Botox, Hyaluron & Co. – Dr. Emi Arpa über den Trend der minimal invasiven Schönheitsbehandlungen

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5. November 2020

Dr. med. Emi Arpa ist in vielerlei Hinsicht eine neue Art von Ärztin. Sie studierte und promovierte am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und spezialisierte sich auf den Bereich ästhetische Dermatologie und Hautchirurgie – soweit noch so klassisch –, sie arbeitet gerade daran, ihre eigene Praxis in Berlin zu eröffnen – nicht gerade gewöhnlich im Alter von 32 –, deren Empfangsraum eher an einen wohnlichen Member’s Club als an eine Arztpraxis erinnern soll. Zudem hat sich „Dr. Emi“ auf sogenannte minimal invasive ästhetische Behandlungen mit Botox, Hyaluron oder Fadenlifting spezialisiert und verfolgt dabei einen Ansatz, der nichts mit dem etablierten Bild von „Schönheits-OPs“ zu tun hat: Statt künstlichen Einheitsgesichtern zielt die Dermatologin auf natürlich wirkende Optimierungen ab, die sie als Mittel zu mehr Selbstbewusstsein, Emanzipation und Selflove ansieht. Zu ihren Kund*innen zählen Models und Influencerinnen wie Sofia Tsakiridou, Milena Karl, „Novalanalove“ und viele weitere, die auf Instagram auch offen zu ihren Behandlungen stehen. Wir sprechen mit Emi über ihre Einstellung zu ästhetischen Eingriffen, welche Rolle Instagram dabei spielt, warum es einen Unterschied macht, von einer Frau behandelt zu werden, wann sie Patient*innen ablehnt und wie sie die Entwicklung der vergangenen Jahre in ihrer Branche beurteilt.

 

femtastics: Mit 32 bist du recht jung, um dich mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen, oder?

Emi Arpa: Ich glaube auch. (lacht) Als ich mich während meines Studiums auf den Bereich ästhetische Dermatologie spezialisiert habe, wurde mir schnell bewusst, dass ich mich damit irgendwann selbstständig machen will, damit ich so arbeiten kann wie ich gerne möchte. Dass ich das tatsächlich dieses Jahr gemacht habe, hatte auch mit meinem Partner zu tun. Er ist Unternehmensberater, hat den BWL-Part für mein Unternehmen übernommen und mich sehr ermutigt, mich selbstständig zu machen. Das war ja auch mein Plan, aber ich wollte den Patient*innen etwas bieten können und mir war es wichtig, die Facharztausbildung fertig zu machen. Mein Partner hat tatsächlich in diesem Jahr seinen Job gekündigt, um vollumfänglich unsere Ideen im Hintergrund voranzutreiben.

Warum genau willst du selbstständig arbeiten? Was willst du anders machen?

Ich wollte zum Beispiel in der Entscheidung, mit welchen Produkten ich arbeite und wieviel Zeit ich mir jeweils für die Patient*innen nehme, frei sein. Ich mochte auch die Hierarchien in großen Krankenhäusern nicht. Chefarzt, Oberarzt und Arzt werden auf ein Podest gestellt. Als Assistenzarzt oder -ärztin ist man in dieser Hierarchie weiter unten angesiedelt, hat weniger Möglichkeiten kreativ zu werden und selbst mitzubestimmen. Ich habe immer davon geträumt, ein Team ohne Hierarchien zu haben, in dem man einfach gut und nett zusammenarbeitet. Und ich möchte auch nicht, dass mich die Patient*innen auf ein Podest stellen. Deshalb habe ich auch überhaupt kein Problem damit, wenn man mich duzt oder wenn mich Patient*innen wie eine Freundin ansehen, mit der man sich austauscht.

Du willst noch dieses Jahr deine Praxis in Berlin eröffnen. Was wirst du dort anbieten?

