Illustratorin Lisa Tegtmeier: „Ich möchte dazu beitragen, dass wir in den Medien empowerte, diverse Frauen* sehen!“

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21. Dezember 2021
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Mit ihren dynamischen, farbstarken Illustrationen, die meist empowerte, diverse Frauen* zeigen, ist Illustratorin Lisa Tegtmeier auf Erfolgskurs. Ihre Arbeiten haben schon Magazin-Cover zum Hingucker gemacht und sogar schon am Times Square in New York City geleuchtet. Zu ihren Kund*innen zählen unter anderem „Adobe“, „adidas“, „Google“, „Nike“, „The Guardian“ und die „New York Times“. Und dabei ist Lisa Tegtmeier, mit Mitte 20, ganz ohne Agent*in oder andere Unterstützung in die Selbstständigkeit gestartet. Wir sprechen mit der 31-jährigen Wahlhamburgerin darüber, wie sie ihren Stil und ihre Motive gefunden hat, warum sie neuerdings auch auf Leinwände malt, wie sie mit Schaffensdruck umgeht und wie sie zu Female Empowerment beitragen möchte.


Partner dieser Story ist „LAMY“. Mit dem neuen „LAMY x neo.LAB“ Set, bestehend aus dem „LAMY safari all black ncode“ Smartpen und dem dazugehörigen „LAMY digital paper notebook“, und den zahlreichen Funktionen der „Neo Studio App“, ist es ein Leichtes, auf Papier zu schreiben, seine handgeschriebenen Notizen zeitgleich zu digitalisieren und anschließend flexibel digital zu bearbeiten. Das „LAMY digital paper notebook“ enthält die „Neo LAB“ eigene „ncode“-Technologie. Jeder Strich auf einer Seite wird gespeichert – so entsteht eine komplette digitale Kopie des Notizbuchs mit allen Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung. Lisa Tegtmeier nutzt den Smartpen und das Notebook, um ihre analogen Skizzen digital zu übertragen und dann auf dem Tablet oder Computer weiter zu gestalten.


Lisa Tegtmeier zeichnet mit dem neuen „LAMY x neo.LAB“ Set, bestehend aus dem „LAMY safari all black ncode“ Smartpen und dem dazugehörigen „LAMY digital paper notebook“.

femtastics: Wie hat dein persönlicher Weg im Bereich Illustration begonnen?

Lisa Tegtmeier: Ich habe schon als Kind gerne gezeichnet und gemalt – und das blieb auch in meiner Jugend so. Als Teenager hatte ich eine Manga-Phase, in der ich viele Mangas gezeichnet habe. Nach der Schule habe ich mich für ein Kommunikationsdesign-Studium in Braunschweig entschieden. Im Laufe des Studiums wurde ich mir sicher, dass ich Illustration machen möchte. Deshalb habe ich dann in Hamburg noch ein Masterstudium in Illustration gemacht.

Und dann hast du dich noch während des Studiums selbstständig gemacht?

Mir war schnell klar: Wenn du Illustratorin sein möchtest, musst du selbstständig sein. Es gibt ja kaum festangestellte Illustrator*innen. Eine Professorin hatte uns Studierenden noch gesagt: „Es ist unmöglich, von der Arbeit als Illustrator*in zu leben. Ihr braucht auf jeden Fall noch ein weiteres Standbein!“ – aber ich dachte nur: „Nö, das glaube ich nicht!“. Ich wollte es unbedingt und dann hat auch alles super geklappt. Mir ist rückblickend bewusst, dass ich vielleicht nicht so sorglos gewesen wäre, wenn ich nicht meine Familie gehabt hätte, von der ich wusste, dass sie im Zweifelsfall für mich da ist.

Lisa Tegtmeier ist in einem kleinen Dorf in der Nähe von Hannover aufgewachsen.
„Ich liebe es, dass ich mit dem „LAMY“ Smartpen so einfach analoge Skizzen aus dem Notizbuch digital übertragen kann!“, sagt Lisa.

Mir war schnell klar: Wenn du Illustratorin sein möchtest, musst du selbstständig sein.

Sieht aus wie der klassische „LAMY safari“ Stift, ist aber ein Smartpen, der Gezeichnetes oder Geschriebenes mit der „Neo Studio App“ digital aufs Tablet oder Smartphone überträgt.

Dein Stil ist sehr markant – wie hat er sich über die Jahre entwickelt? War er früher mal ganz anders?

