Female Finance: Wo fange ich an?

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Finanzen, Geldanlage, Altersvorsorge, … Vielleicht denkt ihr bei diesen Themen: Ja, damit müsste ich mich mal beschäftigen. Oder ihr denkt: Ich habe gar keine Lust, mir darum Gedanken zu machen – wozu auch?! Claudia Müller, Gründerin des Female Finance Forums, sagt: Es gibt viele sehr gute Gründe, warum sich insbesondere Frauen mit dem Thema Finanzen auseinandersetzen sollten. Und wir freuen uns riesig, dass wir Claudia als Kolumnistin für femtastics gewinnen konnten! Von nun an wird sie uns jeden Monat das Thema Finanzen näher bringen – und Tipps rund um den Umgang mit Geld, Investitionen, Steuer und Altersvorsorge geben. Nach Teil 1, “Warum Finanzen für Frauen?”, folgt heute Teil 2:  Wo fange ich an?

 

Du hast beschlossen, dich um deine Finanzen zu kümmern. Die guten Vorsätze endlich in die Tat umzusetzen. Und jetzt? Wo fängst du an? Aktien? Gold? Oder gleich die Immobilie? Nichts davon.

Die ersten Schritte, die du gehen solltest, sind:

  • Sichtung des Status Quo
  • Entwicklung eines Plans (Budget)
  • Aufbau deines Notgroschens

 

1. Sichtung des Status Quo

Bevor wir aktiv werden, sollten wir zunächst Klarheit haben darüber, wo wir stehen. Das heißt in Bezug auf unsere Finanzen: Was kommt rein und was geht raus? Ich empfehle hierfür, mindestens drei Monate lang ein Haushaltsbuch zu führen. Das kannst du klassisch als Buch führen, als App (hier gibt es Vorschläge), oder per Excel-Tabelle (hier kannst du dir eine Vorlage herunterladen).

Warum brauchen wir das?

Ich vergleiche ein Haushaltsbuch gerne mit einem Kalorienzähler. Wer ein gutes Körpergefühl hat und sein Gewicht gut halten kann, der muss keine Kalorien zählen. Die Sahnetorte bei Omas 90. Geburtstag verschwindet automatisch wieder von den Hüften. Wer dieses Körpergefühl nicht hat, für den kann es hilfreich sein, Kalorien zu zählen, zumindest für eine gewisse Zeit. So lange, bis wir uns ein gesundes Körpergefühl antrainiert haben.

Für unsere Finanzen gilt dasselbe. Wer ein gutes Gespür für seine Finanzen und ein gesundes Verhältnis zu seinem Geld hat, für den kann ein Haushaltsbuch überflüssig sein. Leider lernen wir dieses Gefühl normalerweise nicht von unseren Eltern. Wir lernen als Kind, dass Brokkoli gesünder ist als Sahnetorte. Diese Grundlagen lernen wir bei Finanzen nicht.

Ein Haushaltsbuch zeigt dir schwarz auf weiß, wie hoch deine Einnahmen sind und wie sich deine Ausgaben dazu verhalten. Wenn am Ende des Monats mehr auf dem Konto ist als am Anfang, bist du auf einem guten Weg.

 

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2. Entwicklung eines Plans

Wenn du verstanden hast, wieviel du für welche Dinge in deinem Leben ausgibst, kommt der nächste Schritt: ein Plan. Du schaust nicht mehr am Ende des Monats, wieviel Geld du für Essen ausgegeben hast. Du überlegst dir am Anfang des Monats, wieviel Geld du für Essen ausgeben möchtest. Hierfür erstellst du dir ein Budget.

Es gibt verschiedene Vorschläge für Budgets (z.B. hier oder hier). Mein Liebling ist 50 – 30 – 20:

50% deines verfügbaren Einkommens gibst du für “Muss sein” aus: Miete, Versicherungen, Lebensmittel.

30% deines Einkommens gibst du für “Will ich” aus: Essen gehen, in Urlaub fahren, Fitnessstudio. Auch ein Auto fällt bei den meisten Menschen in diese Kategorie.

20% deines Einkommens sparst du.

Erstell dir deinen Plan so, dass er zu deinem Einkommen, deiner Lebenssituation und deinen persönlichen Präferenzen passt. Durch das Haushaltsbuch hast du gesehen, wie du dich finanziell verhältst. Ein Budget zu erstellen hilft dir, dein Verhalten anzupassen, sodass es deiner finanziellen Situation entspricht.

 

3. Notgroschen

Der Notgroschen ist dafür da, dir im Notfall finanzielle Freiheit zu geben. Solche Notfälle können sein: Du musst aus deiner Wohnung ausziehen und für ein paar Wochen doppelte Miete zahlen. Du kündigst deinen Job, hast noch keinen neuen und musst eine Zeit überbrücken, in der du kein Arbeitslosengeld bekommst. Oder deine Waschmaschine und dein Auto gehen gleichzeitig kaputt.

In deinem Budget planst du einen festen Teil “Sparen” ein. Dieser Betrag geht zunächst in deinen Notgroschen. Hierfür ist dein Haushaltsbuch sehr hilfreich: Rechne dir einmal aus, wieviel Geld du monatlich brauchst, um deine Lebenshaltungskosten zu decken. In einem Notfall kannst du auf sämtlich Restaurantbesuche verzichten, und auch der Urlaub kann ausfallen. Deine Miete musst du allerdings weiterhin bezahlen, und deinen Handy-Vertrag kannst du nicht von heute auf morgen kündigen. Der Notgroschen sollte so groß sein, dass du drei bis sechs Monate davon leben kannst.

 

Und erst, wenn du diese drei Schritte zurückgelegt hast, denkst du über Investitionen oder ähnliche Dinge nach.

 

Text: Claudia Müller

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Fotos: Julia Novy

Illustration: Stefanie Berkmann

 

 

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