Female Finance: Bitcoin – Investition oder Spekulation?

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25. Februar 2021

In den letzten Monaten hat der Bitcoin mal wieder stark von sich reden gemacht. Was steckt dahinter? Und: Solltest du schnell mit aufspringen auf den Zug?

Was sind Kryptowährungen?

Bitcoin ist nur eine von diversen Kryptowährungen, die es gibt. Neben dem Bitcoin gibt es z.B. Ethereum, Litecoin oder Ripple. Der Bitcoin war die erste Kryptowährung, die sich durchgesetzt hat und weiterhin die Nase vorn hat; insbesondere, seit Tesla-Chef Elon Musk kürzlich angekündigt hat, den Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Prinzipiell versuchen Kryptowährungen, eine parallele (oder vielleicht irgendwann alternative) Währung zu sein, die als Zahlungsmittel akzeptiert wird, dabei aber nicht von den gängigen Institutionen, insbesondere den Zentralbanken, kontrolliert wird.

Auf diesem Weg müssen Kryptowährungen sich bemühen, diese drei Aspekte unter einen Hut zu bringen:

  1. Skalierbarkeit (also die Möglichkeit, schnell mehr der Währung zu „produzieren“)
  2. Sicherheit (kann die Währung z.B. schnell gehackt werden?)
  3. (De-)Zentralität (wie sehr wird die Währung von bestehenden Institutionen kontrolliert – oder eben nicht?)

Bislang klappt es nicht, alle drei Kriterien zu kombinieren. Bitcoin wird zwar bislang nicht von den Zentralbanken kontrolliert und gilt als sicher, aber die Skalierbarkeit ist eingeschränkt. Neue Bitcoins zu „schürfen“ verschlingt Unmengen an Strom und Rechenleistung.

Claudia Müller ist Gründerin des „Female Finance Forum“.

Funktionen von Geld

In der klassischen Lehre hat Geld drei Funktionen; oder anders gesagt, es gibt drei Gründe, weshalb Geld überhaupt existiert:

  1. Zahlungsmittel. Bevor Geld erfunden wurde, mussten wir Waren miteinander tauschen. Milch gegen Eier gegen Schuhe. Wenn du Schuhe brauchtest, Eier zu bieten hattest, aber die Schusterin brauchte Milch, musstest du erst deine Eier gegen Milch tauschen, um damit an deine Schuhe zu kommen. Geld verkürzt diesen Handel, weil es ein allgemein anerkanntes Zahlungsmittel ist.
  2. Wertaufbewahrung. Geld kannst du über einen langen Zeitraum aufbewahren, ohne dass sich sein Wert stark verändert. Eine mäßige, kontrollierte Inflation ist akzeptiert, aber eine Hyperinflation führt zu einem starken Eingreifen der Zentralbanken, um den Geldwert wieder zu stabilisieren.
  3. Recheneinheit. Geld ist eine klare Einheit: Wir haben alle eine Vorstellung davon, wieviel 10 Euro wert sind. Wenn wir dagegen anfangen, mit 12 Eiern oder einer Hose zu argumentieren, reden wir mit ziemlicher Sicherheit von unterschiedlichen Beträgen.

Kryptowährungen als alternatives Geld?

Bislang erfüllen Kryptowährungen diese grundlegenden Geldfunktionen nicht. Selbst der Bitcoin, der verhältnismäßig weit verbreitet und akzeptiert ist, taugt nicht als universell einsetzbares Zahlungsmittel; im Supermarkt kannst du deinen Wocheneinkauf bislang nicht davon bezahlen. Der Wert der Kryptowährungen hat über die letzten Jahre immer wieder extrem geschwankt, d.h. zur Wertaufbewahrung taugen sie auch nicht. Und solange die ersten beiden Kriterien nicht erfüllt sind, können wir auch nicht in Bitcoin rechnen.

Abbildung 1: Wertentwicklung von Kryptowährungen ggü. USD. Quelle: finanzen.net; abgerufen am 19.02.2021

 

Möglicherweise setzen sich Kryptowährungen in der Zukunft als Zahlungsmittel durch. Bislang ist leider nicht erkennbar, welche das sein wird und wann. Daher wäre ein Kauf von Bitcoin zum jetzigen Zeitpunkt eine Spekulation, die sich auszahlen kann oder auch nicht. Für eine langfristige, sinnvolle und zuverlässige Investition für die Altersvorsorge eignen sie sich bislang nicht. Dran bleiben und lernen, wie Kryptowährungen funktionieren, lohnt sich auf jeden Fall!

Falls du neugierig bist und das Risiko liebst, kannst du natürlich mit Kryptowährungen experimentieren. Hierfür eignet sich z.B. die App „Bison“ der Börse Stuttgart. Dort kannst du die größten Kryptowährungen ganz einfach handeln, und das mit der Zuverlässigkeit der Börse Stuttgart. Außerdem lohnt es sich natürlich immer, dich weiter einzulesen. Als Einstieg bieten sich „Stiftung Warentest“, die Verbraucherzentralen, „Finanzfluss“ oder „Capital“ an.

 

Text: Claudia Müller

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Illustration: Stefanie Berkmann

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