Plötzlich Chefredakteurin: Corinna Siepenkort vom BLONDE Magazin

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Gerade 31 Jahre alt und schon Chefredakteurin! Corinna Siepenkort lässt das Leben auf sich zukommen, folgt ihrem Herzen und ergreift Chancen, wenn sie sich bieten. So ist sie vom Kriminologie-Studium zum Lifestyle-Journalismus gekommen und gerade die neue Chefredakteurin des „Blonde“ Magazins in Hamburg geworden. Eine 1A-Kombination! Wir treffen Corinna (besser bekannt unter ihrem Spitznamen Coci) in ihrer Dachgeschosswohnung mit XL-Ausblick in der Hamburger Sternschanze und sprechen über Bauchentscheidungen, wieso sie den Printjournalismus liebt, warum sie alleine durch Südamerika gereist ist und welche Pläne sie in ihrem neuen Job hat. Außerdem zeigt uns Coci ein paar ihrer Lieblingsplätze in der Schanze, wobei sie die neuen Jacken von Superdry für uns Probe trägt.

 

femtastics: Seit kurzem bist du die neue Chefredakteurin des „Blonde“ Magazins. Herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt sich das an?

Corinna Siepenkort: Es ist aufregend und neu. Ich bin da eher so reingeraten, mal wieder. Ich war vorher ein halbes Jahr lang beim „Nylon“ Magazin – „Nylon“ und „Blonde“ werden im gleichen Haus gemacht. Die Stelle bei der „Blonde“ wurde frei und ich habe einfach die Gelegenheit ergriffen. Ich hatte schon Gas gegeben bei der „Nylon“, aber gar nicht mit dem Ziel, Chefredakteurin zu werden, sondern einfach, weil ich das Team und das Magazin sehr mag. Mir fiel es also leicht, dort alles zu geben – und dann wurde mein Potential wohl erkannt.

Hast du Respekt vor der neuen Rolle?

Ich habe ganz viel Stress im Kopf. Ich mache mich schon ganz schön verrückt. Ich wache nachts auf und denke: „Oh Gott, ich habe diese E-Mail nicht beantwortet!“, obwohl das eigentlich völlig egal ist.

Was sind die größten Herausforderungen, die du siehst?

Dass man am Ende viel entscheiden muss. Man muss eine Vision haben. Es steht aber auch ein Lernprozess an, sich da lockerer zu machen. Ich muss auch genießen, dass ich jetzt diese Stelle habe – das ist ja etwas sehr Schönes.

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Corinna liebt es zu Hause minimalistisch – mit Deko-Objekten, die an Südamerika erinnern.

Ich würde die Leserin auf keinen Fall unterschätzen. Man muss ihr nicht die Welt erklären.

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Wie willst du an die Themenfindung herangehen?

Ich versuche Themen zu setzen, die mich persönlich auch interessieren würden. Außerdem spreche ich viel mit Freundinnen, die nicht aus der Branche kommen, sodass ich nicht in meiner eigenen Blase bleibe. Das finde ich sehr hilfreich. Und ich lese auch sehr viele andere Magazine. Ansonsten mache ich das jetzt einfach und hoffe, dass es gut wird! (lacht)

Was ist die „Blonde“ für dich?

Für mich ist die „Blonde“ oder ihre Leserin eine starke Frau. Mit einem feministischen Gedanken, aber nicht bissig. Eine Frau, die viel Wert auf Community legt und total trendbewusst ist, die sich für Mode interessiert, aber auch für gesellschaftliche Themen. Eine sehr kluge Frau, ich würde die Leserin auf keinen Fall unterschätzen. Man muss ihr nicht die Welt erklären.

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Du hast Soziologie und Spanisch, dann Kriminologie studiert. Wie kam es zu dieser spannenden Mischung?

Nach dem Abitur wollte ich auf jeden Fall in den Journalismus. Ich hatte mich in ganz vielen Städten für Kommunikationswissenschaften beworben, aber der NC war so hoch. Da ich eh nach Hamburg oder Köln wollte, dachte ich mir: Mach doch Soziologie, das kann man immer gebrauchen! Im Nebenfach wollte ich gerne etwas studieren, was mich wirklich interessiert. Spanisch hatte ich schon im Abitur und mag es einfach sehr. Als ich fertig studiert hatte, wollte ich ehrlich gesagt noch nicht arbeiten. Ich fand studieren cool! Ich habe dann von dem Master in Kriminologie gehört und fand das einfach mega spannend. Das hatte überhaupt keine spezifische berufliche Motivation, ich wollte zwei Jahre noch mal etwas Cooles machen. Aber trotzdem wollte ich in den Journalismus und habe nebenbei immer Praktika gemacht.

