Alleine reisen? Mit diesen Tipps gelingt die Solo-Reise

16. Juni 2022

Lust zu verreisen und die Welt zu entdecken? Bei Freund*innen, Familie oder Partner*in passt es jedoch gerade nicht: Hausrenovierung, die/der beste Freund*in plant Pärchenurlaub, mit dem Baby geht‘s ins Familienresort statt zum Roadtrip. Pandemie und steigende Energiepreise – jetzt lieber sparen. Auf deine Traumreise verzichten? Nö! Wenn es dein Herzenswunsch ist, trau dich und ziehe alleine los. Ob als Single oder verpartnert. Was zu Beginn respekteinflößend klingt, kann dir ein unvergessliches Gefühl von Freiheit bescheren. Außerdem dein Selbstvertrauen und deine Intuition stärken und sich als lebenslanges Ritual etablieren. Autorin Sonja Anwar hat die besten Tipps, damit dein Solo-Trip garantiert kein Reinfall wird!

Du bist aufgeregt? Normal! Geh einfach davon aus, dass alles klappt und dir in schwierigen Situationen jemand hilft.

Reisen als Vergnügen ist ein Privileg

Du haderst damit, alleine eine Reise zu planen oder anzutreten? Dann wünschst du dir vielleicht, dass du deine Erlebnisse mit jemandem teilen kannst. Oder du denkst, es sei gefährlich. Sieh es doch mal so: Statt zu betrauern, was gerade nicht möglich ist, feiere lieber, dass du überhaupt aus Spaß verreisen kannst. In einigen Teilen dieser Erde verbinden Menschen das Reisen mit der Pflicht, Arbeit zu finden oder als Flucht. Mache dir bewusst, welch tolle Chance sich dir bietet.
 
Du bist aufgeregt? Normal! Geh einfach davon aus, dass alles klappt und dir in schwierigen Situationen jemand hilft. Du wirst lernen unabhängig zu sein und Verantwortung für dich und deine Entscheidungen zu übernehmen. Spannende Menschen kennenlernen. Aus einigen Begegnungen können sogar lebenslange Freundschaften, Geschäftsbeziehungen oder andere Formen der Partnerschaft entstehen.
Du darfst und musst dich mit dir selbst, deinen Träumen und Wünschen beschäftigen.
 
Außerdem bekommst du ein Gefühl dafür, wie wunderschön diese Welt mit all ihren Facetten ist. Und, dass es sich lohnt, sich für ihren Erhalt einzusetzen. Zurück Zuhause empfängst du fremde Menschen mit offeneren Armen. Denn du weißt, wie es sich anfühlt, fern der eigenen Kultur und Heimat auf Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft angewiesen zu sein.
 
Vielleicht platzt auch ein Knoten. Von Altlasten befreien, im Beruf auf-, um- oder aussteigen, ein neues Hobby ausprobieren. Alles kann – nichts muss.

Du darfst und musst dich mit dir selbst, deinen Träumen und Wünschen beschäftigen.

Reiseziele und Reiseformen für den Solo-Trip

Zum Einstieg wählst du am besten ein Land aus, in dem du dich verständigen kannst oder dich wohlfühlst. Mit Englisch kommst du in vielen asiatischen und afrikanischen Ländern gut zurecht. Thailand, Indonesien und Vietnam sind auch bei digitalen Nomaden und Backpackern beliebt. So triffst du Gleichgesinnte und kannst Anschluss suchen, wenn dir danach ist. Gleichzeitig bieten die Länder einen immensen Natur- und Kulturschatz und eine leckere Küche. Wie wäre es mal mit einem Kochkurs vor Ort? Die erlernten Skills bringst du dann als Souvenir mit nach Hause. Dank günstiger Infrastruktur kommst du leicht von A nach B.
 
Savannen, Wüste, Gebirge. Weite Landschaften, traumhafte Strände, intensive Farben und die „Big 5“. Südafrika, Tanzania und Namibia eignen sich, wenn Du Lust auf Weite, Roadtrips und tierische Begegnungen hast. Schließe dich einer Gruppe an und reise mit einem Ranger im Jeep durch die Nationalparks. Fotoskills verbessern inklusive.

Absolviere vor deiner geplanten Rundreise einen Sprachkurs. Beim Besuch auf lokalen Märkten oder beim Tanzkurs praktizierst du dann einfach das Gelernte.

Dich zieht es eher nach Lateinamerika?

Costa Rica, Panama, Chile, Argentinien, Kolumbien und Peru eignen sich perfekt, wenn du Lust auf Lebensfreude und vielfältige Natur- und Kulturerlebnisse hast. Schon ein paar Brocken Spanisch öffnen Herzen und zeigen der lokalen Bevölkerung, dass du sie respektierst und ihnen auf Augenhöhe begegnest. Tipp: Absolviere vor deiner geplanten Rundreise einen Sprachkurs. Beim Besuch auf lokalen Märkten oder beim Tanzkurs praktizierst du dann einfach das Gelernte.

Muss es unbedingt eine Fernreise sein?

