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Themenwoche #9 | Fashion Week: Beauty mit Loni Baur

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Diese Woche dreht sich in unserer Themenwoche alles um die Berlin Fashion Week und Beauty. Wir zeigen euch die schönsten Make-up-Looks und interviewen für euch die spannendsten Beauty-Köpfe. Los geht’s mit Loni Baur. Sie ist eine der bekanntesten Visagistinnen Deutschlands. Auf den Fashion Weeks in New York und Paris schminkt sie regelmäßig die Laufsteg-Looks für Labels wie Céline, Alexander Wang und Balenciaga. Aber auch auf dem heimischen Markt ist die Wahlhamburgerin, die in Essen geboren wurde, erfolgreich. Auf der Berlin Fashion Week arbeitet sie dieses Jahr mit der Kosmetikmarke CATRICE zusammen und kreiert die Make-up-Looks für die Fashion Shows von Labels wie Lala Berlin, Marina Hoermanseder und Hien Le, sowie für die Modepräsentationen im Rahmen des Berliner Mode Salons. Mitten im Trubel der Fashion Week, während der Vorbereitungen für die Modenschau von Lala Berlin, trafen wir Loni Baur backstage zu einem Gespräch.

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Entspanntes Gespräch mit Loni im Berliner Kronprinzenpalais.

 

femtastics: Wie entwickelst du die Looks für die einzelnen Designer und Schauen?

Loni Baur: Es ist ein ziemlich komplexer Weg. Die Look-Abstimmung findet immer eine geraume Zeit vor den Shows statt. Letzte Woche haben wir uns also zwei Tage getroffen. Beim Berliner Modesalon machen insgesamt 14 Designer mit, für die wir das Make-up kreieren, und die wollen alle einen ganz individuellen Look haben.

Wie näherst du dich den Kollektionen an?

Die Designer schicken mir im Vorfeld viele Moods und Inspirationen sowie Details zu ihren Kollektionen. Jeder Designer hat eine eigene Geschichte, eine eigene Vision, eine eigene Ästhetik und auch ein eigenes Frauenbild.

Und wie setzt du diesen Input dann um?

Ich versuche natürlich den Wünschen gerecht zu werden, bin aber auch in einer beratenden Funktion. Mal ist der Look leise, mal ist er laut. Das ist eine sehr persönliche Entwicklung, die da stattfindet. Die Inspiration ist auch immer eine ganz andere. Bei der Designerin Nobi Talai war es zum Beispiel persisches Nomadentum zusammen mit einer geradlinigen Klarheit. Da geht es dann eher um ein Frauenbild und darum, das Nomadentum in die Stadt zu bringen.

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Gewusel im Backstage-Bereich.

 

Wie sieht der Look dann aus?

In diesem Fall habe ich einen sehr warmen Look kreiert mit buschigen Brauen. Bei Hien Le war es eine andere Herangehensweise. Seine Mode ist von der Tennismode der Siebziger Jahre inspiriert. Eine sehr klare und sportive Kollektion, die nur sechs Farben beinhaltet – unter anderem dieses tolle Grün der Siebziger, was ich unbedingt in meinen Make-up-Look aufnehmen wollte. Hien vermischt ganz toll Texturen und Farben, passend dazu habe ich einen Eyeliner gewählt, der in der Mitte des Augenlids aufhört und mit einem kleinen Stück Stoff aus der Kollektion ergänzt wird.

Wie sieht ein typischer Fashion-Week-Tag bei dir aus?

Die drei Tage, die ich hier bin, sind schon sehr stressig. Eigentlich mache ich morgens immer Sport, das ist mir wichtig, aber dazu komme ich während der Fashion Week leider nicht. Ich stehe um halb sechs Uhr morgens auf, schnappe mir einen Kaffee im Hotel und fahre zu meinem Team aus sechs Visagistin. Auf die kann ich mich verlassen, die sind technisch sehr visiert. Wir sind 20 Minuten vorher da, bevor die Models kommen. Ich schminke den Look dann einmal vor, damit die Visagisten das nachmachen können. Dann geht es los und die Mädchen rotieren durch, bis alle geschminkt sind. Danach gehe ich zum Rehearsal und schaue, wie die Lichtsituation ist. Also, wie viel Glanz dürfen die Mädchen haben, ist die Präsentation drinnen oder draußen, muss das Make-up stärker oder schwächer sein? Je nachdem modifiziere ich dann das Make-up noch mal. Manchmal ist nach der Arbeit abends noch Zeit für einen Drink mit dem Team, aber morgen geht es auch schon sehr früh weiter.