Im Studium wurden wir dazu ermutigt, viel auszuprobieren. Ich habe anfangs viel traditionell analog gezeichnet – mit der Zeit wurde es immer digitaler, weil sich ja auch die Technik entwickelt hat. Grafiktabletts und iPad haben vieles erleichtert. Mein Stil wurde immer cleaner und minimalistischer. Nach meinem Bachelorstudium habe ich für meine Bewerbung fürs Masterstudium einige neue Arbeiten gemacht und dabei hat sich mein Stil gut herauskristallisiert. Seitdem hat er sich aber auch weiterentwickelt und verändert. Ich habe immer noch den Drang, meinen Stil weiter voranzutreiben. Und ich denke immer noch ab und zu: „Es ist alles scheiße, alles sieht so unterschiedlich aus!“ – und dann sagen andere: „Was? Deine Arbeiten sehen doch so kohärent aus!“.

Wie verlief dein Start in die Selbstständigkeit? Hattest du direkt Kund*innen?

Ich habe mich schon Anfang 2016 selbstständig gemacht. Es war einfach so üblich, das im Studium zu machen, schließlich brauchst du eine Steuernummer, um eine Rechnung stellen zu können, wenn ein Auftrag kommt. Ebenso üblich ist es, noch eingeschrieben zu sein, aber gar nicht mehr zur Uni zu gehen, weil parallel schon die selbstständige Arbeit begonnen hat. Ich habe während meines Studiums ein Praktikum bei der „Zeit“ gemacht und mein Portfolio ans „Missy Magazine“ geschickt – dadurch und über Instagram haben sich Kontakte und auch Aufträge für mich ergeben.

Lisas Arbeiten haben u.a. schon Magazin-Cover und Schallplatten geziert (links) und einige ihrer Werke hat sie als Poster gedruckt (rechts).

Du hast für große Kund*innen wie „Adobe“, „adidas“, „Google“, „Twitter“, „Nike“, „The Guardian“ und die „New York Times“ gearbeitet und Deine Arbeit war sogar schon am Times Square zu sehen. Wie hast du das geschafft, wie hast du diese Kund*innen gewonnen?

Für mich ist Instagram ein sehr wichtiger Kanal. Ich nutze Instagram als Portfolio. Das funktioniert natürlich auch gut international. Auf der Plattform „behance“ bin ich auch. Aber mehr mache ich im Grunde gar nicht. Ich habe keine Agentur, die mich vertritt, ich bin auch da auf mich allein gestellt. In der Regel bekomme ich Jobanfragen per Mail, weil jemandem meine Arbeiten gefallen. Durch Jobs, die ich gemacht habe, werden wieder neue Kund*innen auf mich aufmerksam – es potenziert sich.

Du illustrierst in der Regel digital, aber dieses Jahr hast du dich auch an analogen Techniken probiert und zu Pinsel und Farben gegriffen. Wie kam das?

Ich habe eigentlich immer mehr gezeichnet als gemalt; und ich dachte lange: Nur wenn ich digital arbeite, ist das mein Stil. Ich dachte, nur so könne ich den Wiedererkennungswert erzielen. Aber innerhalb des letzten Jahres wurde mir klar: Ich kann genauso mit Bleistift, Acrylfarbe oder welchem Medium auch immer arbeiten – es bleibt trotzdem mein Stil. Ich kann ihn doch auf verschiedene Techniken anwenden. So kam es, dass ich begonnen habe, auf Leinwand zu malen. Ich muss aber zugeben, dass ich die Motive trotzdem zunächst digital erstelle und sie dann auf die Leinwand übertrage.

Lisa setzt auch in ihrer Wohnung gerne bunte Farbakzente.
Die Figur ist von Illustratorin Amber Vittoria.
Arbeiten von Lisa in ihrem Zuhause – als Print und Acrylgemälde.

Welche Art von Projekten sind deine liebsten?

Als ich begonnen habe, mit „Viva con Agua Arts“ zu arbeiten, habe ich erkannt, wie cool es ist, Projekte zu machen, bei denen ich viel Freiraum habe, um zu zeigen, was ich kann, und bei denen es am Ende ein Ergebnis gibt, das man in den Händen halten kann. Das finde ich echt schön. Dort werde ich außerdem als Künstlerin wahrgenommen und nicht nur als Dienstleisterin.

Aber natürlich sind solche Aufträge wie der, bei dem meine Arbeit am Ende am Times Square zu sehen war, auch supertoll. Der Job war für „Lyft“ und lief über eine amerikanische Designagentur. Sie hatten natürlich eigene Vorstellungen, was sie sehen wollten, aber das Thema passte einfach so gut zu mir und ich konnte mich trotzdem kreativ ausleben. Es war eine riesige Kampagne, die über viele Kanäle lief. Das war krass.

Deine Arbeiten zeigen oft Frauen und strahlen viel Power, Energie und Optimismus aus. Warum ist das dein Lieblingsthema?

