Fempower News: Ciao §219a, Fighting Long Covid sowie Endometriose & mehr!

19. Januar 2022

Jede Woche gibt es bei uns eine große Portion Fempower News! Im femtastics-Kosmos ist ständig was los, viele Frauen* und Männer*, die wir in unseren Interviews und Homestories porträtieren, erzählen uns von ihren neuen Projekten und außerdem laufen uns täglich spannende News aus der ganzen Welt über den Weg. Wir wollen supporten, vernetzen – von Hamburg bis Honolulu, vom Lieblingszitat bis zum lesenswerten Artikel.

Bye §219a: Jetzt wird es endlich richtig ernst – nachdem die Ampel versprochen hat, den Abtreibungsparagrafen §219a abzuschaffen, folgen jetzt Taten. Der Bundesjustizminister Marco Buschmann von der FDP hat diese Woche einen entsprechenden Gesetzentwurf vorgelegt. Das Ziel ist nah, finally!

– Macron im Kampf gegen Endiometriose:Endometriose ist kein Frauenproblem, sondern eines der Gesellschaft!“ Diese Nachricht treibt uns Tränen in die feministischen Augen aus zweierlei Gründen: Ok fuck, es hat wirklich bis 2022 dauern müssen, bis diese gynäkologische Erkrankung, die so viele Frauen betrifft, endlich ((weiter) oben) auf der politischen Agenda angekommen ist (btw, wir machen uns nichts vor, dass dies auch wirtschaftlich begründet ist). Und Hallelujah: Endlich tut sich was, endlich wird in die Forschung investiert, um diese Erkrankung mit ihren teils verheerenden Folgen für die Frauengesundheit zu ergründen. Außerdem sollen Regierungsgelder genutzt werden, um in jeder Region Fachzentren zur Forschung und Behandlung einzurichten. Wir können jetzt nur ganz stark hoffen, dass Karl Lauterbach hellhörig(er) geworden ist und nachzieht, denn auch hierzulande leiden natürlich viel zu viele an Endometriose.

Foto: Charlotte Adam

Ausstellungstipp in Berlin: Wir könnten uns vorstellen, dass es viele (potentielle) Fans der Künstlerin Charlotte Adam (auch bekannt als Journelles-Managerin) unter euch, liebe Leser*innen, gibt. Falls ihr es also nicht längst schon wisst, hier noch mal die freudige Nachricht: Vom 5. bis 6. Februar 2022 stellt Lotti Adam erstmalig ihre Werke in der Berliner „Maison Palme“, Lindower Straße 18 (2G + Event, of course) aus.

– Fighting Long Covid: Die Krankenschwester Franziska Böhler, bekannt als @thefabulousfranzi (hier geht es zu unserem Interview zum Pflegenotstand), hat eine wichtige Initiative ins Leben gerufen: Mit @Health4Future möchte sie Betroffenen von Long Covid eine Stimme geben, die Erkrankung sichtbar machen und vor allem Anlaufstellen etablieren, um Long Covid-Patient*innen helfen zu können. Immer noch werden Betroffene teilweise nicht ernst genommen und müssen mit Symptomen leben, die ihre Lebensqualität massiv einschränken können. Zusammen mit verschiedenen Fachärzt*innen hat Franziska einen Symptomfragebogen entwickelt, um so perspektivisch eine valide Datenbasis zu erstellen. Die Vision ist es, bundesweit mit einem Netzwerk aus Fachärzt*innen spezielle Behandlungsmöglichkeiten zu bieten, sodass jedem/r Betroffenen in unmittelbarer Nähe Hilfe angeboten werden kann.

Foto: ShaktiMat

Fairer Shopping-Tipp für ein entspannteres Jahr: Wenn wir Produkte oder Brands entdecken, die nicht nur uns, sondern auch anderen Menschen etwas Gutes tun, teilen wir sie gerne mit euch. Und „ShaktiMat“ ist so eine Entdeckung. Vielleicht habt ihr die Matten mit den kleinen Stacheln schon einmal gesehen – seitdem wir ein paar Mal drauf lagen, sind wir Fans. Die Matten können Rücken-, Nacken- oder Kopfschmerzen reduzieren, die Durchblutung und den Schlaf verbessern, und sorgen nach dem Sport für Muskelentspannung. Und jetzt kommen wir zum Thema Fairness: Die Matten werden im indischen Varanasi in Handarbeit ausschließlich von Frauen unter fairen Bedingungen hergestellt, die in Indien leider die Ausnahme und nicht die Regel darstellen: Alle Frauen in der „ShaktiMat“-Produktion erhalten gute Gehälter, bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und eine Krankenversicherung. Für Mädchen aus Familien, die sich keine Schulbildung leisten können, gibt es Schulstipendien. Hier könnt ihr mehr dazu lesen.

Fotos: einhuhn.com

– Ein Tiny House für Hühner: Mobil, hell, leicht zu reinigen, gemütlich und luftig – klingt nach einem Tiny House, gemeint ist aber heute der futuristisch-schöne Hühnerstall auf Rädern von Gründer Jan Kaupa von „Einhuhn„. Er hatte schon als Kind eigene Hühner, die Ställe haben ihm aber nie recht gefallen, also hat der Fahrzeugdesigner einfach selbst einen entworfen. Im Stall haben je nach Rasse drei bis fünf Hühner Platz. Der Hühnervan steht wie ein Moonrover auf vier dicken Stollenreifen und lässt sich bequem verschieben. Durch die vier Eckprofile, die aus recyceltem Kunstoff 3D gedruckt sind, kommt genug Licht in den Innenraum. Der Stall lässt sich ganz einfach ohne jegliches Schrauben zusammenstecken und mit Wasserdampf reinigen. Auf dem Dach ist Platz für das Solarpanel, so lässt sich der Stall mit Strom versorgen und automatisch öffnen und schließen. Ein innovatives Gründerprojekt für Hühner-Fans!

– Die ärgste Sache der Welt: Und irgendwie auch die schönste – also nicht immer, aber schon oft. Wenn es gut läuft, was es natürlich nicht jeden Tag tut. Wenn die Autorin (also ich, Lisa) hier schon so rumeiert, kann es fast nur um eine Sache gehen: Mutterschaft. (Und übrigens kraxelt gerade ein, also mein Baby gefährlich nah am Sofaabgrund herum, während ich dies zu später Stunde schreibe. Schwitz.) Zurück zum Thema eines neuen Buchs, das vermutlich nicht nur meine übermüdeten Geister weckt: In „Mutter werden. Mutter sein.“ von Barbara Rieger nehmen sich fünfzehn Autorinnen (zum Beispiel die von uns hoch geschätzte Teresa Bücker) kontroversen Fragestellungen an wie: Wie wird frau zur Mutter? Welche Erwartungen werden an die Mutterrolle gestellt? Wie gehen Mütter mit Fremdbestimmung um? Welche Freiheiten nehmen oder erkämpfen sie sich? Und wie sieht eigentlich gleichberechtigte Elternschaft aus? Dieses Buch, erschienen im Leykam Verlag, sei euch sehr ans Mutter- und Vaterherz gelegt!


Teaserfoto: Charlotte Adam

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