Saskia Brecht von „Mamiplatz“ über das echte Familienleben

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16. Dezember 2019

Von der Hauptstadt in die bayrische Provinz? Why not! Saskia Brecht hat gemeinsam mit ihrem Mann, dem ersten Sohn, Hund und hochschwanger den schicken Berliner Altbau gegen ein Haus auf dem Land, nahe Freising, getauscht. Mit ihrem Blog „Mamiplatz“ lässt sie uns am alltäglichen Familienwahnsinn teilhaben und gibt wertvolle Tipps – von Reisen mit Kindern über Ernährung bis zu Babyblues. Die schönsten und wichtigsten Momente des Jahres hält Saskia seit einigen Jahren, jeweils am Jahresende, in einem CEWE FOTOBUCH fest. Uns gibt sie einen kleinen Einblick, als wir die 33-Jährige in ihrem gemütlichen Zuhause besuchen.

femtastics: Du bist mit deiner Familie aus Berlin in die bayrische Provinz gezogen. Wo bist du aufgewachsen?

Saskia Brecht: Ich bin ein echtes Münchner Kindl und hatte München nie verlassen, bis ich meinen Mann, er ist Kameramann, bei einer Fernsehproduktion kennengelernt habe. Er wohnte damals schon in Berlin. Ein Jahr lang führten wir eine Fernbeziehung, bis ich schließlich nach Berlin gezogen bin, weil das beruflich die beste Lösung war. Wir haben gut drei Jahre dort gewohnt, und unser großer Sohn wurde auch in Berlin geboren.

Wie kommt es, dass es euch aufs Land verschlagen hat?

Ich war mit unserem zweiten Sohn schwanger. Mein Mann war beruflich oft tagelang weg und wir hatten niemanden in Berlin, der uns unterstützen konnte. Mir wurde irgendwann klar, dass es so nicht weiter funktionieren würde. Mein Mann war und ist wohntechnisch für alles offen und so kam es zu der Idee, ins Münchner Umland zu ziehen. Hier wohnt auch meine Familie. Sechs Wochen später sind wir umgezogen.

Was sind die Vorteile des Landlebens?

Für unsere Kinder, die zwei und vier Jahre alt sind, ist das Landleben ein absoluter Traum. Wir leben in einer Sackgasse, die im Wald endet. In jedem Haus hier leben zwei Kinder im gleichen Alter wie unsere. Die Kinder gehen in den gleichen Kindergarten, die Eltern sind alle super nett. Im Sommer ist die ganze Straße wie eine Partymeile: man trifft sich oder grillt zusammen – wie in einem kitschigen Vorstadtfilm (lacht). Wir können einfach die Tür aufmachen und die Kinder können rauslaufen. Außerdem hat der Hund genügend Auslauf. Es ist ein sehr behütetes Aufwachsen.

Und vermisst du manchmal die Großstadt?

Es gibt Momente, da möchte ich abends einfach schnell mal in die Stadt. Diesbezüglich sind wir ein wenig eingeschränkt. Gerade im Winter ist es hier draußen ein bisschen einsam. Tatsächlich spielen wir mit dem Gedanken, in ein paar Jahren wieder in die Stadt zu ziehen.

Und dann wieder nach Berlin?

Ich würde gerne wieder nach Berlin, aber unser größtes Luxusgut hier ist die Oma in München.

Im Sommer ist die ganze Straße wie eine Partymeile: man trifft sich oder grillt zusammen – wie in einem kitschigen Vorstadtfilm.

Saskia gestaltet jährlich ein CEWE FOTOBUCH für die Familie – mit den schönsten Erinnerungen aus dem vergangenen Jahr. Die Bücher lassen sich ganz leicht individuell gestalten und online bestellen.

Du hast als TV-Redakteurin gearbeitet, wieso hast du damit aufgehört?

Ich habe Prime-Time-Dokutainment-Formate, wie „Germany’s Next Topmodel“, „Popstars“, „The Biggest Loser“ oder „The Voice Kids“ gemacht, bis ich schwanger geworden bin. In meiner Elternzeit ist mein Blog entstanden, zu einer Zeit, in der in Berlin die Bloggerszene geradezu explodiert ist. Das war 2015. Als wir hierher gezogen sind, habe ich weitergebloggt und vor einem Jahr zusätzlich wieder begonnen in meinem alten Job in Teilzeit zu arbeiten. Schließlich wuchs die Blog-Instagram-Sache immer mehr und diesen Sommer wurde mir alles zu viel. Ich war keinen Abend vor ein Uhr im Bett. Ich habe gemerkt, dass es so nicht weitergeht. Deswegen habe ich meinen Teilzeitjob aufgegeben.

Ist dir diese Entscheidung leicht gefallen?

