Lilli von @kitschcanmakeyourich: In ihrem Familien-Loft passiert (fast) alles in einem Raum

Von: 
Fotos: 
25. Mai 2021
Anzeige

Durch die „Instagram Interior Challenge“ vernetzt sie Interior-Begeisterte in der ganzen Welt, ihrem Account @kitschcanmakeyourich folgen bei Instagram fast 50.000 Menschen. Lilli Grewe (37) lebt mit ihrem Mann Sascha und zwei Töchtern in einem Loft-Häuschen in einem Bielefelder Gewerbepark: ohne Schlafzimmer, ohne Sofa – fast alles findet in einem Raum statt. Wir haben Lilli gefragt, wie das Zusammenleben auf diese Weise funktioniert, warum es für sie befreiend ist, ihr Geld nicht mit Instagram zu verdienen und wieso sie erst letztes Jahr angefangen hat, Kaffee zu trinken.

Partner dieser Homestory ist „Lavazza“. Seit 2002 setzt sich der Kaffee-Experte mit den „¡Tierra! Projekten“ aktiv für einen nachhaltigen Umgang mit Menschen und Natur ein. Der „¡Tierra! For Africa“, den wir zusammen mit Lilli beim Interview verkostet haben, ist ein Bio-Kaffee aus Ostafrika. In den afrikanischen Anbauregionen unterstützt „Lavazza“ neue junge Generationen von Landwirten und vermittelt ihnen unternehmerisches Knowhow zur Führung ihrer Betriebe. Die gesamte „¡Tierra!“-Range ist sowohl Bio- als auch Rain Forest Alliance-zertifiziert und macht sich mit den farbenfrohen Verpackungen ziemlich gut in Lillis Loft.

Die Schweinchendose (rechts im Bild) ist einer der ersten Entwürfe von Lilli. Das Beton-Y am Tisch ist von Saschas Label „Artcanbreakyourheart“.
Auf einen Kaffee mit Lilli: „Ich trinke den Kaffee am liebsten schwarz und pur. Milch verfälscht den Geschmack und dadurch wird der Kaffee oft so sättigend wie eine Mahlzeit.“ Für uns hat sie den neuen nachhaltigen Kaffee „Lavazza ¡Tierra! For Africa“ probiert. Er schmeckt kräftig und angenehm vollmundig – perfekt für alle Coffee-Lover!

femtastics: Wenn wir „kitschcanmakeyourich“ hören, denken wir sofort an die „Instagram Interior Challenge“. Zweimal jährlich rufst du deine Instagram-Community dazu auf, einen Monat lang zu vorgegebenen Interior-Themen und Hashtags Einblicke in ihr eigenes Zuhause zu geben. Freut dich das oder ist da eher der Gedanke: „Nicht schon wieder dieses Thema!“?

Lilli Grewe: Ich finde es immer schön, darüber zu reden und freue mich, dass die #ICC mittlerweile so bekannt ist. Es gibt sie jetzt seit fünf Jahren und als ich damit anfing, hatte ich selbst noch relativ wenige Follower*innen bei Instagram. Da hatte ich einfach die Idee, die Community von Interior-Begeisterten zu vernetzen, Menschen die Möglichkeit zu geben, ihr Zuhause zu zeigen – und alle anzusprechen, die genauso neugierig sind wie ich.

Die Katze auf dem Regal ist von „Tecta“, die Vase neben ihr von „hübsch“, der Fächer im Hintergrund von „Njustudio“, der Augenspiegel von „DOIY Design“, die Blumenampel von „Atelier Hausmann“, und das Regal von „Master & Master“.

Jetzt ist die Challenge eine feste Größe bei Instagram und es machen jedes Jahr so viele Leute mit. Was bedeutet sie für dich?

Für mich persönlich sind die Hashtags zu Inspirationsquellen geworden. Wenn ich zum Beispiel nach Badezimmer-Deko suche oder eine neue Leuchte kaufen möchte, dann schaue ich mir die Beiträge zu den passenden Hashtags an. Es ist wie eine kleine Bilddatenbank und dabei viel persönlicher, als den Begriff einfach in eine Suchmaschine einzugeben. Man erfährt immer etwas über die Person dahinter und kann gleichzeitig auch schauen, wie sie zum Beispiel ihre Küche einrichtet.

Mittlerweile folgen dir bei Instagram rund 50.000 Menschen. Wie hat das alles angefangen?