Was hat dich an Kriminologie gereizt?

Du hast ganz viel Psychologie, du hast Jura, aber auch Forensik, und es geht auch darum, wer wann und warum straffällig wird. Natürlich braucht man keinen Master in Kriminologie, um Journalistin zu werden, aber ich habe schon das Gefühl, dass dieses Studium mir Türen geöffnet hat. Außerdem ist es ein sehr dankbares Smalltalk-Thema.

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Wann und warum fiel die Entscheidung, in den Redaktionsbereich zu gehen und ein Volontariat zu machen?

Das hat ganz viel mit Gelegenheiten zu tun. Damals machte eine Kollegin ihr Volontariat beim Bauer Verlag und erzählte mir: „Wir machen hier eine Journalistenschule auf, bewirb dich doch mal!“. Das habe ich gemacht und wurde angenommen, war aber noch mitten in meinem Master. Das war alles halbgut geplant. Ich habe dann bei „InTouch“ meine elf Stunden Schicht geschoben und nebenbei meine Masterarbeit geschrieben – das war sehr anstrengend. So war mein Einstieg. Es war nicht so, dass ich schon immer zur „InTouch“ wollte, aber es war die beste Schule für mich. Ich würde das immer wieder machen. Du lernst da unglaublich viel, auch wenn es nicht die großen Reportagen sind, aber das Recherchieren, das saubere und vor allem schnelle Arbeiten.

Ich finde, es ist eine schöne Aufgabe, Frauen oder Mädchen zu unterhalten.

Du hast dann bei verschiedenen Zeitschriften gearbeitet, unter anderem bei „Maxi“ und „Nylon“. Was hat dich im Redaktionsbereich bei Lifestyle-Magazinen gehalten? Was gefällt Dir daran?

Das ist einfach meine Lebenswelt. Es macht ja am meisten Spaß, darüber zu schreiben, was einen selbst interessiert. Ich finde, Unterhaltungsmedien oder gerade Frauenzeitschriften, die oft immer so kritisch betrachtet werden, haben ihre Berechtigung. Ich finde, es ist eine schöne Aufgabe, Frauen oder Mädchen zu unterhalten. Deswegen stellte sich mir nie die Frage, ob ich etwas Anderes lieber täte. Ich fühle mich da zu Hause.

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Für die „Girlboss“-Ausgabe der „Blonde“ war femtastics-Lisa Gast-Chefredakteurin. Ab der kommenden Ausgabe hat Corinna den Hut auf!

Ich bin ein echtes Print-Mädchen!

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Und was gefällt dir am Print-Journalismus?

Ich bin ein echtes Print-Mädchen. Es macht mich stolz, meine Arbeit dann ganz faktisch in der Hand halten zu können. Natürlich ist auch die Entwicklung von Online und besonders Social Media sehr spannend. Ich bin selbst Instagram-Junkie. Aber Print bleibt meine Leidenschaft.

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Den Wandteppich hat sich Corinna aus Südamerika mitgebracht.

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Welche Magazine liest du persönlich gerne?

Ich denke, man sollte alle Konkurrenzmedien im Blick haben. Das mache ich auch gerne, zum Beispiel finde ich das Magazin „Fräulein“ toll. Ich sehe es gar nicht so, dass man sich gegenseitig Leser wegnimmt – je mehr Hefte in diese Richtung gehen, desto besser! Und dann natürlich Reisemagazine wie das “Fernweh” Magazin, das ist megacool. Macht sich auch gut als Wohnungsdeko! (lacht)

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Ich hatte das Gefühl, mich selbst verloren zu haben und wusste nicht mehr genau, wer ich bin und was ich sein will.

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Du hast dir beruflich voriges Jahr eine Auszeit genommen und bist länger gereist, richtig? War das eine Bauchentscheidung? Was hat dich dazu gebracht?