Da ich mir mit meinem Blog und Instagram etwas aufgebaut hatte, fiel die Entscheidung leichter. Außerdem arbeite ich noch als freie Realisatorin für TV-Formate. Manche Drehs kann ich sogar zusammen mit meinem Mann machen, man kann uns auch als Team buchen. Die Oma passt derweil auf die Kids auf. Jetzt gerade fühlt sich wirklich alles cool an.

 

Bei uns läuft es nicht immer perfekt. Unsere Bilder entstehen in der Regel aus Alltagssituationen.

Welche Kernthemen behandelst du in deinem Blog?

Das Mamadasein. Mamas passieren so viele irrsinnige Dinge. Für das Blog verfasse ich auf ironisch-sarkastische Art und Weise Artikel und garniere sie mit schönen Bildern. Wir reisen sehr gerne, deswegen ist dieses Thema sehr prägnant. Einer der bestlaufenden Beiträge ist „Kaiserschnitt versus natürliche Geburt“. Ich habe beides erlebt und über die jeweiligen Vor- und Nachteile geschrieben. Obwohl das kein neues Thema ist, scheint es trotzdem noch immer relevant zu sein. Das Thema Schlafen ist bei uns auch ganz groß, weil meine Jungs einfach nicht durchschlafen mögen. Wir haben alles ausprobiert und sind schließlich beim Familienbett angekommen. Das scheint zu funktionieren. Der Große schläft jetzt tatsächlich durch, der Kleine wacht ein- bis zweimal auf, aber ich kann jedes Problem im Liegen lösen. Wenn ich so etwas teile, dann zeigt mir die Resonanz darauf, dass es vielen ähnlich geht.

Es ist dir also ein Anliegen, das Real-Mama-Life zu zeigen?

Ich habe da eine ganz gute Mischung gefunden, gerade auf Instagram: Schöne Bilder treffen auf realistisch-kecke Texte. Bei uns läuft es nicht immer perfekt. Unsere Bilder entstehen in der Regel aus Alltagssituationen. Bei alldem achte ich sehr darauf, dass ich nur Dinge poste, die ich vertreten kann – gerade weil ich meine Kinder zeige.

Mit persönlichen Fotos dekoriert Saskia auch gerne die Kinderzimmerwand – zum Beispiel mit den hexxas Wandbildern von CEWE.

Das Besondere an deinem Blog ist, dass du immer sehr ehrlich zu deinen Leser*innen bist. Hat diese Ehrlichkeit auch ihre Grenzen?

Ich achte sehr genau darauf, was ich preisgebe. Als Blogger zeigt man sehr viel von sich, aber mein Kanal ist lediglich ein Ausschnitt unseres Lebens. Ich glaube, Ehrlichkeit ist sehr wichtig ist. Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Leser*innen muss man sich erarbeiten.

Wird Authentizität und Ehrlichkeit allgemein wieder wichtiger nach dem allgegenwärtigen Fake auf Instagram?

Ich glaube schon. Wir waren an einem Peak der Perfektion, aber die Tendenz geht wieder zum Realistischen.

Wir probieren alles aus – von Backpacken über All Inclusive bis Camping.

Du träumst von einer Weltreise mit deiner Familie. Werdet ihr das verwirklichen?

Das würde ich sehr gerne, aber das können wir hauptsächlich wegen des Hundes nicht machen. Wir haben deshalb beschlossen, dass wir stattdessen ein- oder zweimal im Jahr für drei bis vier Wochen verreisen. Zumal unsere Kinder nicht völlig begeistert vom Reisen sind. Der Große fragt an Tag zwei, wann es wieder nach Hause geht (lacht). Aber das ändert sich vielleicht ja noch. Wenn es nach mir ginge, würde ich morgen die Koffer packen und starten.

Auf dem Blog gibst du auch Reisetipps für Reisen mit Kindern. Wie kam es dazu?

Das Ding ist, ich mag keine 0815-Urlaube. Ich mag diese uncharmanten Bunkerhotels nicht und schicke Boutique-Hotels sind entweder zu teuer oder nicht für Kinder geeignet. Deswegen war die Idee, unsere Erfahrungen weiterzugeben, wenn wir einen coolen Urlaub gemacht haben. Gerade bei Reisen mit Kindern ist es toll, wenn man Tipps von anderen Eltern bekommt.

Wie reist ihr am liebsten?

Wir probieren alles aus – von Backpacken über All Inclusive bis Camping.

Alle CEWE Fotobücher sind in unterschiedlichen Formaten und mit verschiedenen Einbänden, Papierqualitäten und Veredelungen erhältlich.

Und wohin reist ihr am liebsten?

Als Langstreckenziel bietet sich Asien an. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, es gibt schöne Strände und gutes Essen. Dieses Jahr haben wir uns einen Camper gekauft, mit dem wir gerne für kleinere Trips nach Österreich oder Italien reisen. Im nächsten Jahr ist eine große Reise mit dem Camper nach Portugal geplant.