Eigentlich habe ich mir nur einen Account zugelegt, weil sich unsere große Tochter bei Instagram anmelden wollte und wir erst einmal herausfinden wollten, was das überhaupt ist. Mir machte es dann selbst total viel Spaß, ich fand die Kommunikation mit anderen Nutzer*innen spannend und die Möglichkeit, so viele Leute kennenzulernen. Dann habe ich mich mit Wohnaccessoires selbstständig gemacht, und mein Mann hat schon seit 2010 „artcanbreakyourheart“ gemacht – so haben wir den Kanal verstärkt genutzt, um Werbung dafür zu machen.

Die Sorten „Lavazza ¡Tierra! For Africa, ¡Tierra! For Amazonia und ¡Tierra! For Planet“ (Bild links) stehen für Projekte
rund um die Themen Klimaschutz, Bildung und Gleichberechtigung der Stiftung „Fondazione Lavazza“. Es geht dabei um Unterstützung für Kaffee produzierende Gemeinden auf der ganzen Welt.
Mehr dazu findet ihr hier.
Dreamteam: Lilli und ihr Mann Sascha. Der Designer ist bei Instagram unter @artcanbreakyourheart unterwegs.
Den gelb-rosa „Memphis“-Stuhl im Vordergrund haben Lilli und Sascha bei einem Sushi-Laden in Hamburg entdeckt und sich verliebt. Die große Spielkarte im Hintergrund stammt von einem Künstler am Pariser Jahrmarkt, Lilli und Sascha haben sie einem Innenarchitekturbüro in Hamburg abgekauft. Die große Skulptur stammt von Saschas Professor, Bildhauer Karl Manfred Rennerz.

Stellst du aktuell denn noch „kitschcanmakeyourich“-Produkte her?

Einen kleinen Teil davon, der sich durchgesetzt hat, bekommt man noch. Aber es läuft gerade etwas aus. Es hat total viel Spaß gemacht, aber es war vielleicht eine etwas naive Idee, damit wirklich Geld zu verdienen. Es hat sich zu keiner Zeit wirklich finanziell gelohnt, dafür war die Produktion zu teuer und die Stückzahlen zu klein. Die Produkte von meinem Mann (@artcanbreakyourheart) bekommt man natürlich noch.

Und was machst du jetzt – außer deinen schönen Instagram-Account zu befüllen?

Ich arbeite im Social-Media-Bereich. Eigentlich habe ich Lehramt studiert, dann hat sich der andere Weg ergeben. Als die Instagram Interior Challenge bekannter und ich aktiver bei Instagram wurde, habe ich viele Jungdesigner*innen und kleine Label vorgestellt. Auch, weil wir als Kleinunternehmer selbst auf vielen Messen waren und die Leute dort kennengelernt haben. Dann kamen größere Unternehmen auf mich zu und fragten, ob ich sie beraten könne oder ihre Accounts pflegen will. So hat sich das weiterentwickelt und jetzt arbeite ich bei einer großen Möbelmarke und mache dort die Social-Media-Arbeit.

Ich glaube, wir kommen sehr gut miteinander aus und wir brauchen alle nicht viel Zeit, Raum oder Ruhe für uns selbst.

Dein eigener Account ist also nicht dein Job?

Nein, das ist wirklich mein Hobby. Ich mache das nicht, um Geld zu verdienen. Wenn sich mal eine spannende Kooperation anbietet, übernehme ich sie gerne. Oder wenn es sich um eine Herzensangelegenheit handelt und ich Freund*innen pushen kann. Aber es hat Druck rausgenommen, dass ich weiß, es ist nicht meine Einnahmequelle. Mein Lebensunterhalt ist über einen anderen Weg gesichert. Was bei Instagram passiert, ist spontan und frei – und wenn ich mal keine Lust habe, dann poste ich auch nichts. Ich finde es bewundernswert, wie man trotzdem noch kreativ sein kann, wenn ein solcher Druck hinter den eigenen Beiträgen steckt.

Du zeigst – zum Glück – ja aber immer noch tolle und inspirierende Bilder aus eurem ungewöhnlichen Zuhause. Erzähl doch mal, wie ihr dort lebt.

Das Häuschen, das wir gemietet haben, steht in einem Gewerbepark. Es ist ein wunderschönes historisches Gelände mit vielen alten Gebäuden und ganz viel Grün. Wir haben wirklich lange nach einem neuen Zuhause gesucht, etwa sieben Jahre haben wir unglücklich in der alten Wohnung gelebt, aber nicht das Richtige gefunden. Dann haben wir auf dem Gelände hier nach einer Werkstatt für meinen Mann gesucht und oben war eine Fläche, auf der vorher Büros untergebracht waren. Und dann haben wir gefragt, ob wir hier auch wohnen dürften.