Überhaupt nicht! Wir leben in Europa auf solch einem spannenden Kontinent. Jedes Land ist einmalig, hat eine andere Sprache, Geschichte und Kultur. London, Paris, Lissabon – suche dir eine lebendige Metropole aus und verliere dich in den Straßen und Gassen. Entdecke neue Trends, besuche die schönsten Museen.
 
Keine Lust auf Städte? Fernwanderwege, Radreise, Segeltörn mit Gleichgesinnten, Tenniscamp, Kite- oder Klosterurlaub. Zahlreiche Reiseformen bieten Möglichkeiten Wälder, Berge, Seen und Meere aktiv oder gemütlich zu erleben oder einer Passion zu folgen.

Unabhängigkeit bedeutet: viel Zeit für dich alleine.

Noch ein paar Tipps für Alleinreisende

Egal für welches Reiseziel oder welche Reiseform du dich entscheidest, ob komplett alleine, eingebucht in einer Gruppenreise für Singles oder eine Kombi aus beidem, mit diesen Ratschlägen wird dein Trip noch ein bisschen angenehmer:

Unabhängigkeit bedeutet: viel Zeit für dich alleine. Damit du dich vor Ort nicht verloren fühlst oder schlichtweg von den Möglichkeiten überfordert bist, investiere Zeit in die Tagesplanung. Das können Aktivitäten sein, Restaurants und Cafés, die du dir in „Google Maps“ abspeicherst. Oder Ausstellungen, ein tolles Kino oder Fahrradverleiher. Reiseführer wecken die Vorfreude. Die Autor*innen leben in der jeweiligen Region oder Stadt und verraten dir ihre besten Tipps und Lieblingsorte.

Wenn dir dein Bauchgefühl sagt: Das ist mir jetzt zu viel oder darauf habe ich keine Lust, dann höre auf deine Intuition. Sie gibt dir meist den richtigen Impuls. Leider haben wir im Alltag häufig unsere innere Stimme verloren oder überhören sie anderen zuliebe. Nutze die Zeit alleine und verbinde dich neu mit dieser wertvollen Ratgeberin.

Auch wenn du mit offenem Herzen und besten Absichten unterwegs bist – schief gehen kann immer etwas. Schraube deine Ansprüche herunter. Es kann und muss nicht alles perfekt und glatt laufen. In tektonisch spannenden Regionen wirst du mit Naturgewalten konfrontiert. Doch statt sich aufzuregen, lohnt sich der Blick zu den Locals. Gelassenheit üben, miteinander das Beste aus der Situation machen, abwarten und manchmal einfach Tee trinken und Karten spielen.

Leider haben wir im Alltag häufig unsere innere Stimme verloren oder überhören sie anderen zuliebe. Nutze die Zeit alleine und verbinde dich neu mit dieser wertvollen Ratgeberin.

Das „Phänomen“ alleinreisende Frau*: Ja, es gibt sie noch – verdutzte Blicke, meist von Männern, wenn sie erfahren, dass man als Frau* alleine unterwegs ist. Wenn dir die Fragen nach Ehestatus, Mutterschaft & Co. zu intim sind, dann ist Flunkern und das Tragen eines vermeintlichen Eherings erlaubt. Mit selbstbewusstem Auftreten deinerseits kommt es aber meist gar nicht zu solch einer Fragestunde. Du stehst einfach drüber.

Solltest du dich nach Einbruch der Dunkelheit, das kann am Äquator schon gegen 18 Uhr sein, doch einmal unwohl fühlen – lass dir ein lizensiertes Taxi rufen und dich zur Unterkunft fahren. Oder bitte andere Menschen, die dir vertrauenswürdig und nüchtern erscheinen, mit dir auf Bus oder Taxi zu warten.

Wenn du deinem Herzen folgst und nicht darauf wartest, bis jemand anderes deinen Traum mit dir lebt, dann wirst du ein immenses Gefühl der Fülle erleben.

Und wenn dann doch mal das Gefühl der Einsamkeit über dich hereinbricht? Nach Umbrüchen, Trennungen und Schicksalsschlägen, die man noch nicht vollkommen angenommen hat, kann ein Anflug des sich-einsam-Fühlens herausfordernd sein. Dann hilft es, sich bei Familie und Freund*innen zu melden, Postkarten zu schreiben, sich in Social Media-Gruppen auszutauschen, Gedanken aufzuschreiben und das Gefühl anzunehmen – ohne Wertung.
 
Und vielleicht hilft es dir, dass auch Menschen in Partnerschaften oder mit dem vermeintlichen Traumleben das Gefühl der Einsamkeit kennen. Nur, weil man alleine unterwegs ist, heißt es nicht, dass man einsam ist. Wenn du deinem Herzen folgst und nicht darauf wartest, bis jemand anderes deinen Traum mit dir lebt, dann wirst du ein immenses Gefühl der Fülle erleben.

Schließlich bist du gerade mit dir – also deiner lebenslangen besten Freundin bzw. deinem lebenslang besten Freund – auf einer abenteuerlichen und bereichernden Reise unterwegs. Enjoy!


Text & Fotos: Sonja Anwar

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