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Interior

Zu zweit auf 55 Quadratmetern: "Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht."

16. März 2026

geschrieben von Maike Knorre

Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.

Wie wird aus einer kleinen, verschachtelten Wohnung ein gemütliches Zuhause? Diese Frage hat sich Designerin Lara Joy gestellt, als sie vor zwei Jahren zusammen mit ihrem Partner nach Kopenhagen gezogen ist. Dort wohnen und arbeiten die beiden gemeinsam auf 55 Quadratmetern. Auf ihrem "Instagram"-Profil @imlarajoy zeigt Lara, wie sie aus der kahlen Zweizimmerwohnung ein warmes, durchdachtes Zuhause gemacht hat – mit viel Holz, Grüntönen und selbst designten Objekten.

Und das ohne großes Budget oder konkreten Interior-Plan. Lara Joy steckt in den letzten Zügen ihres Möbeldesign-Masters und findet: Eine Wohnung muss zu den aktuellen Lebensumständen passen und nicht akribisch durchgestylt sein. Ein Gespräch über Einrichten ohne Druck, inklusives Design und warum die besten Ideen oft genau dort entstehen, wo etwas noch nicht stimmt.

Architektin und Möbeldesignstudentin Lara Joy sitzt an ihrem Esstisch und zeichnet in ein Skizzenbuch.

Esstisch, Arbeitsplatz, Ort für kreative Ideen: Am Klapptisch im Wohnzimmer sitzt Designerin Lara Joy auch, als wir sie zu ihrer Kopenhagener Wohnung interviewen.

"Wohnungen sind für mich Lebensabschnittsgefährtinnen. Jede passt zu dem, was man gerade braucht und was das Budget hergibt."
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.

"Der kleinste Schreibtisch, den wir finden konnten", steht neben dem Bett.

Funktional und ästhetisch ist auch die Küchennische eingerichtet.

POV Zweizimmerwohnung: Der Blick vom Schlaf- ins Wohnzimmer.

"Der kleinste Schreibtisch, den wir finden konnten", steht neben dem Bett.

Funktional und ästhetisch ist auch die Küchennische eingerichtet.

POV Zweizimmerwohnung: Der Blick vom Schlaf- ins Wohnzimmer.

"Der kleinste Schreibtisch, den wir finden konnten", steht neben dem Bett.

Funktional und ästhetisch ist auch die Küchennische eingerichtet.

POV Zweizimmerwohnung: Der Blick vom Schlaf- ins Wohnzimmer.

"Der kleinste Schreibtisch, den wir finden konnten", steht neben dem Bett.

Funktional und ästhetisch ist auch die Küchennische eingerichtet.

POV Zweizimmerwohnung: Der Blick vom Schlaf- ins Wohnzimmer.

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femtastics: Du hast in einem Loft in Neuseeland gewohnt, bevor du mit deinem Partner in eine kleine Zweizimmerwohnung in Kopenhagen gezogen bist. Wie kam es dazu?

Lara Joy: Dänemark war eine gemeinsame Entscheidung. Ich habe mich nach einem Masterstudienplatz umgeschaut, mein Freund nach einem Ort, an dem er als Neuseeländer mit Englisch weiterkommt. Wir haben uns bei meinem Gap Year in Neuseeland kennengelernt und ich bin später fürs Studium zu ihm gezogen. Seit zwei Jahren leben wir jetzt in Kopenhagen. Die Wohnungssuche war nicht einfach. Als wir endlich diese Wohnung gefunden haben, war ich erstmal enttäuscht.

In Neuseeland haben wir in einem Loft mit hohen Decken und riesigen Fenstern gewohnt. Der Raum hatte so viel Charakter, dass wir uns kaum Gedanken über Einrichtung machen mussten. Und dann soll ich mir diese weiße, schlichte Box hier schön machen? Als Architektin und studierende Möbeldesignerin gibt mir so eine Wohnung erstmal nichts. Da habe ich auch mit meinem Ego gekämpft und nicht nur mit dem verwinkelten Grundschnitt.

Was waren die größten Herausforderungen beim Einrichten der 55 Quadratmeter?