Ich werde in meiner Praxis die gesamte Dermatologie und Laser-Medizin anbieten. Dafür werde ich neben mir auch eine weitere Ärztin anstellen. Zudem werde ich ästhetische Behandlungen anbieten. Ich habe einfach gemerkt, dass die Nachfrage danach riesig ist. Ich habe mich auf diese minimal invasiven Behandlungen ohne Operationen spezialisiert und lege großen Wert auf natürliche Ergebnisse. Mir ist es wichtig, nicht einfach nur schablonenhaft Schönheitsideale zu übertragen, sondern die Individualität beizubehalten.

Ich habe einfach gemerkt, dass die Nachfrage nach ästhetischen Behandlungen riesig ist.

femtastics Co-Gründerin Anna trifft Emi in ihrer Hamburger Wohnung zum Interview (wo die Spritze nur für Fotos herausgeholt wurde).

Wie ist dein Ansatz, was ästhetische Behandlungen angeht?

Ich bin selbst eine junge Frau und weiß auch von Freund*innen und Frauen in meinem Umfeld, dass viele von uns kleine Komplexe haben, die uns stören und die uns manchmal daran hindern, Dinge zu tun, die wir gerne tun wollten, oder Dinge zu erreichen, die wir erreichen wollen. Mein Ziel ist gar nicht, für alle Menschen eine Schablone zu nutzen. Ich möchte Menschen einfach helfen, selbstbewusster zu werden. Es geht nicht darum, dass wir alle perfekt aussehen müssen – was ist schon perfekt? – aber es geht darum, Dinge zu behandeln, die einen stören und eine Ärztin zu haben, die das mitfühlt und verstehen kann. Ich möchte Menschen gerne ein gutes Gefühl geben. Das gibt mir selbst sehr viel bei meiner Arbeit.

Es ist interessant: Ich habe mal auf einer Krebsstation gearbeitet und das hat mir persönlich viel weniger gegeben als die Arbeit, die ich jetzt tue, obwohl es da um viel mehr ging. Ich bin sehr empathisch, mich haben die Schicksale sehr traurig gemacht und ich hatte nicht wirklich den Eindruck, dass ich noch etwas für die Patient*innen tun konnte, vor allem in einem Krankenhaussystem, wo man als Ärzt*in gar nicht ersichtlich hilft, sondern hauptsächlich Papierkram erledigt. Dagegen gibt mir die Ästhetik sehr viel, weil ich erlebe, wie dankbar die Patient*innen sind und dass ich ihnen ein gutes Gefühl geben kann.

Es geht nicht darum, dass wir alle perfekt aussehen müssen – was ist schon perfekt? – aber es geht darum, Dinge zu behandeln, die einen stören und eine Ärztin zu haben, die das mitfühlt und verstehen kann.

Mit welchen Problemen oder „Komplexen“ haben sich Menschen in der Vergangenheit an dich gewandt?

Sehr häufig wurde ich auf das Thema Hautqualität angesprochen – sei es eine Hauterkrankung oder Narben, die Hauterkrankungen hinterlassen haben. Ich wurde immer nach Tipps gefragt, was Hautpflege betrifft, weil ich schon immer ein „Skincare Junkie“ war, und dann habe ich gemerkt, was man medizinisch mit minimalinvasiven Behandlungen machen kann, um die Hautqualität zu verbessern. Auch Themen wie die „Tränenrinne“, also die „Schatten“ unter den Augen, spielen oft eine Rolle. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, in der man meiner Meinung nach viel zu wenig Schlaf bekommt, und früher oder später bekommt jeder Tränenrinnen. In den letzten drei, vier Jahren kam dann der Riesentrend dazu, dass man sich die Lippen oder die Nase minimalinvasiv behandeln lässt. Aber primär ging es immer ums Thema Hautqualität.

Wenn man Entzündungen im Gesicht hat, kann das so sehr auf die Psyche gehen, und ich merke, welchen Unterschied es für Menschen macht, wenn sie diese Probleme nicht mehr haben. Manche Menschen empfinden das vielleicht als oberflächlich, aber ich sehe das anders. Wenn du ständig Entzündungen im Gesicht hast, die dich vielleicht sogar davon abhalten, zu einem Bewerbungsgespräch zu gehen, dann ist einem so geholfen, wenn sich jemand der Sache annimmt.

