So verbindet Susan Fengler von „SuelovesNYC“ Selbstständigkeit, digitale Arbeit und Achtsamkeit

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3. Februar 2020
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Oft heißt es, Social Media – gerade Instagram – seien ungesund und würden hauptsächlich Neid und Oberflächlichkeit streuen. Bei Susan Fengler ist genau das Gegenteil der Fall: Die 32-jährige Wahlhamburgerin verbreitet auf ihrem Blog „Sue loves NYC“, auf Instagram, Facebook und mittlerweile auch in ihrem Podcast positive Energie, gute Laune und jede Menge Motivation. Dabei ist sie absolut natürlich, authentisch und sympathisch. Seit neuestem spielt das Thema Achtsamkeit eine ganz besondere Rolle bei Sue: Gerade hat sie ihre Ausbildung zur zertifizierten Achtsamkeits- und Stressmanagement-Trainerin abgeschlossen. In Kooperation mit evian ® besuchen wir Sue zu Hause und sprechen darüber, wie sie Selbständigkeit, digitale Arbeit und Mindfulness unter einen Hut bekommt, was sie seit ihrem 30. Geburtstag gelernt hat und wie wir alle im Alltag besser mit Stress umgehen können.

Sue lebt mit ihrem Mann in einer Wohnung in Hamburg-Winterhude.

Das Interview führt femtastics-Co-Gründerin Anna.

femtastics: Seit wir das letzte Mal mit dir gesprochen haben, sind drei Jahre vergangen. Was hat sich in dieser Zeit bei dir persönlich verändert?

Sue Fengler: In der Zeit ist sehr viel passiert: Ich habe geheiratet, mein Mann und ich sind umgezogen, ich habe meine Selbstständigkeit ausgebaut. Anfangs habe ich neben dem Blog noch für zwei andere Online-Magazine als freie Journalistin geschrieben, jetzt konzentriere ich mich voll und ganz auf mein Blog. Das ist sehr schön, weil ich so den Fokus auf mein eigenes Business legen kann. Ab und zu schreibe ich noch freie Texte, weil es mir Spaß macht – aber ich lebe jetzt von meinem Blog.

Du hast auf deinem Blog dieses Jahr zum Beispiel mit evian zum Thema Nachhaltigkeit zusammengearbeitet. Warum arbeitest du gern mit evian zusammen?

Mit evian als Unternehmen kann ich mich gut identifizieren. Ich bin in den vergangenen Jahren achtsamer geworden, hinterfrage mein Handeln mehr und bemühe mich, nachhaltiger zu leben. Man könnte fragen: Wieso arbeitest du dann mit einem Unternehmen zusammen, das PET-Flaschen als Verpackungsmaterial für sein natürliches Mineralwasser nutzt? Die Frage finde ich gerechtfertigt, aber gerade in Bezug auf Nachhaltigkeit finde ich es wichtig, dass wir in einen Diskurs treten und uns zuerst über Hintergründe informieren, bevor wir sofort mit der „Du-bist-nicht-perfekt“-Kritik-Keule kommen. Dieses Jahr konnte ich im Rahmen einer Reise zur Quelle von evian – genauer gesagt in Evian-les-Bains – hinter die Kulissen schauen und mich vor Ort informieren.  Das Unternehmen evian sagte dort zu mir: Wir sind nicht perfekt, wir arbeiten aber daran, das Problem des Verpackungsmülls zu minimieren. Und für sie sind Flaschen aus recyceltem PET, die wieder in einen geschlossenen Recycling-Kreislauf eingeführt werden, gerade die nachhaltigste Lösung. Schon heute bestehen alle evian Flaschen in Deutschland zu 25 Prozent aus recyceltem PET. Das Ziel ist es, so schnell wie möglich ausschließlich recycelte Materialien für alle Verpackungen zu verwenden. Das fand ich ehrlich und einleuchtend.

Inwieweit kannst du dich mit der Kampagne “Youth never stops“ von evian identifizieren? Was bedeutet das Motto für dich?

Das Motto „Youth never stops“ der Kampagne von evian passt einfach perfekt zu mir. Auf meinem Blog schreibe ich jeden Freitag meine Kolumne „Life at 30“, die sich rund um Themen im Leben ab 30 dreht. Früher dachte ich: Mit 30 bist du hochseriös, erwachsen und hast nichts Kindliches mehr in dir. Aber Jugendlichkeit und kindliche Freude lässt sich nicht am Alter festmachen.