Frauen* sind einfach mein Lieblingsmotiv. Einerseits mag ich es, mit Elementen wie Frisuren, Körperformen und Kleidung zu spielen, und dynamische, fließende Kompositionen aufzubauen. Andererseits sehe ich selbst gerne empowerte, starke Frauenfiguren oder -darstellungen. Es ist mir wichtig, dazu beizutragen, dass wir alle in den Medien und anderen Lebensbereichen empowerte, diverse Frauen* sehen. Ich möchte, dass das ganz normal in unserer visuellen Wahrnehmung wird.

Es ist mir wichtig, dazu beizutragen, dass wir alle in den Medien und anderen Lebensbereichen empowerte, diverse Frauen* sehen.

Lisa unterwegs mit dem „LAMY x neo.LAB“ Set: Mit dem Smartpen und zugehörigen Notizbuch kann Lisa überall Skizzen oder Notizen von Hand machen, um sie später digital weiterzubearbeiten. Hier trinkt Lisa einen Kaffee in der schönen Weinbar „Die Alte Druckerei“ in der Hamburger Innenstadt.

Wie entstehen deine Motive?

Grundsätzlich sind meine Motive von meinem Alltag und der Popkultur inspiriert. Ich bin TikTok-Fan und sehe dort viel, das mich inspiriert. Genauso auf anderen Plattformen.

Wie lange dauert es von der Idee bis zur Umsetzung?

Manchmal habe ich ein gewisses Bild vor Augen, das ich auf Papier bringen will. In anderen Fällen – und das ist ein bisschen schwierig – spüre ich den Drang oder Druck, etwas erschaffen zu müssen. Da spielen die Sozialen Medien sicher eine Rolle. Ich denke dann, dass ich jetzt etwas zeigen und aktiv sein muss. Aber wenn ich mich dann hinsetze, um etwas zu zeichnen, fällt es mir sehr schwer. Ich denke, das kommt einerseits aus dem Druck heraus, öffentlich bzw. auf Instagram präsent zu sein. Ich folge größtenteils anderen Illustrator*innen – und wenn ich sehe, was sie posten, denke ich: Die machen alle so viel, ich muss auch wieder etwas machen! Andererseits kommt der eigene Schaffensdrang hinzu, ein kreatives Bedürfnis, etwas erschaffen zu wollen. Das spielt auch mit rein.

Ich weiß, dass ich meine Zufriedenheit nicht von meiner Produktivität abhängig machen sollte, aber ich merke, dass ich, wenn ich produktiv war und zufrieden mit dem Ergebnis bin, grundsätzlich etwas glücklicher bin. Wenn ich lange nichts geschaffen habe und zusätzlich diesen Druck durch Social Media verspüre, dann geht es mir tendenziell schlechter. Das ist, denke ich, ein bisschen normal, aber auch heikel. Man muss sich bewusst vornehmen, sich selbst eine Pause zu gönnen und sich sagen: „Du hast viel gearbeitet, jetzt darfst du auch mal entspannen!“.

Man muss sich bewusst vornehmen, sich selbst eine Pause zu gönnen und sich sagen: „Du hast viel gearbeitet, jetzt darfst du auch mal entspannen!“.

Letztes Jahr im September hattest du deine erste Solo-Ausstellung hier in Hamburg. Hast du weitere Ausstellungen geplant?

Das möchte ich total gerne wiederholen. Die Ausstellung letztes Jahr fand im „Enfants Artspace“ statt. Ich war oft dort, weil Kommiliton*innen da ihre Abschlussausstellungen gemacht haben. Irgendwann fragte mich der Betreiber des Artspaces, wann ich denn mal eine Ausstellung machen will. Weil er dran geblieben ist, habe ich es tatsächlich gemacht und dafür extra zehn neue freie Arbeiten kreiert, die ich über „theprintspace“ habe drucken lassen. Das hat mich letztlich dazu inspiriert, mehr freie Projekte zu machen.

Was sind deine Pläne fürs kommende Jahr?

Ich möchte gerne endlich mal meinen Master-Abschluss machen (lacht). Ich bin bislang einfach nicht dazu gekommen. Vielleicht mache ich im Zusammenhang damit eine neue Ausstellung – mit Arbeiten auf Leinwand für ein richtiges Ausstellungs-Feeling. Ich würde mir wünschen, irgendwann mehr als Künstlerin wahrgenommen zu werden, aber das ist ein Prozess.

Wir sind gespannt auf weitere schöne Projekte von Dir. Vielen Dank für das Gespräch, liebe Lisa.

Hier findet ihr Lisa Tegtmeier:


Layout: Kaja Paradiek


– Werbung: In Zusammenarbeit mit Lamy –

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