Was ist denn der Make-up-Trend für diesen Sommer? 

Matte Lippenstifte sind diesen Sommer nach wie vor aktuell sowie Eyeliner in verschiedensten Farben und Formen. Das sind die beiden Haupttrends. Es darf ruhig mal wieder mit dem Make-up gespielt werden!

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Was waren die wichtigsten Stationen deines Werdegangs?

Ich bin in Essen aufgewachsen und zur Schule gegangen. Danach habe ich in Köln beim Fernsehen gearbeitet, habe aber gemerkt, dass das nicht die Art und Weise ist, wie ich Make-up machen möchte. Ich war das letzte Glied in der Kette und habe nicht den gewünschten Respekt bekommen. Mein Ziel war immer, so gut zu werden, dass die Leute dankbar sind, wenn ich für sie schminke. Daran habe ich immer sehr hart und ehrgeizig gearbeitet. Zwischendurch habe ich in Paris assistiert und an meiner Mappe gearbeitet. Bis heute arbeite ich in New York und L.A. in Show-Teams mit den Besten der Branche. Eine ist beispielsweise die persönliche Make-up-Artistin von Madonna. Mit diesen hochkarätigen Leuten messe ich mich. Ich sehe immer wieder Leute, die ihren Job sehr, sehr gut machen. Es ist immer gut zu sehen, dass noch Platz nach oben ist. Das spornt mich an. Außerdem bekomme ich die Trends eins zu eins mit. Das empfinde ich als große Bereicherung.

Bei welchen großen internationalen Schauen schminkst du?

Von Gaultier über Alexander Wang bis Balenciaga. Über Akris habe ich beispielsweise Kontakte zu dem Königshaus von Monaco bekommen und bin da mit meinem Köfferchen ein und aus gegangen.

Wie schafft man es in die Liga der Top-Make-up-Artists?

Man braucht auf jeden Fall einen langen Atem und die richtige Persönlichkeit. Auch ein Stück weit Bescheidenheit sich selbst gegenüber ist wichtig. Viel junge Visagisten denken, dass sie weiß Gott was kreieren. Dieses ganze Self-Marketing im Zeitalter von Facebook und Instagram ist leider sehr viel heiße Luft mit wenig Technik und Expertise dahinter. Man muss selbstkritisch bleiben. Ich gehöre noch zu einer Generation, die gesagt hat: Hochmut kommt vor dem Fall. Da ist auch immer noch was dran. Man darf nicht aufhören, an sich zu arbeiten, Tests zu machen und seine Arbeit kritisch zu sehen. Ich frage mich ständig, ob das, was ich mache, jetzt wirklich gut und neu ist, ob es nicht schon jemand Anderes besser gemacht hat. Diese Selbstkritik als Hauptmotor, das ständige Reflektieren, das geht der jungen Generation irgendwie ab. Außerdem muss man auch andere Dinge im Leben haben, mit denen man sich beschäftigt und die Spaß machen. Man braucht Balance. Es nützt nichts, der erfolgreichste Make-up-Artist zu sein und kein Leben zu haben.

Wie steht es mit der Inspiration?

Man sollte sich als Make-up-Artist die Mühe machen, in die Welt rauszugehen und eigene Ideen zu suchen – anstatt Ideen von Anderen zu klauen. Dabei ist es egal, ob man ins Museum geht oder sich morgens Kaffeebohnen anschaut. Inspiration entsteht überall.

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Verrätst du uns zum Schluss noch deine Lieblingsprodukte?

Während der Berlin Fashion Week bin ich für CATRICE gebucht und entdecke immer wieder neue spannende Produkte, die locker mit Produkten aus dem Luxussegment mithalten können. Ganz neu entdeckt habe ich das Gesichtspapier von CATRICE, was super schnell mattiert. Was mir außerdem extrem die Arbeit erleichtert, ist die neue Wimpernzange mit integriertem Kamm, ebenfalls von CATRICE. Außerdem mag ich die Contouring Palette und den Brow Definer sehr. Privat schwöre ich auf Gesichtsöle.

loni-baur-catrice-favoriten

1) All Matt Anti-Shine Paper von CATRICE

2) Longlasting Brow Definer von CATRICE

3) Prime and Fine Professional Contouring Palette von CATRICE

 

Vielen Dank für das Gespräch, Loni!

 

Hier findet ihr Loni:

 

Fotos: Pelle Buys

Themenwoche #9: Fashion Week Beauty – hier geht’s zu weiteren Artikeln.

– In Kooperation mit CATRICE –

 

 

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