Erstmal der Grundriss. Für ein normales Sofa war kein Platz, wir haben lange nach einem modularen gesucht, das in genau diese eine Nische passt. Meinen geliebten Esstisch habe ich relativ schnell durch einen platzsparenden Klapptisch ersetzt. Im Schlafzimmer steht der kleinste Schreibtisch, den wir finden konnten, direkt neben dem Bett. Wir arbeiten beide viel von zu Hause – das macht es nicht einfacher. Stauraum schaffen ist natürlich auch eine Herausforderung: unter dem Bett, dem Sofa, und in der Abstellkammer mit Regalen bis zur Decke.

Was ich beim Einrichten der 55 Quadratmeter gemerkt habe: Ich arbeite gerne mit Einschränkungen. Wenn der Rahmen eng ist, werde ich kreativ. Irgendwann haben wir aufgehört, nach der perfekten Lösung zu suchen, und angefangen, Piece für Piece das Beste aus dem zu machen, was möglich ist. Ohne ein fertiges Interior-Konzept im Kopf. Vieles ist vom Flohmarkt oder aus Second-Hand-Shops, auch weil mein Studi-Budget nicht mehr hergibt. Inzwischen bin ich hier am glücklichsten von allen Wohnungen, die ich bisher hatte. Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht.

"Irgendwann haben wir aufgehört, nach der perfekten Lösung zu suchen, und angefangen, Piece für Piece das Beste aus dem zu machen, was möglich ist."
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Architektin Lara Joy in ihrer 55-qm-Wohnung in Kopenhagen.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Architektin Lara Joy in ihrer 55-qm-Wohnung in Kopenhagen.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Architektin Lara Joy in ihrer 55-qm-Wohnung in Kopenhagen.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Architektin Lara Joy in ihrer 55-qm-Wohnung in Kopenhagen.

Die Sofanische ist Laras Lieblingsplatz in der Wohnung.

Ikebana meets DIY-Regal – auch ein Uniprojekt.

Seit zwei Jahren lebt und studiert Lara Joy in Kopenhagen. Ihren Freund hat sie bei einem Gap Year in seiner Heimat Neuseeland kennengelernt.

Die Sofanische ist Laras Lieblingsplatz in der Wohnung.

Ikebana meets DIY-Regal – auch ein Uniprojekt.

Seit zwei Jahren lebt und studiert Lara Joy in Kopenhagen. Ihren Freund hat sie bei einem Gap Year in seiner Heimat Neuseeland kennengelernt.

Die Sofanische ist Laras Lieblingsplatz in der Wohnung.

Ikebana meets DIY-Regal – auch ein Uniprojekt.

Seit zwei Jahren lebt und studiert Lara Joy in Kopenhagen. Ihren Freund hat sie bei einem Gap Year in seiner Heimat Neuseeland kennengelernt.

Die Sofanische ist Laras Lieblingsplatz in der Wohnung.

Ikebana meets DIY-Regal – auch ein Uniprojekt.

Seit zwei Jahren lebt und studiert Lara Joy in Kopenhagen. Ihren Freund hat sie bei einem Gap Year in seiner Heimat Neuseeland kennengelernt.

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Was macht die Wohnung heute zu deinem Zuhause?

Die kleinen Routinen. Morgens Kaffee auf dem Sofa, ein bisschen stricken, bevor der Tag anfängt. Der Holzstuhl, den ich selbst gebaut habe, und die Lampe auf dem Nachttisch, die ich aus einem Stück Metall gebogen habe. Ich bin in einem kleinen Dorf bei Frankfurt aufgewachsen, seit ich ausgezogen bin, war ich eigentlich nie länger als ein Jahr irgendwo. Kopenhagen ist das erste Mal, dass es auf die zwei Jahre zugeht. Wohnungen sind für mich Lebensabschnittsgefährtinnen. Jede passt zu dem, wo man gerade ist, was das Budget hergibt, was man gerade schön findet oder braucht. Und dass man nicht alles für immer festlegen muss – das gefällt mir. Das gilt für die Wohnung genauso wie für das Leben.

Was hat dich dazu bewegt, nach dem Architekturstudium noch Möbeldesign im Master zu studieren?

