die Arbeit machen. Ich habe verschiedene Werkzeuge. Ich benutze zum Beispiel eine Verlängerung als Zeichentool. Meine Hand kontrolliert immer noch, was ich male, aber die Formen sind viel offener. Auf großen Leinwänden ist das wirklich interessant, es entstehen verrückte Formen. Das sind meine Lieblingsmomente. Ich arbeite auch mit der linken Hand, wenn ich nicht ins Detail gehen will.

Meine Schule war eine Kunstschule. Wir haben gelernt, realistisch zu malen. Ich weiß also, wie das geht, aber ich habe nicht die Geduld, den ganzen Tag vor der Leinwand zu stehen und ein kleines Ding zu malen. Für mich ist es nicht interessant, wenn es zu präzise ist. Dann kann man auch einfach ein Foto machen. Ich möchte etwas Anderes als Resultat haben.

Für mich ist es nicht interessant, wenn ein Bild zu präzise ist. Dann kann man auch einfach ein Foto machen.

Du bist vor acht Jahren nach Berlin gezogen. Wie kam es dazu?

Ich habe in Marseille Modedesign studiert und bin dann für ein Jahr mit meiner besten Freundin nach Barcelona gegangen. Es war nicht das Wahre für mich – zu viel Party und keine Arbeit. Dann brachten mich Freunde auf die Idee, als Künstlerin nach Berlin zu ziehen. Meine Eltern halfen mir beim Umzug. Ich habe sehr schnell eine Wohnung in Kreuzberg gefunden, was pures Glück war. Ich habe Freund*innen gefunden, Künstler*innen kennengelernt, aber es hat Jahre gedauert, bis ich da war, wo ich jetzt bin. Berlin kann auch ganz schön schwierig sein, weil es so viele Künstler*innen gibt. Wie sticht man da heraus? Ich musste mich wirklich oft hinsetzen und darüber nachdenken, wie ich es schaffen kann.

Wen oder was findest du in der Berliner Kunstszene spannend?

Es sind vor allem die Galerien, die ich spannend finde. Vor Kurzem war der Galerist Johann König hier, mit dem wir zusammenarbeiten werden. Zwei Arbeiten werden in einer Ausstellung im Mai gezeigt und wir planen weitere Ausstellungen. Das ist ein wahr gewordener Traum. Ich gehe seit Jahren in die „König Galerie“ und höre seinen Podcast „Was mit Kunst“. Als Johann König mit seiner kleinen Tochter hier war, war er so lustig und sympathisch. Ich war stolz, aber es ist immer noch ein bisschen überwältigend, weil das alles neu für mich ist.

Spannend sind auch die Berliner Agenturen. Wir arbeiten mit „Bam Berlin“ für das „Gallery Weekend“ zusammen und wir haben auch ein Projekt mit „Highsnobiety“ gemacht. Diese ganzen Berliner Kreativ-Communities sind interessant.

Ich war nicht auf der Universität der Künste in Berlin oder einer Kunsthochschule, wo man nach dem Abschluss Kontakte bekommt, also musste ich es ganz alleine schaffen.

Du hast ein schönes Instagram Profil, das dich und deine Arbeit widerspiegelt, und hast dort auch deine Kunst verkauft. Muss sich ein*e Künstler*in heutzutage auf Instagram selbst inszenieren, um entdeckt zu werden? Ist der klassische Weg über Galerien überhaupt noch zeitgemäß?