Die Lippen-Leuchte an der Wand ist von „Studio Job!, die Boobs-Couch ist ein Design von „Artcanbreakyourheart“.

Und ihr durftet?

Ja, der Besitzer hat für uns eine Ausnahme gemacht und damit ist für uns ein Traum in Erfüllung gegangen. Wir wollten gern luftig und offen und „loftig“ wohnen und das tun wir hier. Es sind etwa 100 Quadratmeter mit ganz viel Schrägen, also nicht besonders viel Platz für vier Personen. Wir haben zum Beispiel auch kein Wohnzimmer, weil wir den Platz dafür nicht haben – aber wir sind total happy hier.

Lebt ihr komplett in einem offenen Raum?

Für unsere große Tochter haben wir ein Zimmer eingezogen. Sie wird jetzt 18 und war beim Einzug elf Jahre alt. Da war absehbar, dass sie ihre Privatsphäre haben wollte. Unsere kleine Tochter ist sieben und wohnt einfach mit im offenen Bereich. Sie hat einen Vorhang, den sie zuziehen kann. Die Bäder sind natürlich abgetrennt, aber Küche, Esszimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer: Das sind alles Bereiche in einem großen Raum.

Für viele Familien wäre das sicher unvorstellbar. Fehlt es euch nicht, manchmal eine Tür zuziehen zu können?

Ich glaube, wir kommen sehr gut miteinander aus und wir brauchen alle nicht viel Zeit, Raum oder Ruhe für uns selbst – da gibt es ja sehr unterschiedliche Menschen. Aber man muss schon sagen, gerade zu Coronazeiten, wenn alle immer da sind, haben wir zum Beispiel schon mal das Bedürfnis, dass Emma ihre Hörspiele wenigstens über die Kopfhörer hört. Sie hört gerade rund um die Uhr Hörspiele und normalerweise hören wir alle mit. Aber jetzt mussten wir schon mal sagen: Bitte nicht schon wieder die „Olchis“ für alle. (lacht)

Wie sieht denn euer Alltag aus? Macht ihr auch immer alles zusammen, wenn ihr zuhause seid?

Wir verbringen die Zeit schon gemeinsam, aber jeder macht sein Ding. Das war auch mein Wunsch, wenn Emma spielt, dass sie das nicht von uns abgetrennt tut. Sie nutzt den gesamten Raum und das finde ich sehr schön. Wenn ich arbeite oder koche, dann bin ich mittendrin und das genieße ich. Ich bin immer gerne im Geschehen, auch wenn ich nicht aktiv Teil von etwas bin, bin ich trotzdem immer dabei.

Die große Vase/ Blumentopf rechts ist von „oyoy“.
Der Blumentopf in Eiswaffelform ist von „thirddrawerdown“, der Tukan an der Wand von „Kumi Mood“.

Viele finden es vor allem verrückt, dass das Schlafzimmer auch offen ist.

Sorgt ihr denn durch besondere Tricks auch mal für Privatsphäre?

Viele finden es vor allem verrückt, dass das Schlafzimmer auch offen ist. Wir haben vor ein paar Monaten – also mitten in der Lockdown-Zeit – das Bett gedreht, sodass das hohe Rückenteil in den Raum zeigt. So haben wir etwas mehr Privatsphäre geschaffen. Wir haben ja kein Sofa und wenn man abends eine Serie guckt, saß man bis dahin mit Blick in den Raum. Jetzt ist es ein eigener kleiner Bereich geworden. Das ist wirklich nur eine ganz kleine Veränderung, aber sie hat total viel bewirkt fürs Gefühl, wenn man mal ein bisschen Abstand gewinnen will.

Ihr lebt in Bielefeld, was du „Liebefeld“ nennst – was aber viele Menschen vielleicht nicht als Lieblingsstadt auf dem Schirm haben. Was gefällt euch dort so?

Bielefeld hat für uns die perfekte Größe. Es ist eine richtige Stadt und gerade in den letzten Jahren hat sie sich kulturell und gastronomisch total gemacht. Man kann hier abends lecker essen gehen und auch in nette Clubs gehen. Es gibt sicher schönere Städte und mir fehlt hier das Wasser, das finde ich in anderen Städten immer schön. Aber wir haben hier den Teutoburger Wald mit wunderschönen Strecken zum Wandern und Spazieren. Wir sind mitten in Deutschland, kommen relativ schnell ans Meer, nach Hamburg und nach Berlin – wir sind einfach mittendrin.

Ob Bielefeld oder woanders: Könntest du dir vorstellen, jemals wieder in einer klassischen Wohnung mit abgetrennten Zimmern zu leben?