Ich habe gegen Ende des Studiums gemerkt, dass ich gerne tiefer in eine andere Richtung möchte. Ich habe meine Abschlussarbeit über indigene Architektur in Neuseeland geschrieben und mich dabei mit Holzschnitzereien und skulpturalen Arbeiten befasst, das hat mich fasziniert. Nebenbei habe ich in einem Büro gearbeitet, in dem auch Möbeldesigner*innen saßen. Da ist mir zum ersten Mal aufgegangen, dass man sich auch auf einzelne Objekte konzentrieren kann. Ich habe mich auf den Studienplatz in Kopenhagen beworben, ohne wirklich zu glauben, eine Chance zu haben – ich hatte ja nichts Entsprechendes im Portfolio.

"Mein erstes eigenes Objekt ist ein kleiner Holzstuhl. Der steht jetzt bei uns zu Hause und erinnert mich daran, dass ich mutig bin und auf dem richtigen Weg."
Das Licht fällt durchs Schlafzimmerfenster aufs Bett in Lara Joys Kopenhagener Wohnung.
Aus Holzresten hat Architektin und Möbeldesign-Studentin Lara Joy diesen kleinen Stuhl gebaut.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Das Licht fällt durchs Schlafzimmerfenster aufs Bett in Lara Joys Kopenhagener Wohnung.
Aus Holzresten hat Architektin und Möbeldesign-Studentin Lara Joy diesen kleinen Stuhl gebaut.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Das Licht fällt durchs Schlafzimmerfenster aufs Bett in Lara Joys Kopenhagener Wohnung.
Aus Holzresten hat Architektin und Möbeldesign-Studentin Lara Joy diesen kleinen Stuhl gebaut.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Das Licht fällt durchs Schlafzimmerfenster aufs Bett in Lara Joys Kopenhagener Wohnung.
Aus Holzresten hat Architektin und Möbeldesign-Studentin Lara Joy diesen kleinen Stuhl gebaut.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.

Die Lampe auf dem Nachttisch hat die studierende Möbeldesignerin selbst entworfen und aus einem Stück Metall gebogen.

Der Stuhl aus Holzresten ist Lara Joys erstes eigenes Designobjekt.

Die Lampe auf dem Nachttisch hat die studierende Möbeldesignerin selbst entworfen und aus einem Stück Metall gebogen.

Der Stuhl aus Holzresten ist Lara Joys erstes eigenes Designobjekt.

Die Lampe auf dem Nachttisch hat die studierende Möbeldesignerin selbst entworfen und aus einem Stück Metall gebogen.

Der Stuhl aus Holzresten ist Lara Joys erstes eigenes Designobjekt.

Die Lampe auf dem Nachttisch hat die studierende Möbeldesignerin selbst entworfen und aus einem Stück Metall gebogen.

Der Stuhl aus Holzresten ist Lara Joys erstes eigenes Designobjekt.

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Ist es schwer, dich als Designerin neu zu finden?

Schwieriger als erwartet. In der Architektur hast du klare Vorgaben, Kontext, Nutzer*innengruppen. Im Möbeldesign geht es darum, deinen eigenen Weg zu finden. Ich wusste anfangs gar nicht, wie ich die richtige Entscheidung treffe, wenn mir niemand sagt, was der Entwurf werden soll. Und dann noch alleine in die Werkstatt, an großen Maschinen arbeiten, alles selbst hinkriegen – das war wirklich einschüchternd.

Mein erstes eigenes Objekt war ein kleiner Holzstuhl, den ich aus Resten gebaut habe, die eigentlich weggeschmissen worden wären. Als der fertig war, hatte ich das Gefühl: Ich habe das alleine geschafft. Jetzt kriege ich auch das nächste Projekt hin. Der Stuhl steht jetzt bei mir zu Hause und erinnert mich daran, dass ich mutig bin und auf dem richtigen Weg, wenn mich mal wieder Selbstzweifel verunsichern.

Woran arbeitest du gerade – und was fasziniert dich an Möbeln?

Gerade an einem flexiblen Möbelsystem. Teilen, die man zusammenstecken, verändern und wieder auseinandernehmen kann. Ein Möbelstück, das sich mit einem verändert, statt für immer festgelegt zu sein. Das fing mit einem kleinen Wandregal an, das bei mir im Flur hängt. Jetzt entwickle ich es weiter, wahrscheinlich in Richtung eines Stelltisches mit variabler Höhe. Was mich grundsätzlich an Möbeln fasziniert: dass sie so nah am Körper sind. Ein Stuhl trägt dich, eine Lampe verändert die Stimmung in einem Raum. Kleiner als Architektur, aber genauso viel Haltung drin.