Du hast gerade schon einen neuen Trend angesprochen. Welcher ist das genau?

Es ist auf jeden Fall ein Trend, sich die Lippen machen zu lassen. Es gibt einfach solche Trends in Bezug auf das Schönheitsideal – in der Antike war eine andere Nase „in“ als heute. Im Moment stehen die Leute auf natürlich konturierte, volle Lippen, ohne dass es „gemacht“ aussieht. Das ist genau mein Ziel: Ich lege wert auf ein natürliches Ergebnis, ich möchte nicht dieselbe Lippe an jedem Menschen sehen, ich schaue, wie die anatomischen Gegebenheiten sind und versuche, die eigene Lippenform bestmöglich zu gestalten.

Emi mit Plänen und Ideen für ihre erste eigene Praxis in Berlin, die im Dezember 2020 eröffnen wird.

Du hast den Begriff „minimal invasiv“ genannt. Was ist damit gemeint?

Damit ist alles gemeint, was so wenig Trauma wie möglich verursacht. Eine Operation, bei der man aufschneidet, ist das Gegenteil. Was die Ästhetik betrifft, wäre ein operativer Facelift maximal invasiv. Hyualuronspritzen, Botulinum- oder Laserbehandlungen, zum Beispiel, sind dagegen minimal invasiv. Vieles davon wird mit einer Nadel gemacht.

Bietest du die anderen Behandlungen auch an?

Ich mache Dermatochirurgie – zum Beispiel, wenn Hautkrebs herausgeschnitten und die Haut wieder möglichst schön zusammengenäht werden muss. Solche operativen manuellen Tätigkeiten sind eine große Leidenschaft von mir, ich kann diese aber aus organisatorischen Gründen aktuell nicht anbieten. Möglicherweise mache ich das zukünftig in meiner Praxis. Aber operative ästhetische Behandlungen mache ich nicht.

Du warst im Rahmen deines Studiums unter anderem auch in Korea und der Türkei und ich nehme an, dass du dich über internationale Schönheits-Trends informierst. Erkennst du da Unterschiede oder gleicht sich das gängige Schönheitsideal global immer mehr an?

Ich habe den Eindruck, dass ein Schönheitsideal immer mehr globalisiert wird. Natürlich gibt es trotzdem noch Unterschiede – man will häufig genau das, was man nicht hat. In Korea ist es zum Beispiel völlig normal, dass man zum Schulabschluss eine Augenlid-OP geschenkt bekommt, bei der künstlich eine Lidfalte hergestellt wird. Aber egal wo, ob in Korea, Mexiko oder Deutschland, wollen viele Frauen große Augen, einen vollen Mund und eine kleine Stupsnase – das war schon in den letzten zehn Jahren so. Was ich in den vergangenen Jahren gemerkt habe, ist, dass viele Frauen nicht mehr versuchen, diesem klassischen Schönheitsideal nachzueifern, sondern dass sie vielmehr denken: Eigentlich bin ich mit mir zufrieden, ich möchte mich nur minimal optimieren oder den sogenannten Alterungsprozess entschleunigen.

Hat sich die Einstellung zu Schönheits-OPs oder ästhetischen Behandlungen in Deutschland verändert?

Die deutsche Frau hat sich in der Regel nie übermäßig um ihr Aussehen gekümmert – das fand ich immer sehr sympathisch. Hier waren Schönheits-OPs lange nicht so gut angesehen und eher verpönt, während man sich in anderen Ländern mit ihnen schmückt. Ich finde die Entwicklung der letzten Jahre aber sehr schön, dass es nicht mehr in Verruf ist, Behandlungen durchführen zu lassen und dass man mehr aus sich macht.