Fotografie spielt in eurem Alltag eine große Rolle, und auch in euren Urlauben. Wie bewahrt ihr diese wertvollen Erinnerungen am liebsten auf?

Ich mache seit vier Jahren Fotobücher von CEWE. Jedes Jahr gibt es sozusagen ein Jahresbuch von uns, nicht nur von unseren Reisen, sondern vom ganzen Jahr. Ich mache das immer in der Vorweihnachtszeit und an Weihnachten schauen wir es mit der ganzen Familie an. Auch die Kinder finden diese Bücher sehr spannend. Ich möchte einfach nicht, dass diese tollen Erinnerungen irgendwie verloren gehen, deswegen mache ich jedes Jahr ein Fotobuch.

Ein Kind verändert schlichtweg dein komplettes Leben. Ein Kind läuft nicht einfach so mit, es stellt alles auf den Kopf.

Warum hast du dich für CEWE entschieden?

Ich mache meine Fotobücher schon immer mit CEWE, die letzten zwei sogar direkt von Smartphone aus in der App. Das geht einfacher und schneller, da ich alle Fotos eh auf dem Handy habe. Es gibt unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn man die Seiten veredeln lässt, glänzen die Fotos toll und man kann die Kindertapser auf den Seiten easy wegwischen (lacht).

Saskia und ihr Mann reisen gerne mit der Familie – und halten ihre Erlebnisse fotografisch fest.

Ich möchte nicht, dass unsere tollen Erinnerungen irgendwie verloren gehen, deswegen mache ich jedes Jahr ein Fotobuch.

Fällt es dir manchmal schwer, dich als Mutter vom Perfektionismus zu lösen?

Wir haben zwei tolle Kinder, die sich benehmen können, wenn sie wollen (lacht). Wir haben das ganz gut gemacht und sind in unsere Elternrolle reingewachsen.

Worauf legst du als Mutter besonderen Wert?

Ich möchte, dass meine Kinder respektvolle Menschen sind, die respektvoll mit Menschen, Tieren und Dingen umgehen.

Gibt es etwas, das du als Mutter ändern möchtest?

Manchmal stört mich meine eigene Ungeduld. Im Alltagsstress gibt es Momente, in denen ich etwas cooler reagieren könnte. In diesen Momenten denke ich oft, da könnte ich mehr an mir arbeiten und mehr auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Und ich möchte an meiner Spielbereitschaft arbeiten. Manchmal bin ich müde, gestresst und habe einfach keinen Bock, aber wenn ich abends im Bett drüber nachdenke, tut es mir immer leid.

Was hast du dir einfacher am Muttersein vorgestellt?

Die Rebellion der Kinder habe ich etwas unterschätzt. Wir haben zwei sehr charakterstarke, aber sehr sensible Kinder. Manchmal komme ich da wirklich an meine Grenzen.

Gibt es auch etwas, was du dir schwieriger vorgestellt hättest?

Nein (lacht). Man hört immer, ein Kind verändert dein Leben. Als Nichtmama denkst du, es kommt darauf an, wieviel ich selber zulasse. Aber ein Kind verändert schlichtweg dein komplettes Leben. Ein Kind läuft nicht einfach so mit, es stellt alles auf den Kopf. Du triffst Entscheidungen nicht mehr für dich alleine. Ich finde das überhaupt nicht schlimm, es ist nur einfach so.

Was genießt du am meisten am Muttersein?

Das Schmusen. Wenn die kleinen Ärmchen dir um den Hals fallen … Unsere Jungs sind jetzt in einem Alter, wo alles sehr viel Spaß macht und sie oft lustige Sachen von sich geben.

Wie geht es weiter mit deinen Projekten?

Neben dem Blog, Instagram und meiner Selbständigkeit kann man mich auch als Moderatorin buchen. Gemeinsam mit meinem Mann habe ich dieses Jahr einige Imagefilm-Produktionen umgesetzt. Gerade im Bereich Familie können wir das günstiger anbieten als klassische Werbeagenturen. Wir sind die Familie, es braucht keine Statisten oder Models, wir haben das Equipment und bieten somit das Komplettpaket an. Vielleicht nicht absolut perfekt, aber sehr viel familiärer und näher am Verbraucher. Auf jeden Fall macht es einen riesen Spaß.

Wann und wie tankst du neue Kraft?

Tatsächlich in meinen Projekten und kreativen Bastelgeschichten. Da kann ich den Kopf ausschalten. Das sind zwar Dinge, die auch mit Arbeit verbunden sind, die mich aber trotzdem runterholen.

Liebe Saskia, herzlichen Dank für das schöne Gespräch.

Hier findet ihr „Mamiplatz“:

Layout: Kaja Paradiek

– Werbung: in Zusammenarbeit mit CEWE FOTOBUCH –

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