Es war eine Bauchentscheidung. Ich war über drei Jahre bei der „Maxi“ und war auch sehr gerne da, hatte aber das Gefühl, dass ich weiterziehen muss. Außerdem hatte ich damals gerade eine Trennung hinter mir. Das war eine Zeit, zu der ich mich richtig durchkämpfen musste. Freunde sagen ja immer: Mach das, was du gerne machst! Und das ist bei mir das Reisen. Also habe ich wirklich gekündigt – und hatte drei Monate Zeit, um Geld zu sparen. Das hat natürlich überhaupt nicht funktioniert (lacht). Ich bin mit viel zu wenig Geld los gereist. Ich bin nach Südamerika geflogen, viereinhalb Monate war ich insgesamt dort. Ich war die meiste Zeit alleine unterwegs, was sehr aufregend für mich war. Das hatte ich noch nie gemacht. Viele Freunde haben gesagt: „Nach Südamerika, bist du verrückt? Wieso fährst du nicht nach Asien, da ist es doch auch schön!“ Da war ich aber schon so oft.

Warum wolltest du unbedingt alleine reisen? War das ein Selbstfindungstrip?

Ein Klischee, aber es war tatsächlich so. Ich hatte das Gefühl, mich selbst verloren zu haben und wusste nicht mehr genau, wer ich bin und was ich sein will. Ich habe erst im Flieger gemerkt, was ich da eigentlich mache und Panik gekriegt. Ich dachte: „Oh Gott, du kannst ja gar kein Spanisch – was ja gar nicht stimmt – und du bist ganz alleine, was mache ich denn hier?“ Ich hatte vier Wochen vorher auch noch meinen jetzigen Freund kennengelernt, und der hat gesagt „Ich warte jetzt hier auf dich!“ Und ich dachte: Ja klar, wir kennen uns doch noch nicht lange! Wir haben dann viel Kontakt gehabt, ich habe aber auch noch ganz viel Liebeskummer verarbeitet. Dann kam mich mein jetziger Freund besuchen, in Panama, für drei Wochen. Als ich ihn vom Flughafen abholte, hatte ich noch einmal einen Panikanfall, weil ich dachte: „Ich kenne den doch gar nicht, und jetzt kommt der extra für mich und wir hängen hier drei Wochen in Panama herum!“ Aber es war mega. Wir haben uns richtig gut verstanden und haben uns da tatsächlich noch mehr verliebt. Danach war ich weiter allein unterwegs.

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„Ich bin ein Jeans-Mädchen, deshalb gehört eine Jeansjacke unbedingt in meinen Kleiderschrank“ – Jeansjacke mit Patches von Superdry.

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Eine große Erkenntnis ist, dass Naivität manchmal hilft und gar nicht schlimm ist!

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Wie war es dann, allein in Südamerika zu reisen? Wo warst du überall?

Gestartet habe ich auf Galapagos, da habe ich bei einem Freiwilligenprojekt mitgemacht an einer Schule, vier Wochen lang. Ich habe auf Spanisch Englisch unterrichtet, das war chaotisch. (lacht) Die Kinder waren sechs bis sieben Jahre alt und ganz sweet. Danach ging es über Ecuador nach Kolumbien, als nächstes Panama, dann bin ich runtergeflogen nach Peru und Bolivien.

Angst hatte ich dabei gar nicht. Ich bin da relativ naiv herangegangen. Eine große Erkenntnis ist, dass Naivität manchmal hilft und gar nicht schlimm ist! (lacht) Ich habe viel auf meinen Bauch gehört, denn du musst manchmal anderen Leuten vertrauen – und wenn dann ein netter Mann gesagt hat „Ich nehme dich dahin mit!“, dann habe ich halt auf meinen Bauch gehört, ob ich jetzt zu dem ins Auto steige oder nicht. Das hat immer geklappt. Ich war auch sehr brav und habe nichts provoziert. Wenn es dunkel war in den großen Städten, war ich im Hostel. Aber generell lernt man unglaublich viele Leute kennen. Das war auch eine Erkenntnis, dass es schön ist, wenn man sich ein Stück weit begleitet, sich dann aber doch wieder trennt. Wahrscheinlich sieht man sich nie wieder, aber das macht nichts, man hatte eine schöne Woche! Ich war selten richtig alleine, nur wenn ich es wirklich wollte. Am Anfang wollte ich es, um zu sehen, ob ich das kann. Ich kann es auch, aber ich bin lieber zu zweit.

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„Ich liebe den dunkelblauen Military-Mantel – er ist so feminin geschnitten, das finde ich toll!“ – Mantel mit Goldknöpfen von Superdry.

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Was sind deine Südamerika-Favorites?