Es gibt so viele Künstler*innen da draußen – woher sollen die Leute von dir wissen? Als ich mit dem Malen begonnen habe, habe ich mich gefragt, wie ich in eine Galerie komme. Und ich habe es einfach gegoogelt: „Wie komme ich in eine Galerie?“. Das ist so eine einfache, naive Frage, aber so wichtig. Regel Nummer eins ist, dass sie dich finden müssen. Du kannst sie nicht ansprechen. Aber wie sollen sie mich finden, wenn ich den ganzen Tag im Atelier arbeite? Man muss zu Eröffnungen gehen und sich sichtbar machen. Das habe ich getan. Aber es ist schwer, man kommt nicht wirklich ins Gespräch und wenn man sagt, dass man eine Künstlerin ist, ist es den Galerist*innen oft egal. Google sagte außerdem, man müsse mit eine*r Künstler*in befreundet sein, die in diesen Galerien ausgestellt werden, und sie könnten einen in die Galerie bringen. Aber wie kann ich mich mit diesen Leuten anfreunden? Ich war nicht auf der Universität der Künste in Berlin oder einer Kunsthochschule, wo man nach dem Abschluss Kontakte bekommt, also musste ich es ganz alleine schaffen. Instagram war für mich die einzige Möglichkeit, mich und meine Arbeit sichtbar zu machen. Auf Instagram kann ich sagen, was ich will und mich zeigen wie ich will. Es ist mein Arbeitswerkzeug. Und es funktioniert. Ich habe darüber eine Menge Fans bekommen. Das ist toll. Die Leute schätzen meine Arbeit. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich auf Instagram sein will. Die Masse mag es, sexy Mädchen zu folgen. Aber das ist nicht die Art wie ich mich präsentieren möchte.

Deine Arbeit steht für sich selbst.

Genau. Das habe ich mir als Kind immer gewünscht. Ich wollte berühmt sein und anhand meiner Kunst erkannt werden. Und das beginnt jetzt. Instagram ist also ein guter Weg. Natürlich bin ich manchmal müde – ich bekomme jeden Tag Nachrichten und ich beantworte alle selbst. Das ist zeitaufwändig.

Aber es funktioniert für dich sehr gut. Du bist mittlerweile in unterschiedlichen Galerien, wie der „König Galerie“ und der „Galerie Droste“, vertreten. Regelmäßig oder nur zeitweise?

Im Moment sind es nur diese Projekte. Ich habe eine Traumgalerie und solange ich nicht bekomme, was ich wirklich will, möchte ich mich an niemanden binden. In der „Galerie Droste“ werden 20 Werke gezeigt, das ist eine Menge Arbeit. Die meisten von denen, die hier stehen, werden dort zu sehen sein. Sie haben schon zehn bekommen, die auch schon verkauft sind, und die Ausstellung ist im Mai. So ähnlich war das auch bei einer Ausstellung in der „Weserhalle“ im Juli, bei der alles am Tag nach der Eröffnung ausverkauft war. Einerseits ist das toll, aber es ist auch ein bisschen traurig, wenn die Leute kommen und alles ist schon verkauft. Bei der „König Galerie“ gibt es den Vorverkauf für Sammler*innen und andere Leute können oft keine Werke mehr kaufen. Ich will mich nicht zu sehr in den geschäftlichen Teil einmischen. Aber wenn die Leute mich fragen, ob sie ein Kunstwerk kaufen können, dann liegt es nicht mehr an mir. Und das ist seltsam, denn es ist meine Arbeit und ich kann sie nicht mehr an meine Freunde*innen verkaufen.

Johanna Dumet teilt sich ihr Studio mit ihrem Freund Manuel Wroblewski. Nicht nur privat harmonieren die beiden, auch ihre künstlerischen Arbeiten – großflächige, farbenfrohe Ölmalereien von Johanna und aus biegsamen Holzstreifen geformte Skulpturen von Manu – ergänzen einander.

Du musst deine Arbeit lieben, bevor du sie online stellst. Warte nicht, bis die Leute dir sagen, ob sie gut oder schlecht ist. Wenn du selbst denkst, dass sie gut ist, hast du schon gewonnen.

Die überdimensional großen Objekte hat Manuel Wroblewski kreiert.

Hast du denn eine*n Agent*in?

Ja, sie ist meine Managerin und Agentin, aber sie regelt eher Kooperationen, wie die Arbeit mit der „Vogue Russland“ und jetzt mit der „Vogue Deutschland“. Um die Galerien kümmere ich mich selbst. Denn sie nehmen bereits 50 Prozent des Verkaufspreises und wenn ich meine Agentin dann noch bezahlen muss, bleibt am Ende wenig für mich übrig. Letztes Jahr habe ich vor allem über Instagram verkauft und 100 Prozent des Erlöses bekommen. Aber was fehlte, war die Ausstellung meiner Bilder. Ein schöner Raum, in dem man alle Arbeiten zusammen sehen kann. Für mich ist es besser, wenn meine Arbeit an eine*n Sammler*in oder ein Museum geht. Man kann sagen, dass das nicht fair sei. Aber wenn mein schönstes Bild in irgendeiner Wohnung in Hohenschönhausen hängt, dann bringt mich das nicht weiter.