Was ich merke, wenn ich mal bei meinen Eltern oder woanders zu Besuch bin: Mir kommen normale Decken mittlerweile so niedrig vor, ich könnte mir gar nicht vorstellen, dort kreativ zu sein. Wenn dann noch eine Tür zu ist, fühle ich mich total eingeschränkt – obwohl das natürlich Quatsch ist. Aber unser Loft ist so hoch, da bin ich ganz frei in meinen Gedanken. Für uns ist es der perfekte Platz, wir sind im Grünen, aber total nah an der Stadt. Abends und am Wochenende haben wir komplett unsere Ruhe, weil dann alle Firmen auf dem Gelände weg sind. Für uns ist es ein richtiger Traum hier, auch wenn wir natürlich manchmal gern etwas mehr Platz hätten. Gerade jetzt, wenn man so viel zuhause ist, wäre ein Sofabereich vielleicht schon ganz schön.

Wo in eurem Loft trinkst du denn deinen täglichen Kaffee? Gibt es dafür Routinen?

Den trinke ich ganz klassisch an unserem Esszimmertisch, der gleichzeitig mein Home-Office-Platz ist. Ich liebe es, damit in den Tag zu starten. Ich trinke morgens direkt zum Start in den Tag einen Kaffee und dann noch einen nach dem Mittagessen. Momentan versuche ich, nichts Süßes zu essen und dann ist es für mich ein Genussmoment, nach dem Essen meinen Kaffee zu trinken. Mir ist es auch wichtig, aus Lieblingstassen zu trinken, wir haben einige schöne Becher und Tassen gesammelt, als wir vor einiger Zeit angefangen haben, Kaffee zu trinken. Ich finde, der Genuss ist noch viel größer, wenn die Haptik stimmt.

„Lange konnte ich mir das nicht vorstellen, täglich Kaffee zu trinken – und dann auch noch schwarz. Aber jetzt ist es ein tägliches Ritual.“, erzählt Lilli nebenbei beim Kaffee-Talk.

Du hast erst vor Kurzem angefangen, Kaffee zu trinken? Wie kam es dazu?

Vorher habe ich vielleicht mal einen Milchkaffee bestellt, wenn ich mich mit jemandem im Café getroffen habe, zuhause brauchte ich das nicht. Wir hatten nicht mal eine Kaffeemaschine. Es fing etwa mit Corona-Beginn an, dass ich Lust darauf hatte. Dann haben wir mit einem Handfilter begonnen und gemerkt, wie häufig wir ihn nutzen, es wurde schnell ein schönes Ritual. Anfangs habe ich den Kaffee immer mit Milch getrunken, jetzt trinke ich ihn schwarz, weil der Kaffeegeschmack dann viel mehr durchkommt. Jetzt ist der tägliche Kaffee für mich zum Muss geworden.

Verrätst du zum Abschluss noch, welche Interior-Projekte bei dir anstehen, die wir in Zukunft bei Instagram verfolgen können?

Es gibt einige Sachen, die anstehen und für die wir hoffentlich bald die Zeit haben werden. Viele hatten ja im Lockdown total viel freie Zeit, bei uns war es anders. Weil wir beide im Möbelbereich arbeiten, hatten wir sehr viel zu tun – die Themen Möbel und Einrichten haben ja einen ziemlichen Aufschwung erlebt. Wir wollen in jedem Fall das Bad neu machen, das haben wir schon seit dem Einzug vor. Es ist wirklich nicht schön und ich habe es noch nie bei Instagram gezeigt. Das wollen wir jetzt endlich angehen und dann gibt es davon auch hoffentlich zum ersten Mal Bilder zu sehen.

Außerdem bekommen wir bald neue Stühle – unser eigener Entwurf, farbenfroh und gepolstert. Da wir ja kein Sofa haben, freuen wir uns so sehr, dass wir bald bequemer am Esstisch sitzen können.

Dann sind wir gespannt und wünschen ganz viel Erfolg dabei! Danke für das offene und inspirierende Gespräch!

Hier findet ihr Lilli Grewe:



Layout: Kaja Paradiek

– Werbung: in Zusammenarbeit mit „Lavazza“ –

2 Kommentare

  • Frauke sagt:

    Eine wirklich tolle und authentische Homestory! 👌🏻

  • Paula sagt:

    Der perfekte Start in den Tag, so inspirierend noch dazu. Es macht Lust darauf alles auf den Kopf zu stellen und neue Wohnmöglichkeiten zu entdecken. Und diese wunderschönen Bilder, ein bisschen wie ein Wimmelbuch für Designliebhaber*innen. Dankeschön, Lilli und femtastics!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.