Du arbeitest viel mit Holz und Metall. Was begeistert dich an diesen Materialien?

Beide sind strukturell, ich kann mir vorstellen, wie sie zusammenhalten und was sie tragen können. Das gibt mir eine Grundlage, auf der ich denken kann. Holz hat Wärme und Textur, Metall ist klar, hart, fast kalt. Totale Gegensätze, aber genau das mag ich. Meine Nachttischlampe ist aus einem einzigen Stück Stahl gebogen. Irgendwann beim Rumprobieren ist da plötzlich Charakter draus geworden, den ich gar nicht geplant hatte. Auf solche Momente arbeite ich hin.

Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Im Regal in Lara Joys Kopenhagener Wohnung stehen Alltagsgegenstände und Miniaturen ihrer Möbeldesigns aus dem 3-D-Drucker.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Im Regal in Lara Joys Kopenhagener Wohnung stehen Alltagsgegenstände und Miniaturen ihrer Möbeldesigns aus dem 3-D-Drucker.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Im Regal in Lara Joys Kopenhagener Wohnung stehen Alltagsgegenstände und Miniaturen ihrer Möbeldesigns aus dem 3-D-Drucker.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Im Regal in Lara Joys Kopenhagener Wohnung stehen Alltagsgegenstände und Miniaturen ihrer Möbeldesigns aus dem 3-D-Drucker.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.

Den Stuhl hat Lara Joy gemeinsam mit Julie Dines Petersen entworfen.

55 Quadratmeter, zwei Zimmer und ein 3-D-Drucker für die Designminiaturen.

Der Küchentisch lässt sich ganz einfach zum zweiten Arbeitsplatz umbauen.

Den Stuhl hat Lara Joy gemeinsam mit Julie Dines Petersen entworfen.

55 Quadratmeter, zwei Zimmer und ein 3-D-Drucker für die Designminiaturen.

Der Küchentisch lässt sich ganz einfach zum zweiten Arbeitsplatz umbauen.

Den Stuhl hat Lara Joy gemeinsam mit Julie Dines Petersen entworfen.

55 Quadratmeter, zwei Zimmer und ein 3-D-Drucker für die Designminiaturen.

Der Küchentisch lässt sich ganz einfach zum zweiten Arbeitsplatz umbauen.

Den Stuhl hat Lara Joy gemeinsam mit Julie Dines Petersen entworfen.

55 Quadratmeter, zwei Zimmer und ein 3-D-Drucker für die Designminiaturen.

Der Küchentisch lässt sich ganz einfach zum zweiten Arbeitsplatz umbauen.

01/03
" Ich bin damit aufgewachsen, die Welt so zu nehmen wie sie ist, und habe mir früh beigebracht, mit einer Hand klarzukommen."

Auf was möchtest du dich als Möbeldesignerin spezialisieren?

Das weiß ich noch nicht genau. Mich interessiert die Frage, für wen etwas eigentlich gemacht ist und ob es wirklich für alle funktioniert. Ich trage eine bionische Prothese, quasi auch ein Designobjekt, das Funktion und Ästhetik zusammenbringen soll. Da ist noch ziemlich viel Luft nach oben, besonders schön ist sie nicht. Ich habe die Prothese irgendwann selbst angesprüht, weil mir das Original nicht gefallen hat. Das sagt eigentlich alles darüber, was ich von Design erwarte: Funktion allein reicht nicht, ein Objekt ist ein Gebrauchsgegenstand und darf auch spielerisch sein, ein bisschen unernst. Diese Gleichzeitigkeit ist ist die Herausforderung, der ich mich als Designerin stellen will.

Inwiefern beeinflusst deine Prothese, wie du über Design im Alltag nachdenkst?

Ich bin damit aufgewachsen, die Welt so zu nehmen wie sie ist, und habe mir früh beigebracht, mit einer Hand klarzukommen. Dadurch nehme ich viele Dinge gar nicht als Problem wahr, die eigentlich eins sind. Meine Prothese habe ich erst vor fünf Jahren bekommen. Neulich ist mir aufgefallen, dass Pfeffermühlen für mich wirklich umständlich sind, weil man beide Hände gegeneinander arbeiten lassen muss und meine Prothese kein echtes Handgelenk hat. Das klingt banal. Aber genau das ist der Punkt: Diese Momente, wenn etwas nicht für alle gedacht wurde, sind überall. Die meisten Menschen sehen sie nur einfach nicht.