Ich hatte so ein Bild von mir als 30-Jährige im Kopf: wie ich beruflich durchgestartet bin, ein Haus habe, einen Mann, … (lacht). Nun habe ich natürlich wirklich viele dieser Dinge: ich bin verheiratet, beruflich habe ich genau das gefunden, was ich gerne machen möchte – aber trotzdem fühle ich mich nicht erwachsen. Und ich mache immer noch verrückte, kindliche Sachen. Ich fahre mit meinem Mann für einen Tag in den Schnee zum Rodeln und wir freuen uns wie kleine Kinder auf der Piste. Ich rutsche gern die Wasserrutsche im Schwimmbad hinunter. Natürlich mache ich auch viele erwachsene Dinge – ich habe einen Steuerberater und so weiter – aber Jugendlichkeit ist für mich eine Einstellungssache. Meine Mutter ist über 60 und sie ist für mich in vielen Dingen immer noch sehr jugendlich. Es stimmt einfach: Man ist so jung wie man sich fühlt.

Trotzdem hast du deine Kolumne „Life at 30“ genannt. Warum ist das Leben in den 30ern so besonders?

Als mein 30. Geburtstag bevorstand, machten viele Menschen in meinem Umfeld daraus ein großes Thema: „Oh Gott, du wirst 30!“. Von außen wurde mir vermittelt: ab jetzt musst du dein Leben im Griff haben, ab jetzt geht es bergab, ab jetzt bekommst du Falten, wann kommen die Kinder? 30 scheint für viele Menschen eine bedeutsame Altersgrenze zu sein. Für mich persönlich war das aber überhaupt nicht so. Trotzdem habe ich daran gemerkt, dass viele an meinem Leben in den 30ern Interesse haben.

Das nachhaltige Engagement von evian basiert auf drei Säulen: Quellenschutz, der grundlegenden Veränderung der industriellen Verwendung von Plastik und der weltweiten Klimaneutralität der Marke bis zum Jahr 2020.

Was hat dich auf die Idee für diese Kolumne gebracht?

Ich habe in den letzten beiden Jahren erlebt, dass sich in meinem Umfeld einiges ändert: Meine Freundinnen haben Kinder bekommen, unsere Freundschaften haben sich verändert, uns beschäftigen andere Themen als früher … Daran wollte ich meine Leser teilhaben lassen. Weniger im Sinne, dass sich mein Leben ab 30 so drastisch geändert hat, sondern eher, dass es ganz normal weitergeht.

Wie entstehen die Ideen für deine Kolumnentexte? Beeinflussen dich auch Themen in Gesprächen mit Gleichaltrigen?

Oft sind es Dinge, die mich in der jeweiligen Woche beschäftigt haben. Manchmal sind es Themen, die in den Medien stattfinden. Manchmal weiß ich auch donnerstags noch nicht, worüber ich am Freitag schreiben möchte – dann schicke ich auch mal einer Freundin eine Nachricht: „Mir fällt gerade kein Thema ein, worüber haben wir denn in letzter Zeit gesprochen?“ In der Regel finden wir dann schnell ein Thema. Es sind oft alltägliche Dinge – zum Beispiel wie sich das gemeinsame Essen mit Freunden über die Jahre verändert hat.

Überall in Sues Wohnung finden sich kleine Reminder für Achtsamkeit im Alltag.

Was hast du selbst über dich in deinen 30ern gelernt, was du vorher nicht wusstest?

Ich habe in den letzten Jahren einiges gelernt. Ich habe mich ja auch selbstständig gemacht, um dem Job-Hamsterrad zu entfliehen und um in meiner Arbeit selbstbestimmter zu sein. Darüber, dass ich diesen Schritt gegangen bin, bin ich rückblickend sehr dankbar, weil ich dadurch gemerkt habe, wie ich am besten arbeiten kann, wann ich am besten kreativ bin und wie ich arbeiten möchte. Um 15 Uhr am Nachmittag sollte ich zum Beispiel lieber zur Post gehen oder Kopien machen als kreative Texte zu schreiben. (lacht) Aber ich habe auch gelernt, dass Erfolg für mich zwar schön und wichtig ist – ich bin ein ehrgeiziger Mensch – aber dass ich mich von meinem früheren Bild von mir selbst und dem hohen Stellenwert, den ich beruflichem Erfolg beigemessen habe, ein Stück weit verabschiedet habe. Ich genieße es total, eine ausgewogene Work-Life-Balance mit Zeit für Freunde, Familie und auch für mich zu haben.

Und ich mache seit mehreren Jahren Yoga, was mir sehr gut tut. Durch Yoga bin ich zum Meditieren gekommen. Ich höre mir digital geleitete Meditationen über mein iPad an – diese Themen sind mir einfach wichtiger geworden. Man kann nicht permanent 110% geben, man braucht Entspannung und Ruhephasen, um wieder neue Energie und Kreativität zu haben.