Wir leben immer länger, aber unsere Gene kommen noch nicht ganz mit, und wir leben nun einmal in einer Leistungsgesellschaft, in der man sich bemüht, Schritt zu halten. Früher hatten die meisten Frauen mit Anfang Dreißig schon Familie und Kinder. Ich bin 32, nicht verheiratet und habe noch keine Kinder und möchte entsprechend, dass sich meine Haut und mein Körper so jung anfühlen wie ich mich im Kopf fühle. Und wenn man schon so viel arbeitet, vielleicht auch noch eine Familie zu versorgen hat, dann möchte man sich vielleicht auch gönnen, frisch auszusehen.

Ich bin 32, nicht verheiratet und habe noch keine Kinder und möchte entsprechend, dass sich meine Haut und mein Körper so jung anfühlen wie ich mich im Kopf fühle.

Minimal invasive Eingriffe, auf die sich Emi spezialisiert hat, werden häufig mit Spritzen gemacht.

Es gibt Studien, die einen Zusammenhang zwischen Instagram-Filtern und dem Anstieg von Schönheits-OPs herstellen – viele Menschen möchten offenbar ihre digital optimierten Gesichter mithilfe von Eingriffen in die Realität umsetzen. Wie beurteilst du das?

Das ist eine interessante Studie. Ich kann nicht sagen, ob der Anstieg dieser Eingriffe an Social Media-Filtern liegt oder daran, dass mehr Aufklärung darüber herrscht, was überhaupt gemacht werden kann. In den vergangenen Jahren ist das Thema u.a. durch Social Media sehr präsent gewesen. Zudem waren zum Beispiel Hyaluronbehandlungen früher viel kostenintensiver und im Grunde nur erschwinglich für Stars und Superreiche. Mittlerweile sind sie günstiger geworden, weil mehr Forschung betrieben wurde und es viel mehr Hersteller gibt als früher.

Ich persönlich habe früher schon immer gesehen, welche Stars was haben machen lassen, aber die meisten Menschen dachten, diese Promis sähen von Natur aus so aus. Dabei haben in Wirklichkeit so viele Menschen bei ihrem Aussehen nachgeholfen. Man kann es auf zwei Weisen sehen. Einerseits kann Social Media ein Antrieb sein, weil man durch einen bestimmten Filter sieht wie man aussehen könnte und deshalb zu einer Behandlung geht. Andererseits wurde die Illusion, dass so viele Menschen von Natur aus so volle Lippen, so hohe Wangenknochen und so große Augen haben, genommen, und es wurde deutlich, dass dafür Geld in die Hand genommen wurde, um so auszusehen. Ich höre oft, dass Menschen auf gewisse Weise erleichtert sind, dass sie das herausgefunden haben. Das nimmt vielleicht auch Druck und Komplexe.

Hast du Wünsche von Patient*innen auch schon abgelehnt?

Das mache ich relativ häufig. Das soll nicht arrogant klingen, aber ich finde, als Ärzt*in sollte man auch Feingefühl für psychische Erkrankungen haben. Ich habe mal eine Fortbildung für Psychosomatik in der Dermatologie besucht. Ich finde, man muss als Ärzt*in auffassen können: Ist das wirklich etwas, was die Patient*in stört, oder ist das eine Körperwahrnehmungsstörung? Wenn ich so etwas bei einer Patient*in bemerke, dann kann ich natürlich nicht mit der Tür ins Haus fallen, aber ich versuche, ihnen das auf eine nette Art und Weise beizubringen. Beispielsweise frage ich dann vorsichtig: „Hand aufs Herz, ich glaube, es geht dir nicht wirklich um die Lippen, oder?“. Das muss man im ersten Schritt erkennen: den Unterschied zwischen „Ich möchte mir etwas Gutes tun“ und „Ich muss das tun, um damit etwas Anderes zu kompensieren, das vielleicht viel schwerwiegender ist.“

Außerdem bekomme ich manchmal Anfragen von sehr jungen Frauen, die unter 18 sind. Patient*innen in diesem Alter möchte ich ehrlicherweise gar nicht. Es gibt Kolleg*innen, die das machen, wenn die Eltern dabei sind – ich möchte das auch nicht mit den Eltern. Man sollte als Ärzt*in verantwortungsbewusst handeln und nicht nur daran denken, dass die Kasse gefüllt ist. Daher gibt es sehr viele Patient*innen, die ich ablehne.