Ich habe das auch durch das Modeln gelernt. In Neuseeland bin ich zum ersten Mal auf einer Fashion Week gelaufen. Eine intensive Erfahrung, aber ich habe gemerkt: Irgendwie war ich dabei, aber nicht wirklich. Bin ich hier wegen mir, oder für die Diversitätsquote? Das war ernüchternd. Also habe ich beschlossen, mich selbst zu zeigen und Snippets aus meinem Leben auf "Instagram" zu teilen. Nicht mit dem Arm als Mittelpunkt, sondern mit allem, was mich ausmacht: Design, Wohnen, Alltag. Die Behinderung ist sichtbar, aber sie überschattet nicht alles.

Architektin und Möbeldesignerin Lara Joy arrangiert einen Strauße weißer Tulpen in einer Glasvase auf ihrem Wohnzimmertisch.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Architektin und Möbeldesignerin Lara Joy arrangiert einen Strauße weißer Tulpen in einer Glasvase auf ihrem Wohnzimmertisch.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Architektin und Möbeldesignerin Lara Joy arrangiert einen Strauße weißer Tulpen in einer Glasvase auf ihrem Wohnzimmertisch.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.
Zu zweit auf 55 Quadratmetern: “Die besten Ideen entstehen, wenn etwas nicht geht”. Architektin Lara Joy über funktionales Design und Wohnen auf kleinem Raum.

"Natur erdet und inspiriert mich", sagt Lara Joy, "draußen und drinnen."

Noch mehr Nischenwissen: Stauraum im Flur, der sich den Bedürfnissen anpasst.

Die einzelnen Module des selbstgefertigten Regals lassen sich umdrehen, verschieben und aushaken.

"Natur erdet und inspiriert mich", sagt Lara Joy, "draußen und drinnen."

Noch mehr Nischenwissen: Stauraum im Flur, der sich den Bedürfnissen anpasst.

Die einzelnen Module des selbstgefertigten Regals lassen sich umdrehen, verschieben und aushaken.

"Natur erdet und inspiriert mich", sagt Lara Joy, "draußen und drinnen."

Noch mehr Nischenwissen: Stauraum im Flur, der sich den Bedürfnissen anpasst.

Die einzelnen Module des selbstgefertigten Regals lassen sich umdrehen, verschieben und aushaken.

01/04
"Man kann inklusiv gestalten, ohne dass ein Objekt dadurch weniger schön oder weniger eigen wird."

Hast du schon Projekte gemacht, bei denen Inklusion eine konkrete Rolle gespielt hat?

Im letzten Semester habe ich ein Wandregal entwickelt, bei dem ich bewusst Farbkontraste eingesetzt habe, die ältere Augen besser wahrnehmen können. Das hat mir gezeigt: Man kann inklusiv gestalten, ohne dass ein Objekt dadurch weniger schön oder weniger eigen wird. Gleichzeitig beschäftigt mich die Frage, wie ich meine eigene Erfahrung mit Behinderung noch stärker einbringe. Ich bin dabei, das herauszufinden. Auch weil ich selbst so vieles als selbstverständlich hingenommen habe, dass ich erst anfangen muss, es als Designfrage zu lesen.

Zum Schluss die Lieblingsfrage aller Studierenden: Weißt du schon, was nach dem Master kommt?

Noch nicht, und das stresst mich auch nicht. Ich warte ab, welche Möglichkeiten sich dann ergeben. Mein Freund und ich wollen wahrscheinlich irgendwann in ein rein englischsprachiges Land, aber konkrete Pläne gibt es nicht. Lange hat mich das verunsichert. Inzwischen habe ich gemerkt: Das Nicht-Wissen ist nicht das Problem. Sondern wenn ich an einem Bild von mir festhalte, dass ich gar nicht hundertprozentig fühle. Ich habe viele Interessen, ich kann viele Dinge, und ich bin gerade dabei, herauszufinden, wie die zusammenpassen. Das fühlt sich ehrlicher an, als so zu tun, als wäre der Weg schon klar.

Hier findet ihr Lara Joy:

Fotos: Lara Joy