Da schwingt mit, „Erfolg“ neu zu definieren, oder?

Erfolg und Anerkennung finde ich immer noch schön, aber es geht nicht nur um den Titel, der auf der Visitenkarte steht. Anders gesagt: Es geht weniger um Bestätigung von außen, sondern mehr darum, dass ich mit mir und meiner Arbeit zufrieden bin, und dass ich die Aufträge annehme, hinter denen ich richtig stehe. Aber trotz aller Achtsamkeit, die ich jetzt in mein Leben gebracht habe, ist es schwierig, als ehrgeiziger selbstständiger Mensch nicht immer mehr zu wollen. Auch wenn ein Projekt gut lief, fällt es mir schwer, mich zurückzulehnen.

Work-Life-Balance ist ein Thema, das viele Menschen in ihren 30ern umtreibt.

Ja, gerade in unserer Generation. Früher ging es oft darum, dass die Arbeit an erster Stelle stand und dass man möglichst lange in einem Unternehmen bleiben wollte. Heute ist Selbstverwirklichung viel wichtiger geworden. Die Arbeit soll Spaß machen und zu einem passen. Ich merke immer wieder in Gesprächen mit Freunden, dass das Privatleben, Familie, Freunde, Selbstverwirklichung an Bedeutung gewonnen haben. Man möchte nicht immer nur arbeiten und irgendwann mit der Rente fängt dann das Leben an. Das ist auch für mich persönlich ein wichtiges Thema geworden: Ich möchte mein Leben nicht nur durchziehen und erst irgendwann Zeit für andere Dinge haben. Ich will nicht von Urlaub zu Urlaub leben.

War es bei dir persönlich ein Prozess, das zu erkennen?

Gerade am Anfang dachte ich, dass ich rund um die Uhr arbeiten muss – weil mir meine Arbeit so viel Spaß macht. Endlich hatte ich ausreichend Zeit für mein Blog, das ich früher nur nebenbei gemacht habe. Ich habe dann aber gemerkt, dass ich im Grunde rund um die Uhr mein Handy in der Hand hatte – abends auf dem Sofa, vor dem Schlafengehen … Und für mich ist das automatisch mit Arbeit verbunden. Ich habe deshalb kleine Maßnahmen ergriffen und zum Beispiel gesagt – darunter musste mein Mann dann auch leiden (lacht): Die Handys kommen nicht mit ins Schlafzimmer. Wir haben normale Wecker neben den Betten und die Handys bleiben über Nacht im Wohnzimmer. Das ist mental und auch im Hinblick auf das ungesunde blaue Handylicht gesünder. Auch wenn wir einen Film schauen, habe ich mir angewöhnt, mein Handy wegzulegen – sonst neigt man dazu, andauernd aufs Handy zu schauen.

Wir verfolgen dich und deinen beruflichen Weg schon länger. Aktuell wirkt es so als würdest du dich beruflich ein bisschen neu orientieren. Wirst du jetzt Achtsamkeits-Trainerin?

Ich mache eine Ausbildung zur Achtsamkeits-Trainerin für Stressbewältigung. Diese Gesundheitsausbildung an einer Akademie besteht aus mehreren Modulen: Meditationslehrer, Achtsamkeits-Trainer und Stressmanagement-Trainer. Mir war es wichtig, diesen Aspekt des Stressmanagements mit aufzunehmen, weil ich von mir persönlich und aus meinem Umfeld weiß, dass dieses Thema uns alle betrifft. Wir alle haben Stress auf die eine oder andere Weise – wichtig ist, wie man damit umgeht.

Wie bist du darauf gekommen, diese Ausbildung zu machen?

Ich habe dieses Jahr an zwei Yoga-Retreats teilgenommen, die diese Idee, die ich bereits im Kopf hatte, gefestigt haben. Schon vorher hatte ich mich mit einer Freundin, die eine Ausbildung zur Ernährungsberaterin gemacht hat, dazu ausgetauscht. Ernährung ist für mich ebenfalls ein wichtiges Thema und ich finde die Idee spannend, ihre Kompetenz mit meiner zu verbinden. Ich schreibe auf meinem Blog schon länger über das Thema Achtsamkeit, und ich wollte mein Wissen gerne ausbauen und fundieren – nicht nur angelesenes Wissen, sondern eine spezifische Ausbildung.

Welche Pläne hast du in diesem beruflichen Bereich?

