In Hannah Porsgaards Pflanzenparadies

20. Juni 2015

Mitten in Göteborg, in einem Innenhof rund um die ehemaligen Artillerie-Gebäude, versteckt sich der Pflanzenladen Floramor & Krukatös, der so schön ist, dass ich ihm jedes Mal einen Besuch abstatte, wenn ich in der Stadt bin. Das Besondere: Statt bunter Schnittblumen gibt es hier unzählig viele grüne Pflanzen – vom Olivenbaum über den zarten Asparagus bis zur Brennnessel. Zwischen ihnen finden sich ausgewählte dänische Interior-Produkte und Keramiktöpfe aus eigener Herstellung. Den Laden führt ein Mutter-Tochter-Duo. Eine der beiden, die Tochter Hannah Porsgaard, habe ich bei meinem letzten Aufenthalt in Göteborg endlich persönlich kennengelernt und sie über ihren Laden und aktuelle Pflanzentrends ausfragen können.

 

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Der Laden liegt etwas versteckt in einem Innenhof – erregt mit seinen vielen Pflanzen aber direkt Aufmerksamkeit.

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Femtastics: Was bedeutet der Name „Floramor och Krokatös“?

Hannah Porsgaard: Der Name steht für meine Mutter und mich. Er bedeutet: „Blumenmutter und Keramiktochter“.

Damit hängt auch das Konzept eures Laden zusammen, richtig? Ihr verkauft Pflanzen, Keramik und Interior Design. Wie kamt ihr auf diese Kombination?

Wir interessieren uns beide sehr für Interior Design und Dekoration, deshalb wussten wir, dass wir das in unseren Laden integrieren möchten. Meine Mutter ist Floristin und ich habe Töpferin gelernt. Meine Töpferei liegt hier im Hof, gegenüber vom Laden.

Und dann wolltet ihr das verbinden?

Ja. Meine Mutter hatte früher ein Blumengeschäft hier in Göteborg und ich habe ihr während meiner Ferien ausgeholfen. Irgendwann entstand die Idee, dass wir gerne einen Laden zusammen haben möchten. Und als ich meine Töpferausbildung abgeschlossen hatte, dauerte es vielleicht noch ein Jahr bis wir so weit waren.

Wie habt ihr denn dieses tolle Ladenlokal gefunden?

Wir hatten Glück. Eine gute Freundin meiner Mutter hat einen Laden hier in der Nähe und hat uns ihren Vermieter empfohlen. Wir riefen ihn an und er zeigte uns eine Reihe von Ladenlokalen – aber sie waren alle zu clean, zu weiß. Als er uns dieses Lokal zeigte, war es noch sehr rau, das Café nebenan gab es noch nicht, hier war noch nicht viel los. Aber das gefiel uns. Die Atmosphäre ist so besonders! Und jetzt ist die Nachbarschaft sehr trendy und lebendig.

Die Gebäude hier sind historisch, richtig?

Ja, hier war früher die Göteborger Artillerie. In diesen Gebäuden und Höfen wurden die Pferde gehalten und die Wagen untergebracht.

Was ist das Beste und das Schlechteste daran, einen Laden zusammen mit seiner Mutter zu haben?

Wir arbeiten sehr gut zusammen – das ist das Beste. Wir kennen uns so gut und wir kommunizieren sehr gut mit einander. Außerdem will jeder das Beste für den Anderen, also schiebt niemand unangenehme Arbeit auf den Anderen ab. … Etwas Schlechtes fällt mir eigentlich nicht ein (lacht).

 

Es gibt auf jeden Fall „Trend-Pflanzen“.

 

Teilt ihr euch die Arbeit auf?

Das Meiste machen wir zusammen. Meine Mutter kauft oft morgens Pflanzen ein, während ich in meiner Töpferei arbeite, aber die anderen Aufgaben teilen wir uns.

Wie findet ihr denn die Interior-Produkte, die ihr verkauft?

Wir geben uns viel Mühe mit der Suche und dem Einkauf. Es ist wichtig, besondere Produkte zu haben uns sich von anderen Geschäften zu unterscheiden. Es ist blöd, wenn Leute durch die Läden laufen und überall das Gleiche finden. Wir reisen immer auf viele verschiedene Messen, diesen Frühling waren wir auch in Deutschland.

Wie würdest Du euren Stil beschreiben?

Bei den Pflanzen bevorzugen wir grüne Pflanzen. Wir sind in diesem Sinne kein Blumenladen, sondern eher ein Pflanzengeschäft. Es gibt so viele verschiedene grüne Pflanzen, das finden wir faszinierend. Was die Dekoration betrifft, ist unser Stil ziemlich maskulin, ein bisschen rau. Außerdem richten wir uns nicht allein nach Trends, sondern vertrauen auf unseren Stil.

Grüne Pflanzen in der Wohnung sind gerade ja wieder sehr angesagt. Welche verkauft ihr zurzeit am meisten?

Es gibt auf jeden Fall „Trend-Pflanzen“. Im Moment verkaufen wir sehr viele Pilea peperomiodes, Asparagus oder Zierspargel, Ficus deltoidea, Monstrea, Ginkgo, Geigen-Feige und Sauerklee. Große Indoor-Pflanzen sind wieder sehr beliebt.

Deine Mutter kommt aus Dänemark, richtig? Finden sich dänische Einflüsse in eurem Laden?

Ja, ich denke schon. Circa 80 Prozent unserer Produkte sind dänisch. Meine Mutter hat natürlich einen guten Zugang zu dänischen Produzenten und Labels.

 

Ich denke, dänisches Design ist dem schwedischen voraus.

 

Ist dänisches Design in Schweden genauso angesagt wie in Deutschland?

Ja, wir lieben dänisches Design! Ich denke, die Dänen sind uns voraus. Das ist schon lange so. Schwedisches Design ist im Kommen, aber die Dänen machen das noch etwas besser als wir.

Und was gefällt Dir an Göteborg?

Es ist eine sehr schöne Stadt. Ziemlich klein, aber groß genug. Die Leute sind wirklich nett und die Stadt hat eine gute Atmosphäre.

Da kann ich Dir nur Recht geben. Vielen Dank für das Gespräch, Hannah!

 

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Die Blumentöpfe mit Tierköpfen stammen aus Hannahs Töpferei.

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„Ich habe mit dem Löwenkopf angefangen“, sagt Hannah, „die anderen Motive kamen Stück für Stück dazu.“

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Hier findet ihr Hannah:

   

 

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