Um ein besseres Bewusstsein und Verständnis für den eigenen Körper und die persönliche Gesundheit zu entwickeln, hilft es oft, Muster zu beobachten und Symptome zu notieren. Beim Zyklus und der Periode funktioniert das über den klassischen analogen Periodenkalender, aber Apps fürs Zyklus-Tracking bieten zahlreiche weitere Funktionen, wie Analysen, Prognosen, Visualisierungen oder auch Empfehlungen. Hier stellen wir einige von ihnen vor.
"Clue"
Diese App (für iOS und Android) gehört zu den Femtech-Vorreitern aus Deutschland (sie ist seit 2013 im App-Store erhältlich) und sicher zu den bekanntesten Apps fürs Tracking von Periode und Zyklus. Neben der Periodenblutung lassen sich auch zahlreiche weitere Symptome erfassen, wie Emotionen, Schmerzen, Schlaf, das Sexleben, Energielevel, Zustand von Haut und Haaren und und und.
Die App ermöglicht es außerdem, den Fokus auf Kinderwunsch zu legen und dabei zu unterstützen, den eigenen Zyklus auch ohne Perioden zu tracken, die Schwangerschaft zu begleiten oder Symptome der Perimenopause zu tracken.
In der kostenlosen Basis-Variante sind viele Tracking-Optionen verfügbar. Die kostenpflichtige Version "Clue Plus" (9,99 Euro pro Monat oder 39,99 Euro pro Jahr) bietet mehr Funktionen wie die Visualisierung von Daten und die Möglichkeit, "Clue" mit Wearables (auch mit dem "Oura" Ring, siehe weiter unten) zu koppeln.
"Flo"
Die US-Alternative zur "Clue"-App. Neben Zykluskalender, Schwangerschaftsrechner und einem detaillierten Symptom-Tagebuch kann man mit einem virtuellen Gesundheitsassistenten chatten. Der gibt – basierend auf deinen Eingaben – Tipps und zeigt Zyklusberichte für den*die Gynäkolog*in an.
Für mehr Zyklus-Awareness in der Beziehung kann man "Flo" auch mit Herzensmenschen teilen. Was Partner*innen, Freund*innen oder Mitbewohnende dann sehen: Wo du dich gerade in deinem Zyklus befindest und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, schwanger zu werden. Außerdem gibt die App Empfehlungen für ein emphatisches Verhalten und Einblick in die Mediathek: Hinter dem Reiter "Einblicke" finden alle User Artikel und Videos von Fachleuten zu diversen Themen rund um (verspätete) Periode, Gesundheit, Sexualität und Wellbeing.
Die Basisversion ist kostenlos, erweiterte Funktionen wie detaillierte Zyklusberichte, Einblicke in Symptome und Videos sind nur mit einer Monatsmitgliedschaft verfügbar (zwischen 4,99 und 9,99 Euro).
"drip"
Diese Open-Source App (für iOS und Android), gegründet von der Berliner Programmiererin Marie Kochsiek und dem Kollektiv "Bloody Health Collective", verspricht, Zyklus-Tracking sicherer zu machen, indem sie einen großen Fokus auf Datenschutz legt. Alle Daten werden lokal auf dem Smartphone gespeichert und nicht auf Servern hochgeladen, damit die Daten keinesfalls weitergegeben oder für Werbung genutzt werden können (bei einigen Zyklus-Apps hat die Verbraucherzentrale in der Vergangenheit Datenschutz-Defizite festgestellt).
Außerdem wurde "drip" unter dem Gedanken der Geschlechterinklusivität entwickelt: auf die typische Farbe Rosa wird bewusst verzichtet, die Benutzeroberfläche ist sachlich und in visuell neutralen Tönen gehalten, und die App nutzt eine geschlechtsneutrale, inklusive Sprache.
Die App ist komplett kostenlos. Allerdings ist "drip" bislang nur auf Englisch verfügbar.
"Oura" Ring
Smart-Ringe (und andere Wearables wie Armbänder) gibt es viele auf dem Markt. Einer der aktuell kompaktesten ist der "Oura Ring 5" mit einem Design, das fast wie ein Schmuckring aussieht. Mit dem Ring und der zugehörigen App (für iOS und Android) lassen sich nicht nur Gesundheitsdaten wie Schlaf, Aktivitäten, Herzgesundheit und Stress erfassen, der Ring bietet auch viele Funktionen rund um Frauengesundheit wie Zyklus-Insights, Periodenvorhersage und Tracking von Perimenopause-Symptomen. Im Rahmen der "Menopause Insights" soll ein forschungsbasierter klinischer Fragebogen den Nutzer*innen dabei helfen, zu erkennen, wie stark sich die Perimenopause auf ihren Alltag auswirkt. Über die Ansicht "Meine Gesundheit" in der "Oura"-App lassen sich dann Muster langfristig beobachten.
Wer alle Funktionen nutzen möchte, braucht das kostenpflichtige Abo der "Oura"-App (5,99 Euro pro Monat oder 69,99 Euro pro Jahr)
"AEYA"
Apropos Perimenopause: Die neue App "AEYA" ist keine klassische Perioden-Tracking-App, sondern fokussiert sich auf Symptome der Perimenopause und richtet sich speziell an Frauen* ab Mitte 30. Neben üblichen Zyklus-Daten (wie Start- und Enddatum der Periode sowie die Intensität der Blutung) lassen sich mit ihr über 20 verschiedene potentielle Symptome der Perimenopause dokumentieren – und dann mithilfe von KI analysieren, um Muster zu erkennen. (In unserem Interview mit Co-Gründerin Camilla Rando erfahrt ihr hier mehr über "AEYA" und Symptome der Perimenopause.)
Aktuell ist die "AEYA" App als kostenlose Beta-Version (für iOS und Android) erhältlich.