Das umfasst drei Aspekte: erstens möchte ich das Wissen aus meiner Ausbildung für mich persönlich und mein Umfeld nutzen. Zweitens möchte ich es für mein Blog und digitale Projekte nutzen. Drittens kann ich mir vorstellen, es auch offline anzuwenden, in Form von Workshops oder Coachings, die ich gebe. In meiner Lehrprobe am Ende meiner Ausbildung zur Stressmanagement-Trainerin habe ich gutes Feedback bekommen. Das hat mich sehr gefreut, denn es ist schließlich wichtig, zu wissen, wie man selbst als Trainerin im Umgang mit Menschen ankommt.

Wie hast du entschieden, wo du diese Ausbildung machst?

Ich habe lange recherchiert. Achtsamkeits-Trainer ist kein geschützter Begriff – mir war es wichtig, eine Akademie zu finden, die zu mir passt und mit deren Philosophie ich mich identifizieren kann. Außerdem war mir wichtig, die Ausbildung möglichst nah bei Hamburg zu machen. Wenn ich für jeden Kurs immer nach München hätte reisen müssen, wäre das nichts für mich gewesen. Ich habe mich zudem dafür entschieden, die Ausbildung in Blockseminaren zu machen, anstelle von wöchentlichen Kursen. So konnte ich mich besser auf die betreffenden Themen konzentrieren und wirklich tief eintauchen.

Wie gehst du mit Stress im Alltag um? Hast du Tipps für uns?

Der erste Schritt ist, überhaupt wahrzunehmen und festzustellen, dass ich Stress empfinde. Ich merke jetzt viel schneller, wenn ich in ein Stressmuster verfalle. Früher hätte ich vielleicht am Ende einer Woche gesagt: Oh, die Woche war echt stressig. Jetzt merke ich schon nach zwei Stunden: Du musst mal eine Pause machen und etwas trinken. Man kann sich dafür kleine Reminder, zum Beispiel in Form von Sprüchen, auf den Schreibtisch setzen, die einen daran erinnern, Pausen zu machen. Wenn ich merke, dass ich in Stress verfalle, hilft es mir, aus dem Fenster zu schauen und zum Beispiel einen Baum vor dem Fenster ganz bewusst wahrzunehmen. Das ist eine kleine Achtsamkeitsübung im Alltag. Ich finde auch Atemübungen sehr gut. Das dauert keine zwei Stunden und andere Menschen, zum Beispiel im Büro, merken gar nicht, dass man diese Übung macht. Ich nehme einfach mehrere Atemzüge ganz bewusst wahr: wie die Luft durch meine Nase hineinströmt, durch meinen Hals, in die Lunge hinein, wie die Bauchdecke sich hebt, und dann beim Ausatmen wieder senkt und alles andersherum abläuft. Wenn man sich das für ein paar Atemzüge bewusst macht, tut das schon sehr gut.

Das stimmt – zu erkennen, dass und wann man Stress empfindet, ist schon ein sehr wichtiger Schritt.

Und auch, was einem persönlich dagegen hilft. Viele Menschen denken: Ich hatte Stress, jetzt muss ich mich unbedingt einen Tag lang auf die Couch legen und Serien gucken. Das kann manchen Menschen helfen, aber oft ist es so, dass ein Spaziergang oder ein Treffen mit Freunden viel erholsamer ist als das, was wir allgemein als „Entspannung“ ansehen – nach dem Motto: Ich muss mich hinlegen und darf mich nicht mehr bewegen. Auch Sport ist super, um Stress abzubauen. Mir persönlich hilft Sport und ein anschließender Saunagang viel mehr gegen Stress als bis mittags zu schlafen. Gerade in stressigen Phasen fällt Sport oft als erstes hinten über, deshalb mache ich regelmäßig Yoga zu Hause. Dafür ist immer mal Zeit.

Gelingt es dir denn gut im Alltag Stress zu vermeiden?

Es ist gar nicht mein Anspruch, Stress in meinem Alltag komplett zu eliminieren. Das ist auch nicht, wo ich mit meinem Stressmanagement-Training hin will. Das ist für mich persönlich nicht realistisch und ich wäre dann auch nicht glücklich – ich möchte mich auch einmal herrlich aufregen dürfen und ich brauche auch ein gewisses Maß an Stress, um gute Leistungen zu bringen. Es darf nur nicht zu Dauerstress werden und ich muss achtsam sein, um zu bemerken, wann der Stress Überhand nimmt und ich Erholung brauche. Ich versuche, eine Balance zu finden.

Wir wünschen dir auf jeden Fall viel Erfolg! Vielen Dank für das Gespräch, liebe Sue.

Hier findet ihr Susan Fengler:

Layout: Kaja Paradiek

– Werbung: in Zusammenarbeit mit evian –

2 Kommentare

  • Caro sagt:

    Großartiges Interview! Danke für diesen so schönen und wertvollen Einblick, der die ein oder andere Person von uns hoffentlich wieder etwas wachrütteln wird! 💛

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