Auch Patient*innen, die schon sehr viel an sich haben machen lassen und sich möglicherweise im Optimierungswahn verloren haben, lehne ich ab. Manchmal sehe ich Menschen, in deren Gesichtern ich die „Unterschrift“ eines Kollegen erkennen kann. Das wäre für mich das Schlimmste, wenn eine Patient*in etwas sagen würde wie: „Ich wurde darauf angesprochen, dass meine Lippen zu viel sind.“ Das könnte ich nicht mehr vertreten. Auch, weil die betreffende Person ja herumläuft und sagt, dass sie von mir behandelt wurde. Das Bild möchte ich nicht. In der Regel kommen zu mir jedoch Menschen, die natürlich aussehen möchten. Diese Vorauswahl findet vielleicht schon durch meine Social Media-Arbeit statt, durch die Menschen wissen, worauf ich wert lege.

Das muss man im ersten Schritt erkennen: den Unterschied zwischen „Ich möchte mir etwas Gutes tun“ und „Ich muss das tun, um damit etwas Anderes zu kompensieren, das vielleicht viel schwerwiegender ist.

Emi Arpa ist in Istanbul und Hannover aufgewachsen, hat in Hamburg studiert, arbeitete nach Weiterbildungen in Korea und Istanbul zur Erweiterung ihrer ästhetisch-medizinischen Spezialisierung in der Schweiz, und lebt in Hamburg.

Ist das Problem nicht generell, dass in unserer Gesellschaft so ein großer Fokus auf Äußerlichkeiten gelegt wird und das Selbstwertgefühl so oft davon abhängt, wie man aussieht?

Das ist tatsächlich eine sehr gute, äußerst philosophische Frage. Zum einen bin ich nicht sicher, ob ein vom vermeintlichen Ideal abweichendes Aussehen mit einem geringen Selbstwertgefühl zusammenhängt. Denn selbst die Menschen, die in den Augen der Mehrheit als schön gelten – man denke zum Beispiel an Models – haben häufig ein geringes Selbstwertgefühl. In meinen Augen führt die Leistungsgesellschaft, in der wir leben, gelenkt durch die Persönlichkeit des Individuums zu einem geringen Selbstwertgefühl.

Übertragen auf meine Arbeit kann ich Folgendes sagen: Patient*innen kommen mit sehr unterschiedlichen Motivationen zu mir, die ich gar nicht bewerten möchte. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich jemandem helfen konnte, sich ein Stück wohler in ihrer oder seiner Haut zu fühlen. Interessant ist allerdings, dass in 90% der Fälle das Umfeld meiner Patient*innen den bei mir durchgeführten Eingriff gar nicht erkennt, das heißt, es geht nicht um „die Gesellschaft“, die jemanden als schöner ansieht, sondern um das persönliche Wohlgefühl. Ich bin davon überzeugt, dass man(n) und Frau sich von Zeit zu Zeit etwas Gutes tun darf, wodurch sie oder er sich für sich selbst besser in der eigenen Haut fühlen. Das ist auch der Grund, warum wir zum Frisör gehen und uns danach einfach besser fühlen, wenn wir in den Spiegel schauen. Ich meine, welche Frau hat sich nicht einmal schöne Unterwäsche gekauft, die außer ihr selbst niemand gesehen hat, einfach weil sie sich damit besser fühlt? Und genauso gibt es im minimal invasiven medizinischen Bereich Kleinigkeiten, die man machen kann, ganz unabhängig von der Frage, ob Äußerlichkeit in der Gesellschaft eine Rolle spielt – was, am Rande bemerkt, schon seit Menschengedenken eine besondere Rolle gespielt hat. Wenn ich also mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, dass kleine Unsicherheiten bezüglich des Aussehens behoben werden und dadurch die Selbstwahrnehmung steigt, ist das ein Gewinn für meine Patient*innen.

