Female Finance: Selbständigkeit, Steuern und Altersvorsorge

17. Dezember 2019

Im letzten Beitrag ging es bereits um Finanzen als Selbständige. Darin haben wir uns besonders die Alltags-Finanzen angeschaut, also Unternehmenskosten und Lebenshaltungskosten. Als Selbständige gibt es außerdem noch einige Themen, auf die eine Angestellte nicht so sehr achten muss: Steuern und Altersvorsorge.

Steuern

Als Angestellte werden deine Steuern automatisch von deinem Lohn abgezogen, bevor das Gehalt auf dein Konto gelangt. Du musst dir also keine Gedanken darum machen – das Geld, das bei dir ankommt, gehört dir. Eine Steuererklärung kannst du freiwillig machen und solltest du! Du kannst vermutlich ganz schön viel Geld vom Staat zurückbekommen – im Schnitt rund 1.000 Euro!

Als Selbständige solltest du deinen Steuern mehr Aufmerksamkeit widmen. Im Normalfall zahlst du deine Steuern erst, nachdem du dein Geld bekommen hast, häufig erst am Ende des Quartals oder sogar des Jahres. Es kann also sehr leicht passieren, dass du dein Geld wunderbar budgetierst, aber leider die Steuer vergisst und plötzlich eine hohe Nachzahlung hast. Tatsächlich sind daran schon viele Start-ups gescheitert.

Als Selbständige solltest du deinem Budget (egal, ob 50-30-20 oder 6 Töpfe) auf jeden Fall einen „Steuern-Topf“ hinzufügen. Mach es dir zur Gewohnheit, bei jeder Zahlung, die du bekommst, 20 % für die Steuer beiseite zu legen. Auf jeden Fall solltest du für die Einnahmen aus deiner Selbständigkeit ein separates Konto haben, von dem du dir regelmäßig Geld auf dein privates Konto überweist. Das habe ich bereits im letzten Beitrag beschrieben.

Es gibt auch Unternehmenskonten, die die Steuer automatisch beiseitelegen. Das Geld kommt zwar auf deinem Konto an, wird dir aber nur in klein angezeigt, sodass du gar nicht in Versuchung kommst, es auszugeben. Du schaust nur den Betrag an, der tatsächlich dir gehört und auch nach Abzug der Steuern noch dir gehören wird. Kontist bietet beispielsweise solch ein Konto an. So kann es dir nicht passieren, dass du deine Steuern nicht bezahlen kannst.

Claudia Müller ist Gründerin des „Female Finance Forum“.

Altersvorsorge

Als Selbständige kann es sein, dass du nicht verpflichtet bist, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Tatsächlich ist das normalerweise der Fall. Nun gibt es verschiedene Optionen, die du prüfen solltest:

  • Zahlst du in ein Versorgungswerk ein (z.B. als Ärztin, Rechtsanwältin oder Psychotherapeutin) oder bist Mitglied der Künstlersozialkasse? Dann sind deine Grundlagen bereits gut abgedeckt, und du musst dich nur noch mit einer zusätzlichen Absicherung und dem privaten Vermögensaufbau z.B. mit Aktien oder Immobilien
  • Möchtest du freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlen? Mit mindestens 500 Euro monatlich (oder einkommensabhängig) kannst du in der gesetzlichen Rentenversicherung bleiben. Hier lohnt es sich, auszurechnen, ob sich das für dich lohnt. Bei der Deutschen Rentenversicherung kannst du kostenlos zu einem Beratungsgespräch gehen, um dir deine Optionen erklären zu lassen.
  • Lohnt sich eine Rürup-Rentenversicherung für dich? Insbesondere, wenn du privat krankenversichert bist, kann sich Rürup lohnen. Auch hier lohnt sich ein Beratungsgespräch, z.B. durch eine Honorarberaterin.
  • Der wichtigste Pfeiler als Selbständige ist der private Vermögensaufbau. Wie oben erwähnt, können das Aktieninvestitionen sein, Immobilien, etwas ganz Anderes oder alles zusammen. Für die Entscheidung zwischen Aktien und Immobilien kann dir dieser Artikel helfen. 

Die Altersvorsorge als Selbständige ist häufig eine graue Wolke, die über uns schwebt. Dabei sind die Entscheidungen gar nicht so kompliziert; wir müssen uns nur darum kümmern. Schnapp‘ dir am besten eine Freundin, die auch selbständig ist, und geht das Thema gemeinsam an! So macht es viel mehr Spaß!

 

Text: Claudia Müller

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Foto: Julia Novy

Illustration: Stefanie Berkmann

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