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Paludikultur und Innovation aus dem Moor: Wie "OTTO" aus Moorpflanzen die Paludi-Versandverpackung der Zukunft macht

28. September 2026

geschrieben von Team

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Karla Jabben und Tobias Gruber mit dem preisgekrönten Paludi-Karton von OTTO

Wie "OTTO" aus Moorpflanzen die Versandverpackung der Zukunft macht – und Landwirte dazu anregt, Moore wieder zu vernässen

Online-Shopping ist superbequem und praktisch – wenn da nur nicht der Verpackungsmüll und die damit verbundene Klimascham wären. "OTTO" geht jetzt einen neuen Weg und nutzt Versandkartons, die dazu beitragen können, Moore wieder zu vernässen. Die Rede ist von Paludi-Kartons, Versandkartons, die zum Teil aus sogenannter Paludi-Biomasse bestehen. Diese Biomasse wird in Mooren angebaut und macht es für Landwirt*innen wirtschaftlich attraktiv, Moore wieder zu vernässen. Wie genau das funktioniert, haben wir uns vor Ort im Bremer Teufelsmoor angeschaut.

Für große E-Commerce-Unternehmen ist mehr Nachhaltigkeit eine Mammut-Aufgabe. CO₂-Emissionen entstehen nicht nur in der Produktion, sondern auch beim Transport, Versand und durch Verpackungen. Ein Thema, das wir als Konsument*innen gerne mal verdrängen, wenn Online-Shopping so easy für uns ist. Hier schauen wir aber gerne genauer hin, denn "OTTO" zeigt (mal wieder), dass Onlinehandel auch innovativ sein kann.

Wie kann E-Commerce ressourceneffizienter gestaltet werden?

Innovation und Verpackung spielen schon länger eine zentrale Rolle für "OTTO". Das Unternehmen setzt sich für weniger Textilmüll ein. Hat bereits alle Versandtüten auf recyceltes "WILDPLASTIC®" (aus in der Umwelt gesammeltem Plastikmüll) umgestellt. Jetzt revolutioniert "OTTO" den klassischen Versandkarton. Und hier ist das Wort "revolutioniert" nicht übertrieben. Für diese Innovation wurde das Unternehmen bereits mit dem "Deutschen Verpackungspreis" 2025 in der Kategorie "Nachhaltigkeit / Materialsubstitution" ausgezeichnet.

Worum genau geht's? Um Versandkartons, die zum Teil aus sogenannter Paludi-Biomasse bestehen. Das ist Biomasse, die aus Pflanzen aus nassen Mooren hergestellt wird. Kurz gesagt: Landwirt*innen bauen in den Moore Gräser und Schilf an, die "OTTO" anschließend für seine Versandkartons nutzt. 

OTTO Paludi-Karton im Moor
Nasses Moor mit Pflanzen
Otto Paludi-Karton Detail
OTTO Paludi-Karton im Moor
Nasses Moor mit Pflanzen
Otto Paludi-Karton Detail
OTTO Paludi-Karton im Moor
Nasses Moor mit Pflanzen
Otto Paludi-Karton Detail
OTTO Paludi-Karton im Moor
Nasses Moor mit Pflanzen
Otto Paludi-Karton Detail

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Welche Rolle spielen Moore für CO₂-Emissionen?

Moore spielen eine bedeutende Rolle für den Klimaschutz: Intakte, nasse Moore sind die effektivsten Kohlenstoffspeicher unserer Erde. Sie binden langfristig gigantische Mengen an CO₂.

Das Problem: In Deutschland sind über 90 Prozent der Moore für die Landwirtschaft und den Torfabbau trockengelegt worden. Wenn ein Moor entwässert wird, kommt der Torf mit Sauerstoff in Kontakt, zersetzt sich und gibt das über Jahrtausende gespeicherte CO₂ als Treibhausgas in die Atmosphäre ab. Allein in Deutschland stammen rund sieben Prozent der gesamten jährlichen CO₂-Emissionen aus trockengelegten Mooren! Die Lösung ist simpel, aber wirtschaftlich komplex: Die Moore müssen wiedervernässt werden. Und hier kommt die Paludikultur ins Spiel.

Die Lösung: Was ist "Paludi"?

Paludikultur bezeichnet die land- und forstwirtschaftliche Nutzung von nassen oder wiedervernässten Moorflächen (von "Palus", lateinisch für Sumpf). Anstatt die Flächen trockenzulegen, bauen Landwirt*innen hier speziell angepasste Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben oder Sauergräser an.

Der Clou: Durch die Paludikultur entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz für die Landwirt*innen, ihre Flächen wiederzuvernässen. Der CO₂-Ausstoß wird gestoppt, die Biodiversität kehrt zurück und die Landwirt*innen können dennoch eine Ernte einfahren und wirtschaftlich profitieren.

Diese geerntete Biomasse (Paludi) nutzt "OTTO" als wertvollen Rohstoff für seine Versandkartons. Das Projekt wird im Rahmen der "toMOORow-Initiative" umgesetzt.

Die Innovation: Der "OTTO" Paludi-Karton

Aus dem Moor in den Fashion-Versand: Die von den Landwirt*innen geernteten Nasswiesengräser werden aufbereitet und dem Wellpappenrohpapier beigemischt. Der aktuelle Paludi-Karton besteht zu mindestens zehn Prozent aus dieser Moor-Biomasse (kombiniert mit recyceltem Altpapier und teilweise einem geringen Anteil Frischfaser).

