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Wellbeing

Schlafen mit Tampon: gefährlich oder unbedenklich? Tampon-Mythen im Check

05. Oktober 2026

geschrieben von Fiona Torke

Frau nimmt Tamponpackung aus ihrer Tasche – Symbolbild für Beitrag über Tampon-Mythen

Tampons sind laut einer aktuellen "YouGov"-Umfrage die bekanntesten Periodenprodukte und rund 76 Prozent der Menstruierenden in Deutschland nutzen oder nutzten sie regelmäßig. Doch trotz dieser hohen Popularität ranken sich noch immer einige Mythen um Tampons: Wie sicher sind Tampons wirklich? Was hat es mit dem toxischen Schocksyndrom (TSS) auf sich? Und kann ich mit Spirale überhaupt einen Tampon benutzen?

Zusammen mit Gynäkologin und "o.b."-Expertin Dr. Stephanie Eder (die u.a. auf dem "TikTok"-Kanal von "o.b." über die Periode aufklärt) sind wir diesen Mythen auf den Grund gegangen und haben sie für euch auf Richtigkeit geprüft.

"Wer nachts einen Tampon trägt, riskiert das Toxische Schock Syndrom"

Beim Toxischen Schocksyndrom (TSS) handelt es sich um eine seltene Erkrankung, die durch Keime, meist Staphylokokken, ausgelöst werden kann. Es entsteht, wenn sich diese Bakterien stark vermehren und einen Giftstoff (Toxin) bilden, der in den Blutkreislauf gelangt. Trifft dieses Toxin auf ein Immunsystem, das noch keine Antikörper dagegen gebildet hat, kann es nicht rechtzeitig neutralisiert werden und der Körper reagiert mit den typischen, oft sehr plötzlichen TSS-Symptomen wie Fieber, Kreislaufproblemen oder Hautausschlag.

Verbrennungen, kleine Wunden, Insektenstiche aber eben auch die Nutzung von Tampons oder anderen Menstruationsprodukten können den Keimen das Eintreten in den Organismus ermöglichen. Insgesamt tritt das TSS sehr selten auf, das Risiko im Zusammenhang mit der Menstruation daran zu erkranken ist demnach auch extrem selten.

Wer Tampons über Nacht benutzen mag, kann das Risiko außerdem senken, indem auf die Menstruationshygiene geachtet wird. Das heißt:

  • Tampon direkt vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen wechseln.
  • Stärke des Tampons an die Blutungsstärke anpassen.
  • Stets die Hände waschen, bevor ein Tampon eingeführt wird.
  • Tampons nur aus der unbeschädigten Originalverpackung verwenden.

Werden diese Hinweise beachtet, ist das Risiko sehr gering und ein Tampon kann problemlos auch über Nacht getragen werden. Mehr dazu hier.

"Tampons verursachen Scheidenpilz"

Nein, Tampons selbst verursachen keine Infektionen. Sie bestehen ausschließlich aus Materialien, die die Vermehrung von Bakterien nicht fördern und auch die natürliche Scheidenflora nicht beeinträchtigen. Tampons unterliegen strengen Richtlinien der Qualitätssicherung.

Kommt es bei der Nutzung von Tampons zu Infektionen, liegt dem in der Regel mangelnde Menstruationshygiene bei der Anwendung zugrunde, beispielsweise das Einführen ohne vorheriges Händewaschen, einer zu langen Tragedauer oder der falschen Saugstärke. Bei korrekter Anwendung gibt es kein erhöhtes Risiko für eine Pilzerkrankung oder andere Infektionen. Mehr dazu hier.

"Wer die Spirale trägt, kann keine Tampons nutzen"

Das ist so nicht richtig. Spiralenhersteller weisen explizit in ihrer Produktbeschreibung darauf hin, dass Tampons von Spiralenträger*innen problemlos weiterhin verwendet werden können. Es gibt keine Studienlage dazu, dass ein gleichzeitiges Tragen zu Problemen führt.

"Ein Tampon kann einfach verschwinden"

Keine Sorge: Ein Tampon kann weder im Körper verschwinden noch zu tief eingeführt werden. Der Muttermund verhindert dies, denn durch dessen Öffnung würde ein Tampon gar nicht passen. Solltest du einmal das Rückholbändchen nicht auf Anhieb finden, ist dies kein Grund zur Sorge. In einer hockenden Position, mit Geduld und entspanntem Beckenboden wirst du es wiederfinden und kannst den Tampon somit herausziehen.

Ein Tampon kann sich auch nicht auflösen oder zerfallen. Er besteht aus hochabsorbierenden Fasern. Dieser gepresste Faserverbund ist zudem von einer dünnen Hülle umgeben, sodass er auch im nassen Zustand erhalten bleibt. Mehr dazu hier.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Tragen von Tampons deutlich risikoärmer ist, als es manche Mythen zunächst vermuten lassen. Der Tampon an sich ist sicher und fördert weder Infektionen noch Krankheiten. Es kommt lediglich auf die richtige Anwendung an.

Solltest du Unsicherheiten haben oder beim Tragen von Tampons Probleme verspüren, empfiehlt es sich, einen Termin bei deiner*m Gynäkolog*in zu vereinbaren.

Foto: "o.b."