Female Finance: Investieren an der Börse: Versteckte Kosten und mögliche Komplikationen

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30. März 2021

Ein Depot zu eröffnen ist leicht. Und auch den ETF-Sparplan hast du schnell angelegt, wenn du dich einmal an den PC setzt. Aber es gibt ein paar Kosten oder Schwierigkeiten, über die du vielleicht erst nach einer gewissen Zeit stolperst – und die du vermeiden kannst, wenn du sie jetzt schon kennst!

1. Erweiterung deines ETF-Portfolios

Du hast mit einem oder zwei ETFs angefangen, um dich Schritt für Schritt an das Thema heranzutasten? Eine super Strategie! Du könntest allerdings überrascht werden, wenn du deine Strategie ausweiten möchtest. Bei manchen Depots sind nur bestimmte ETFs kostenlos im Sparplan zu besparen. Bei anderen Depots bekommst du eine kleine Anzahl an Sparplänen kostenlos, z.B. einen oder zwei. Wenn du dich dann aber breiter aufstellen möchtest, z.B. einen Branchen-ETF hinzufügen oder eine bestimmte Region stärker gewichten willst, kommst du vielleicht über die Schwelle und hast plötzlich Kosten, die du nicht eingeplant hattest.

2. Anpassung deines ETF-Sparplans

Bei vielen Brokern kannst du kostenlos die Höhe deines ETF-Sparplans anpassen. Du kannst also problemlos in einem Monat den Betrag hochsetzen (um deinen Jahresbonus zu investieren) und direkt im Anschluss wieder auf deinen monatlichen Betrag senken.
Es gibt aber auch andere Broker, bei denen du den Betrag nicht einfach anpassen kannst, sondern einen neuen Sparplan anlegen musst. Dabei ist es dir selbst überlassen, ob du einen zusätzlichen Sparplan einrichtest (in Summe dann der Betrag, den du insgesamt investieren möchtest), oder ob du den ersten Sparplan löscht und einen neuen Sparplan einrichtest. Ich persönlich mag es aufgeräumt in meinem Depot, d.h. ich würde den ursprünglichen Sparplan löschen und einen neuen Sparplan einrichten – das ist aber Geschmacksache. Worauf du achten solltest, sind die Orderkosten: Werden sie prozentual berechnet oder sind sie sogar kostenlos? Dann ist es egal, ob du den Sparplan zusätzlich einrichtest oder anstatt. Wenn die Kosten jedoch mit jedem zusätzlichen Sparplan steigen, solltest du lieber aufräumen, und die Gesamtzahl niedrig halten.

Claudia Müller ist Gründerin des „Female Finance Forum“.

3. Andere Investitionsformen

Du hast mit einem ETF-Sparplan angefangen und das dazu passende Depot eröffnet, und jetzt möchtest du dich an andere Investitionsformen herantrauen? Einzelaktien, Einzelinvestitionen in ETF, oder etwas ganz Anderes? Vielleicht ist das Depot, das für deinen ETF-Sparplan ideal war, nicht ideal für diese anderen Investitionsformen.

4. Unterschiedliche Zielsetzungen

Du fühlst dich mit deinen Vernunft-Investitionen wohl und möchtest jetzt einige Spaß-Investitionen tätigen? Vielleicht bist du dir nicht sicher, ob du diese Investitionen im selben Depot tätigen solltest?

In allen vier Fällen spricht nichts dagegen, ein weiteres Depot zu eröffnen, das dir bessere Konditionen bietet. Ich empfehle dir sogar, deine Spaß-Investitionen von deinen Vernunft-(Altersvorsorge-)Investitionen zu trennen. Ein Depot zu eröffnen geht schnell und auch ein Depot-Umzug ist mit ein paar Klicks angemeldet.
Bei all diesen Überlegungen solltest du allerdings nicht vergessen: Die Kosten sind wichtig und du solltest sie beachten (insbesondere prozentuale Kosten, die mit der Höhe deines Volumens steigen), aber 1. deine Zeit ist auch wertvoll, und 2. dein Geld bringt mehr Rendite, wenn es bereits investiert ist, als wenn du noch überlegst. Taten sind wichtiger als Worte!

Einen Depot-Vergleich findet ihr zum Beispiel bei „Finanztip“ sowie einen ETF-Sparplan-Vergleich bei „justETF“, wo man die Investitionssumme, Frequenz usw. anpassen kann.

 

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Hier findet ihr alle Beiträge unserer „Female Finance“-Kolumne

 

Text: Claudia Müller

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Illustration: Stefanie Berkmann

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