Trotz des unperfekten, rohen Natur-Looks verliert der Karton keinerlei Stabilität. Hochwertige Mode, Seide oder Kaschmir werden genauso zuverlässig vor Feuchtigkeit und Schäden geschützt wie bei herkömmlichen Kartonagen. Er ist recycelbar und wird ganz normal im Altpapier entsorgt. Nach einer erfolgreichen Testphase geht "OTTO" jetzt in die Skalierung: Bis Ende 2027 sollen 100 Prozent aller "OTTO"-Versandkartons einen Paludi-Anteil enthalten.

OTTO Paludi-Versandkarton wird hochgehalten

Vor Ort im Bremer Teufelsmoor: Aus nachhaltig angebauter Paludi-Biomasse entstehen die "OTTO"-Versandboxen der Zukunft.

Im Teufelsmoor bei Bremen wird die Gewinnung von Paludi-Biomasse für die Produktion von Verpackungs- und anderen Materialien gerade in einem Pilotprojekt getestet. Im nächsten Schritt soll das Prinzip auch auf andere Moorflächen übertragen werden, damit mehr Moore wiedervernässt werden.


Alle wichtigen Fakten zum neuen Paludi-Karton im Überblick:

Was ist Paludi überhaupt – und warum sollte mich das interessieren?

Paludi-Biomasse ist ein Rohstoff aus Pflanzen wie etwa Schilf, Rohrkolben und Sauergräsern, die in nassen Mooren angebaut werden können. Nasse Moore sind exzellente CO2-Speicher. Wenn Moore entwässert werden, geben sie den gebundenen Kohlenstoff wieder ab und verursachen dadurch CO2-Emissionen. Deswegen ist es wichtig, intakte Moore zu erhalten und trockene Moore wiederzuvernässen. Mit der Einführung des Kartons mit Paludi-Biomasse möchte "OTTO" einen Beitrag für den Erhalt und die Wiedervernässung von Mooren leisten. Durch die wirtschaftliche Nutzung von Paludi-Biomasse können landwirtschaftlich genutzte und entwässerte Moore renaturiert werden. Neben "OTTO" testen auch andere Unternehmen den Einsatz von Paludi in Produkten. Mehr Informationen zu dem Projekt: https://tomoorow.org/.

Wie ernst meint "OTTO" das? Sind jetzt alle "OTTO"-Kartons aus Paludi?

Aktuell befindet sich "OTTO" in der Umstellung. Bis Ende 2026 sollen mindestens 50 Prozent der "OTTO"-Kartons einen Paludi-Anteil von mindestens zehn Prozent enthalten. Bis Ende 2027 werden dann alle "OTTO"-Versandkartons einen Paludi-Anteil von mindestens zehn Prozent enthalten.

Hat die Verpackung dadurch irgendwelche Nachteile für mich?

Die Verpackung ist genauso stabil und schützt deine Ware genau, wie konventionelle Kartonagen auch.

Muss ich dafür mehr bezahlen?

Nein. "OTTO" berechnet keine Extra-Kosten dafür.

Warum ist das besser als normales Papier oder Karton?

"OTTO" spart nicht nur Frischholzfasern im Verpackungsmaterial: Nasse Moore speichern CO₂ und bieten Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere. Sie fühlen sich in diesen feuchten Lebensräumen zu Hause und bringen gleichzeitig Eigenschaften mit, die "OTTO" für ihr Verpackungsmaterial nutzen kann. Durch die wirtschaftliche Nutzung von Paludi-Biomasse können landwirtschaftlich genutzte und entwässerte Moore renaturiert werden.

Kann ich die Verpackung genauso einfach entsorgen wie bisher?

Ja, du kannst den Karton ganz normal im Altpapier entsorgen.

Worin liegt der Vorteil von Paludi-Kartons gegenüber normalen "OTTO"-Kartons?

Auch herkömmliche "OTTO"-Versandkartons bestehen bereits zu mindestens 80 Prozent aus FSC®-zertifizierter Recyclingwellpappe und sind mehrfach recycelbar. Der eigentliche Mehrwert von Paludi-Kartons liegt daher weniger im Karton selbst als in der Nutzung von Moorpflanzen als Rohstoff: Der wirtschaftliche Anbau von Paludi-Pflanzen schafft Anreize zur Wiedervernässung trockengelegter Moore. Gleichzeitig speichern nasse Moore CO₂ und bieten Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere.

Details dazu findest du hier: "toMOORow-Systain-Machbarkeitsstudie". Den exakten ökologischen Mehrwert der Paludi-Kartons gegenüber herkömmlichen "OTTO"-Kartons lässt "OTTO" gerade von unabhängigen Dritten berechnen. Auf Basis einer Lebenszyklusanalyse werden 2027 genauere Details zum Wasserverbrauch sowie mit der Herstellung verbundenen CO₂-Emissionen veröffentlicht.

Mehr Infos zur innovativen Paludi-Verpackung und der Paludi-Themenwelt findest du direkt bei OTTO.


Foto oben: Karla Jabben und Tobias Gruber mit dem preisgekrönten Paludi-Karton von "OTTO".

Fotos: © OTTO, Jeff Hackbarth

– Werbung: In Kooperation mit "OTTO" –