Das ist schwer zu sagen. Ich hatte am wenigsten Erwartungen an Bolivien, fand es da aber am schönsten. Die Natur und Landschaft sind unglaublich toll. Die Leute sind sehr höflich, zurückhaltend, vielleicht auch ein bisschen skeptisch, weil der Tourismus dort noch nicht so verbreitet ist, außer in La Paz. Die Vulkanlandschaften, die Salzwüste … das fand ich sehr beeindruckend. Und ansonsten ist Kolumbien der Knaller, wenn man so richtig Strandurlaub machen will. Die Leute sind unglaublich nett. Es war das Land, wo ich mich am sichersten gefühlt habe. 

Ich habe übrigens den Machu Picchu bestiegen! Das war auch eine kleine Randerfahrung für mich, weil ich eigentlich keine Wandermaus bin, aber dachte: Wenn du schon mal da bist, dann machst du das. Ich war unglaublich schlecht vorbereitet, hatte nur Chucks an und bin damit vier Tage lang gewandert. Das war eine bescheuerte Idee, ich hatte überall Blasen und blutige Zehen. Zudem hatte ich nur eine Jeansjacke an und es wurde natürlich kalt … aber ich habe es geschafft! Und darauf war ich sehr stolz.

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„In Hamburg braucht man unbedingt einen Parka!“ – Corinna trägt einen Parka mit Camouflage-Print von Superdry.

Würdest du dich als Naturmenschen bezeichnen?

Ja, ich bin auf dem Dorf aufgewachsen und bin immer gerne in der Natur. Das geht natürlich unter, wenn man in der Großstadt lebt. Ich dachte immer, ich wäre ein Strandmädchen, aber seit zwei, drei Jahren merke ich, dass ich Wälder und Berge total liebe.

Du hast eine Reitbeteiligung, richtig? Ein zeitintensives Hobby. Wie organisierst du das als Berufstätige?

Ich gehe immer einmal die Woche zu einem Pony in Wilhelmsburg. Ein kleines dickes, weißes Pony. Ich liebe das, ich bin dann rund drei Stunden auf dem Hof – eine richtige Auszeit. Als ich noch zu Hause gelebt habe, als Kind von acht bis sechzehn, war ich immer reiten. Das Reiten war toll, aber alles drumherum fand ich schrecklich. Dieses typische Reitstallklischee, mit Steppwesten und so, das bin ich nicht. Das war immer so doof, weil mich das Reiten eigentlich glücklich macht. Gesucht und gefunden habe ich die Reitbeteiligung im Internet. Die Besitzerin war zunächst verwirrt, dass ich schon 31 bin und kein zwölfjähriges Mädchen, aber ich habe ihr gesagt, dass ich relativ klein bin und glaube, dass es funktionieren wird. Jetzt ist es toll, weil ich regelmäßig draußen bin und die Natur und das Reiten habe, ohne diesen Lifestyle dahinter. Auf dem Hof gibt es auch Schweine und Gänse, da laufen Hunde herum und Katzen – richtiges Bauernhof-Feeling.

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Du lebst mitten in der trubeligen Sternschanze. Was gefällt dir daran, hier zu wohnen?

Es ist sehr bequem hier, weil man direkt vor der Haustür alles hat. Es ist auch sehr gemütlich, weil viele Freunde bereit sind, hierher zu kommen. Man hat kurze Wege. Ich bin aber sowieso sehr anpassungsfähig. Ich könnte auch woanders hinziehen, aber ich fühle mich wohl hier – obwohl es die Idee meines Freundes war, in diesem Viertel zu wohnen. 

Was sind deine liebsten Spots hier? Hast du Insider-Tipps für uns?

Ich gehe gerne in das „Codos“, ein Café in der Bartelstrasse. Das ist sehr familiär und sehr nett. Zum Essen das „Bistro Carmagnole“, mein Lieblingsrestaurant. Ansonsten schlendert es sich auch ganz ausgezeichnet in der Schanze. (lacht) Ach, und dann gibt es noch „Brunos Käseladen“, da bin ich auch sehr gerne. Der ist am Schulterblatt, da kann man nett einen Wein trinken und dazu eine Käseplatte essen. Ich bin ein großer Käsefan!

Vielen Dank für das Gespräch, Coci!

 

Hier findet ihr Corinna Siepenkort:

 

Fotos: Annika Hirsch

– Werbung: Diese Story ist in Zusammenarbeit mit Superdry entstanden –

 

 

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