Zur Startseite
Finanzen

Endlich die Finanzen selbst in die Hand nehmen: Diese Finanzfragen solltet ihr euch jetzt stellen

26. Juni 2026

geschrieben von Gastautor*in

Collage wichtige Finanzfragen für Frauen

Wirtschaftliche Unsicherheit, Inflation, höhere Lebenshaltungskosten – die meisten von uns haben viele Gründe, sich Gedanken um ihre Finanzen zu machen. Und trotzdem ... wir schieben das Thema auf, wissen nicht, wo wir anfangen sollen, fühlen uns überfordert. Als Leiterin der Initiative "finanz-heldinnen" sagt Swetlana Ewald: "Gerade jetzt ist der Moment, aufzuhören, Finanzen als "kompliziertes Thema für später" zu behandeln. Die Welt da draußen schickt uns gerade so viele Signale auf einmal, dass ich sage: Jetzt loslegen, Finanzen zu verstehen und aktiv zu werden. Dein Zukunfts-Ich wird es Dir danken!". Für femtastics hat die Finanzexpertin die wichtigsten Finanzfragen zusammengefasst, die wir uns jetzt stellen sollten, wenn wir unsere Finanzen selbst in die Hand nehmen wollen.

Frage 1: Was sollte ich über den Schutz meines Geldes wissen?

Wir erleben gerade weltwirtschaftlich turbulente Zeiten: Handelskonflikte, geopolitische Spannungen, und eine Inflation, die sich hartnäckig hält. Viele haben ihr Erspartes auf dem Tagesgeldkonto. Das fühlt sich sicher an, aber ist dieses sicher auch ökonomisch gut für mich?

Die erste Frage, die ich mir stellen würde: Arbeitet mein Geld für mich oder verliere ich durch die Inflation still und leise Kaufkraft? [Mehr dazu lest ihr in unserem Beitrag: "Wie lege ich gewinnbringend Geld an?"]

Frage 2: Kenne ich meine eigene Rentenlücke?

Frauen* in Deutschland erhalten durchschnittlich 43 Prozent weniger Rente als Männer, das ist eine der größten Rentenlücken in der gesamten EU. Nur etwa 2-3 Prozent der Frauen* beziehen eine Rente von 1.800 Euro und mehr, bei Männern sind es 22 Prozent [mehr dazu erfahrt ihr in unserem Beitrag zum "Gender Wealth Gap"].

Jetzt kommt das Wissenswerte: Die gesetzliche Rente ist nur eine Basisvorsorge und wird wahrscheinlich gerade knapp zur Deckung der Fixkosten im Rentenalter reichen. An der privaten Vorsorge führt somit kein Weg vorbei. Der Bundestag hat deshalb 2026 eine Reform der geförderten privaten Altersvorsorge beschlossen – das neue Altersvorsorgedepot soll die "Riester-Rente" ablösen, mit mehr Flexibilität, weniger Bürokratie, staatlichen Zuschüssen und einem Fokus auf einfache, kostengünstige Produkte, die Rendite oberhalb der Inflation erwirtschaften. Es soll ab 2027 starten. Das kann eine echte Chance sein, aber nur, wenn wir uns jetzt damit beschäftigen und nicht wieder warten, bis alle anderen drüber reden.

Die Frage an sich selbst lautet also: Weiß ich, wie groß meine persönliche Rentenlücke ist? Und was tue ich aktiv dagegen?

Frage 3: Werde ich fair bezahlt und kenne ich meine Rechte?

Der Gender Pay Gap liegt in Deutschland weiterhin bei 16 Prozent. Frauen* verdienen im Schnitt 22,81 Euro pro Stunde, Männer 27,05 Euro. Der umfassendere "Gender Gap Arbeitsmarkt", der auch Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung einrechnet, liegt sogar bei 37 Prozent und stagniert seit 2024.

Was jetzt neu gilt und viele noch gar nicht auf dem Schirm haben: Es gibt seit Juni 2026 ein neues Recht, das uns als Arbeitnehmer*innen stärkt. Wer in einem Unternehmen ab 100 Beschäftigten arbeitet, kann ab sofort offiziell fragen: "Was verdienen meine männlichen Kollegen in einer vergleichbaren Position?" und muss eine Antwort bekommen. Und wenn der Arbeitgeber behauptet, dass alles fair zugeht, muss er das künftig selbst beweisen. Nicht wir. Das ist ein echter Paradigmenwechsel.

Die entscheidende Frage ist also: Weiß ich, was ich wert bin und traue ich mich, es einzufordern?

Frage 4: Bin ich finanziell unabhängig oder nur gefühlt abgesichert?

Das ist vielleicht die unbequemste Frage. Viele Frauen* verlassen sich (bewusst oder unbewusst) auf einen Partner, einen Job mit Festgehalt oder "die Rente wird schon reichen." 36 Prozent der Frauen* sparen aktuell gar nichts zusätzlich fürs Alter. Finanzielle Unabhängigkeit ist keine Frage von Egoismus, sie ist Selbstschutz. 

Die Frage, die ich jeder Frau* mitgeben möchte: Was passiert mit meiner finanziellen Situation, wenn sich heute etwas in meinem Leben verändert – Job, Beziehung, Gesundheit?

Fazit: Die Welt ist gerade unruhig. Genau deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigenen Finanzen in die Hand zu nehmen und für Ruhe zu sorgen – weil es uns schützt. Und weil wir es verdient haben, für uns selbst da zu sein und uns und unsere Zukunft zu priorisieren.

Du willst deine Finanzen selbst in die Hand nehmen? Dabei kann dir das "finanz-heldinnen" Workbook "Werde zur Heldin deines Geldes" helfen.

Text: Swetlana Ewald

Foto: "finanz-heldinnen"

Hier findet ihr die "finanz-heldinnen":