Von Trauer bis Hoffnung: Diese 6 Trennungsphasen macht jede*r durch

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Wenn eine Beziehung zu Ende geht, fühlt sich das in der Regel ziemlich schlimm an. Falls es jedoch ein kleiner Trost ist: Du bist nicht allein mit deinem Schmerz. Nach einer Trennung sind die meisten von uns traurig, durcheinander und verletzt, und das ist völlig normal. Falls du drohst, in einem Strudel von Gefühlen davongetragen zu werden, kann es dir vielleicht helfen, deine Emotionen in einen Rahmen zu bringen. Gemeinsam mit britischen Expert*innen für Psychiatrie und Psychologie aus dem Bereich der Transkraniellen Magnetstimulation, einem nicht-invasiven Verfahren gegen Depressionen und depressive Verstimmungen, haben wir aufgeschlüsselt, dass es häufig sechs Trennungsphasen gibt, die die meisten von uns durchmachen.

Wir haben euch gebeten, uns zu erzählen, wie sich diese einzelnen Phasen für euch angefühlt haben. Denn auch wenn du es dir gerade so gar nicht vorstellen kannst: Irgendwann tut es nicht mehr weh.

Phase 1: Du suchst verzweifelt nach Antworten

Es kann extrem kraftraubend sein, nach Antworten auf Fragen zu suchen, die du nicht bekommen kannst. Manchmal gelangst du damit sogar an die Grenzen deines rationalen Denkens, denn die Gedankenspirale kreist sich nur allzu schnell um diese eine Frage: Wie genau konnte all das passieren? Das Problem ist oftmals jedoch, dass dir niemand darauf eine zufriedenstellende Antwort geben kann.

Eure Erfahrung

Chemmie erzählt: “Ich neige generell dazu, alles zu überanalysieren und ich will immer alle möglichen Details wissen. Deshalb verhalte ich mich auch nach Trennungen nicht anders. Gerade wenn jemand mit mir Schluss macht, ist es normal für mich, mir selbst die Schuld dafür zu geben. Ganz automatisch überlege ich dann, was ich falsch gemacht habe, welche Momente, in denen ich mich daneben benommen habe, mein Gegenüber dazu gebracht haben, mich zu verlassen. Habe ich was gesagt, was getan? Hat es mit meinem Aussehen zu tun? Habe ich zu viel genörgelt? Und dann geht es weiter: Gibt es die Chance, dass wir vielleicht irgendwie, irgendwann in der Zukunft nochmal zusammenkommen? Der ganze Gedankenkreislauf bringt mich natürlich null weiter. Denn wenn wir ehrlich sind, sind die Chancen sehr gering, dass ich die Antwort, die ich in solchen Momenten haben möchte (“Ich habe mich getäuscht! Lass uns wieder zusammenkommen!”) bekommen werde. Sehr wahrscheinlich ist die Antwort nämlich: “Es war weder was du gesagt, noch was du getan hast und eine zweite Chance wird es nicht geben.”

Phase 2: Du leugnest die Trennung

Du hast alles, was du geben konntest, in diese Beziehung gesteckt. Da fällt es schwer, zu akzeptieren, dass all deine Bemühungen umsonst waren und es wirklich vorbei ist. Du schiebst die Phase, in der du traurig über das Ende der Beziehung bist, also nach hinten und leugnest die Trennung.

Eure Erfahrung

Jess erzählt: “Es tut mir immer noch weh, daran zu denken, wie ich mich nach meiner letzten Trennung verhalten habe. Ich bin zu allen Einladungen, die wir noch gemeinsam offen hatten, hingegangen und habe vor Ort so getan, als seien wir noch zusammen. Und ich bin sogar bei ihm zu Hause vorbei, um locker mit seinen Kumpels abzuhängen.”

Phase 3: Du versuchst, deine*n Ex zurückzugewinnen

In deiner Verzweiflung sagst du deine*r Ex, dass du alles, was nicht stimmt, ändern wirst und bist festentschlossen, die Sache wieder hinzubiegen. Du klammerst dich an jeden noch so kleinen Hoffnungsschimmer und lädst dir die gesamte Verantwortung, die Beziehung zu reparieren, zum Laufen zu bringen und aufrechtzuerhalten, auf. Du solltest dich aber selbst daran erinnern, dass dich diese “Verhandlungen” nur kurz von dem Schmerz ablenken können, die Verbindung verloren zu haben.

Eure Erfahrung

Tania erzählt: “Ich sollte ihm wirklich den Pulli zurückgeben, den ich mir vor zwei Jahren geliehen habe – ich sollte ihm schreiben. Ich gehe auf ein Konzert, auf dem ich ihn vielleicht treffen könnte – ich sollte ihm schreiben. Seine Schwester hat ein Kind bekommen – ich sollte ihm schreiben. Ich habe heute einen Freund von ihm auf der Straße getroffen – ich sollte ihm schreiben. Ich möchte sicherstellen, dass es ihm gut geht – ich sollte ihm schreiben.”

Phase 4: Dich packt die Wut

Wenn sich die Angst, allein zu sein, langsam verflüchtigt, tritt die Wut ein. In dieser Phase fühlst du dich vielleicht wieder etwas stärker, weil du begreifst, dass deine Gefühle genauso wichtig sind wie die deine*r Ex.

Eure Erfahrung

Robyn erzählt: “Meine Wut verleitete mich zu einem genauso großartigen wie simplen Plan: Jeden einzelnen Typen zu knutschen, der sich im Umkreis von zwei Kilometern um mich herum befand. Also begann ich, jeden namenlosen und gesichtslosen Mann zu knutschen, der sich im Club schnell genug anbot. Falls du das Gleiche vorhast und in London sein solltest: Das Ministry of Sound ist dafür nicht zu empfehlen.”

Phase 5: Du beginnst die Trennung zu akzeptieren

Du verstehst, dass die Beziehung vorbei ist. Nicht weil du willst, sondern weil du musst.

Eure Erfahrung

Sophie erzählt: “Ich habe seit fünf Tagen nicht mehr an ihn gedacht. Das ist mein neuer Rekord! Ich kann echt nicht glauben, dass ich mir so lange eine Beziehung angetan habe, die so viel Arbeit für mich bedeutet hat. Es gibt da einen Typen auf der Arbeit, der vor ein paar Wochen angefangen hat. Wir haben uns gestern das erste Mal unterhalten, er ist echt süß. Außerdem bin ich jetzt auf OKCupid und es ist gar nicht so schlecht.”

Phase 6: Du verspürst neue Hoffnung

Du spürst, dass du deine*n Ex nicht brauchst, um glücklich zu sein. Du nutzt die Trennung, um mit der Vergangenheit abzuschließen und ein neues Kapitel zu beginnen.

Eure Erfahrung

Cara erzählt: “Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich bei meiner besten Freundin im Auto saß und wir laut Musik hörten. Auf einmal packte mich ein Gefühl der Hoffnung. In den fünf, sechs Monaten davor hatte ich mich im Herzschmerz gewälzt und war der Überzeugung gewesen, dass ich niemals über meine Ex hinwegkommen würde. Aber aus irgendeinem Grund änderte sich meine Einstellung in diesem Moment schlagartig. Mir wurde auf einmal bewusst, dass ich sie nicht mehr brauchte.”

 

 

Text: Katy Harrington

 Illustration: Stefanie Berkmann für femtastics

 

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