Dr. med. Emi Arpa studierte und promovierte am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Sie kam in ihrem Medizinstudium zur Dermatologie, weil ihr Doktorvater es ihr vorschlug und sie das „Handwerkliche“ und Kreative daran mochte.

Wenn ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, dass kleine Unsicherheiten bezüglich des Aussehens behoben werden und dadurch die Selbstwahrnehmung steigt, ist das ein Gewinn für meine Patient*innen.

Du nutzt Instagram für deine Arbeit. Warum machst du das?

Es ist für mich ein guter Kanal, um nahbar zu sein, sodass Menschen Vertrauen zu mir gewinnen und mich kennenlernen können. Ich finde es schön, dass ich dort die klassische Rolle der Ärztin ablegen und persönlicher sein kann. Es geht letztlich sehr viel um Vertrauen. Zudem findet vielleicht die angesprochene Vorauswahl statt, weil Menschen einen Eindruck von meiner Arbeit bekommen können.

Was sind deine beruflichen Pläne für die Zukunft? In welchen Städten wirst du zukünftig arbeiten – wird dein Fokus auf Berlin liegen, weil dort deine Praxis sein wird?

Ich hatte bislang drei feste Standorte: Hamburg, Berlin und Köln. In Berlin entsteht meine eigene Praxis, in den anderen Städten bin ich in einer festen Lokalität untergemietet, hier in Hamburg ist das im Alsterhaus. Mit der Eröffnung der Praxis werde ich sicherlich viel in Berlin sein, aber ich werde dort wie gesagt nicht als alleinige Ärztin tätig sein und mein Plan ist weiterhin, auch in den anderen Städten zu arbeiten.

Vielen Dank für das Gespräch, Emi!

Hier findet ihr Dr. Emi Arpa:

5 Kommentare

  • Maxi sagt:

    Hallo,

    der Artikel stößt mir doch etwas auf. Natürlich kann jeder für sich entscheiden, ob er Eingriffe vornehmen lässt und ob er dazu steht oder nicht. Alles fein.

    Ich finde es allerdings schwierig, von natürlichen Ergebnissen zu sprechen und sich gegen “Einheitsgesichter” auszusprechen, wenn leider genau das sowohl auf Dr. med. Emi Arpa selbst, als auch auf viele Ihrer Kundinnen zutrifft. Ohne shamen zu wollen, in den Bildern des Artikels sieht man auf den ersten Blick, dass Lippen, Wangen etc. behandelt worden sind. Was okay ist, aber völlig konträr zu Ihren Aussagen steht. Gleiches gilt für einige Kundinnen (Leshea, Reza…), die Instagram Bilder sehen auf den ersten Blick toll und natürlich aus, aber spätestens in den Videos klar, dass eindeutig etwas gemacht worden ist.

    Mir geht es weniger darum, mit dem Finger auf Eingriffe zu zeigen, als viel mehr wie verzerrt die allgemeine Wahrnehmung mittlerweile zu sein scheint, und das finde ich ungesund. Dass dieser Look als natürlich empfunden wird, finde ich gefährlich, nicht nur für junge Mädchen.

    Alles Liebe,

    Maxi

  • Fee Gubenko sagt:

    Mega spannender Einblick in das Thema und so sympathisch 🥰🙏🏼 Danke euch dafür!

  • Sandra sagt:

    Ich liebe Sie einfach! Sie ist ist die Beste!

  • Ada sagt:

    Sehr interessanter Artikel über eine Frau so wie Du und ich, die versucht aus ihrem Leben etwas zu machen und es aktiv in die Hand zu nehmen. Der Schönheits-Aspekt interessiert mich hier gar nicht besonders, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es bewundernswert, dass sie sich einfach traut ihren eigenen Weg zu gehen! Sie ist in meinen Augen damit ein tolles Vorbild für alle jungen Mädchen und Frauen, in der immer noch stark von Männern dominierenden Berufswelt, indem sie etwas Eigenes aufbaut und dabei immer noch „Frau“ bleibt. Deutschland braucht solche Vorbilder wie Dich, Emi 😉 Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg für Deine neue Praxis in Berlin!

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