International Year of the Woman Farmer: Wie Frauen* von Fairtrade profitieren
20. April 2026
geschrieben von Team

Wusstet ihr, dass es mehrheitlich Frauen* sind, die weltweit Lebensmittel produzieren? In Deutschland ist der Frauen*anteil in der Landwirtschaft geringer, aber insbesondere in Entwicklungsländern produzieren Frauen* den Großteil der Lebensmittel. "Frauen* ernähren den Planeten", schrieb dazu "SlowFood". Das große Problem dabei: Selten erhalten die Frauen* einen angemessenen Anteil am Ertrag ihrer harten Arbeit.
2026 rückt das von den Vereinten Nationen ausgerufene "International Year of the Woman Farmer" (Internationale Jahr der Landwirtin) die Rolle von Frauen* in globalen Agrar- und Ernährungssystemen stärker ins Blickfeld – ein Fokus, den die Initiative "Fairtrade" aktiv aufgreift.
Warum verdienen Frauen* in landwirtschaftlichen Gemeinschaften so wenig an ihrer Arbeit?
- Sie haben keine Kontrolle über das Geld, das sie verdienen.
- Sie besitzen weder Land noch verfügen sie über die Ernten.
- Sie haben weniger Zugang zu Bildung, Trainings oder Versorgungleistungen.
- Sie werden bei der Gewährung von Krediten diskriminiert.
Was kann Fairtrade ändern?
Die Initiative "Fairtrade" hat das Ziel, gerechtere Bedingungen für jene Menschen zu schaffen, die unsere Lebensmittel und andere Rohstoffe in Ländern des globalen Südens anbauen und steht für fairen Handel, den Schutz von Menschenrechten und Umwelt sowie bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen weltweit. Beim Fairtrade-Handel werden die Produzent*innen in den Anbauländern mit 50 Prozent Stimmanteil an allen wichtigen Entscheidungen beteiligt (Das ist einzigartig unter den Nachhaltigkeitsinitiativen!).
Dabei legt die Initiative auch Wert auf Geschlechtergerechtigkeit: Der Gender-Ansatz von "Fairtrade" unterstützt zertifizierte Organisationen von Produzent*innen dabei, die ungleichen Machtverhältnisse, die Frauen* am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft benachteiligen, aktiv anzugehen.
Einerseits gehören zu den Fairtrade-Standards auch Regelungen gegen Diskriminierung und missbräuchliches Verhalten.
Andererseits werden Frauen* in eigens entwickelten "Fairtrade"-Programmen ausgebildet und dabei unterstützt, Führungsrollen in ihren Gemeinschaften zu übernehmen. In der "Women's School of Leadership", zum Beispiel, werden Frauen* in Bereichen wie Betriebswirtschaft, Verhandlungskompetenz und Finanzen geschult.
So wird durch Weiterbildung – aber auch durch gezielte Initiativen – weibliches Unternehmertum gefördert, damit Frauen* ein unabhängiges Einkommen erwirtschaften können und Armut abgebaut wird.
"70 % der etwa 700 Millionen Menschen, die in extremer Armut und von weniger als 2,15 $ pro Tag leben, sind Frauen*."












Kaffeekirschen vor der Verarbeitung
Eine Fairtrade-Frauen*initiative
Kakao-Bäuerin in Sierra Leone
Kaffeekirschen vor der Verarbeitung
Eine Fairtrade-Frauen*initiative
Kakao-Bäuerin in Sierra Leone
Kaffeekirschen vor der Verarbeitung
Eine Fairtrade-Frauen*initiative
Kakao-Bäuerin in Sierra Leone
Kaffeekirschen vor der Verarbeitung
Eine Fairtrade-Frauen*initiative
Kakao-Bäuerin in Sierra Leone
Das Beispiel Kaffee und der Kaffee-Gender-Gap
Frauen* leisten einen großen Teil der Arbeit im Kaffeeanbau, haben jedoch häufig weniger Zugang zu Einkommen, Land und Entscheidungsstrukturen. Man spricht da vom "Kaffee-Gender- Gap" (Ähnliche Ungleichheiten finden sich aber auch bei Kakao, Früchten oder Blumen). Die gute Neuigkeit: Aktuell sind rund 775.000 Fairtrade-Kaffeebäuer*innen Teil einer "Fairtrade"-zertifizierten Kooperative, 33 Prozent davon Frauen*. Das ist die höchste erfasste Frauen*quote unter den in kleinbäuerlichen Kooperativen angebauten Fairtrade-Agrarprodukten. Ziel ist es, ihre Rolle durch mehr Entscheidungsmacht, bessere Einkommensmöglichkeiten und größere Sichtbarkeit nachhaltig zu stärken.
Tatsächlich ist Kaffee das bekannteste und absatzstärkste Fairtrade-Produkt weltweit (2024 wurden in Deutschland über 24.660 Tonnen Fairtrade-Kaffee verkauft – das entspricht 5,3 Prozent des gesamten Kaffee-Absatzes in Deutschland).
Und das Beispiel Kaffee zeigt, wie fair gehandelte Produkte ganz selbstverständlich Teil unseres Frühstücks werden können. Bewusste Kaufentscheidungen im Alltag entfalten so konkrete Wirkung.

Foto: Fairtrade by Lena Scherer
Fotos: "Fairtrade"