Und das alles lerne ich gerade. Es ist learning by doing. Am Anfang habe ich nur verkauft, um Geld zu verdienen, aber jetzt geht es nicht mehr nur ums Verkaufen, sondern darum, an wen und mit wem. Und wenn die Galerie viel für einen tut, sind 50 Prozent Provision in Ordnung. Die „Galerie Droste“ hat zum Beispiel einen Katalog mit meinen Arbeiten gemacht. Und in der „König Galerie“ vertreten zu sein, treibt die Preise nach oben. Die Preise meiner Arbeiten liegen jetzt zwischen 3.000 und 6.000 Euro, was immer noch „Instagram-Preise“ sind. Ich will auf 10.000 bis 20.000 Euro gehen. Das wird auch passieren, wenn ich mit Galerien zusammenarbeite. Sie helfen mir, aufzusteigen, weil sie auch mehr Geld mit meiner Arbeit verdienen wollen.

Die Preise meiner Arbeiten liegen jetzt zwischen 3.000 und 6.000 Euro, was immer noch „Instagram-Preise“ sind. Ich will auf 10.000 bis 20.000 Euro gehen. Das wird auch passieren, wenn ich mit Galerien zusammenarbeite.

Hast du es schwerer in der Kunstszene und auf dem Kunstmarkt, weil du keine Kunstausbildung im klassischen Sinn hast?

Gerade in Deutschland ist die Kunstszene in dieser Hinsicht sehr konservativ. Ich bin keine Deutsche, ich bin eine Frau, ich habe Mode studiert und ich ziehe mich gerne schick an. Die Leute können nicht akzeptieren, dass ein hübsches, junges Mädchen tatsächlich technisch begabt sein kann, hart arbeitet und eine Botschaft zu vermitteln hat. Es ist immer noch so, dass die Leute einen nicht ernst nehmen. Am Anfang war das ein Problem für mich, aber ich habe meinen Freund Manu, der mir den Rücken freihält und an mich glaubt. Er meinte zu mir, dass ich mich nicht darum kümmern sollte, was die Leute sagen. Meine Arbeit ist gut, ich liebe sie. Das ist auch, was ich jungen Künstler*innen immer sage: Du musst deine Arbeit lieben, bevor du sie online stellst. Warte nicht, bis die Leute dir sagen, ob sie gut oder schlecht ist. Wenn du selbst denkst, dass sie gut ist, hast du schon gewonnen.

Ich bin keine Deutsche, ich bin eine Frau, ich habe Mode studiert und ich ziehe mich gerne schick an. Die Leute können nicht akzeptieren, dass ein hübsches, junges Mädchen tatsächlich technisch begabt sein kann, hart arbeitet und eine Botschaft zu vermitteln hat.

Du selbst denkst, dass du gut bist?

Ich denke, ich bin eine gute Malerin. Ja, ich habe Mode studiert und das kann man heute in meiner Arbeit sehen. Gott sei Dank bin ich nicht auf eine Kunsthochschule gegangen, wo mir ein*e Lehrer*in gesagt hat, was gut und was schlecht ist. Denn wer sind sie, dass sie mir sagen, was gut und schlecht ist? Es ist einfach Kunst. Dadurch bin ich viel freier. Und wurde nicht von eine*r schlechten Lehrer*in beeinflusst. Die meisten Menschen, die ich inspirierend finde, waren auch nicht auf einer Kunsthochschule.

Kann man digitale Präsentation von Kunst mit realer gleichsetzen? Oder: Glaubst du an die Aura von künstlerischen Arbeiten?

Ich hatte im Februar eine kleine Online-Ausstellung in New York, aber ich würde es nicht wieder tun. Diese Online-Sachen funktionieren für mich nicht. Als ich über Instagram meine Arbeiten verkauft habe, habe ich die Leute immer gefragt, ob sie vorbeikommen und es sich im Original ansehen wollen. Es ist etwas Anderes. Natürlich kaufe ich auch Sachen online, aber oft bekomme ich sie und bin enttäuscht. Online-Ausstellungen und Messen wie die „Art Basel“ schaue ich mir gar nicht erst an. Ich bin absolut kein Online-Mensch. Mein Computer ist neun Jahre alt und wir haben auch keinen Computer im Atelier. Ich liebe es, Dinge zu erschaffen, die man anfassen kann. Bei einem Gemälde kann man das Öl riechen, man kann es sehen und man kann es anfassen. Ich möchte, dass alle Sinne wach sind und online sind sie es nicht.

Gott sei Dank bin ich nicht auf eine Kunsthochschule gegangen, wo mir ein*e Lehrer*in gesagt hat, was gut und was schlecht ist. Denn wer sind sie, dass sie mir sagen, was gut und schlecht ist? Es ist einfach Kunst.

Wann ist man als Künstler*in erfolgreich? Was macht für dich Erfolg aus?

Wenn du deine Arbeit siehst und gut findest, ist das schon ein persönlicher Erfolg. An sich selbst zu glauben, ist der beste Erfolg, den man haben kann. Denn Kritik bekommt man immer. Man braucht keine Galerie, um als Künstler*in erfolgreich zu sein. Es gibt so viele gute Künstler*innen da draußen, die noch nicht entdeckt wurden. Für mich ist Erfolg vielleicht die Tatsache, dass ich keine anderen Jobs habe, sondern hauptberuflich als Künstlerin arbeite. Und dass die Leute meine Arbeiten sehen und sie auch ohne den Namenszug als Arbeiten von Johanna Dumet erkennen.

Ist Kunst für dich ein Luxusgut?

Künstlerin zu sein, ist purer Luxus. Ich kann jeden Morgen im Bett frühstücken, ins Atelier gehen und malen, was ich will. Ich kann reisen und überall auf der Welt malen. Ich kann auf dem Land am Meer leben. Es ist die totale Freiheit.

Kunst an sich ist auch ein Luxusprodukt. Sie ist nicht für jeden erschwinglich. Manchmal denke ich, sie sollte es sein, aber das geht nicht. Eine künstlerische Arbeit ist etwas Einzigartiges, man arbeitet stundenlang daran. Allein die Leinwand kostet schon ein paar Hundert Euro. Sie kann nicht für jeden bezahlbar sein. Und nicht jede*r will Kunst kaufen. Es ist schon ein elitäres Ding. Auch wenn es, zum Beispiel durch Instagram, weniger elitär wird.

An sich selbst zu glauben, ist der beste Erfolg, den man haben kann. Denn Kritik bekommt man immer.

Würdest du dir wünschen, dass die Kunstszene anders funktioniert?

Generell sollte die Kunstszene ein bisschen transparenter sein. In der „König Galerie“ stehen an jeder Arbeit die Preise. Das ist gut, weil es den Leuten klarer macht, dass sie diese Arbeiten tatsächlich kaufen können. Die Menschen denken oft, dass meine Kunstwerke in einer Galerie viel teurer sind als in meinem Atelier. Aber es ist der gleiche Preis. Die Galerie bekommt nur 50 Prozent davon. Wir sollten alle transparenter sein, was Preise angeht. Das ist auch für mich als Künstlerin interessant zu wissen. Wo kann ich mich einordnen? Wo stehe ich? Generell sollte Kunst für jeden zugänglich sein, damit man sie sich anschauen und sich inspirieren lassen kann – auch in Galerien.

Vielen Dank für das interessante Gespräch, Johanna!

 

Johanna Dumet ist Teil der Gruppenausstellung „The artist is online“ vom 18. bis 28. März 2021 und der Messe „St. Agnes“ vom 2. bis 9. Mai 2021 der „König Galerie“ in Berlin. Zum „Gallery Weekend Berlin“ vom 28. April bis 16. Mai 2021 stellen Johanna Dumet und Manuel Wroblewski bei „Bam Berlin“ aus. Vom 15. Mai bis 18. Juni 2021 ist Johanna Dumet in der „Galerie Droste“ in Wuppertal im Rahmen einer Soloausstellung zu sehen.

 

Hier findet ihr Johanna Dumet:

 

Layout: Kaja Paradiek

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