Fempower News: ein Jahr Taliban-Herrschaft in Afghanistan

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17. August 2022

Jede Woche gibt es bei uns eine große Portion Fempower News! Diese Woche geht es unter anderem um ein trauriges Jubiläum: ein Jahr Taliban-Herrschaft in Afghanistan, und was wir für die Menschen vor Ort tun können; wir stellen euch ein Projekt in Berlin vor, das geflüchtete Kreative unterstützt; wir haben ein schönes kleines Keramik-Label entdeckt sowie eine besondere Schmuck-Collab; und es gibt einige gute Neuigkeiten aus der Welt (ja, auch die gibt es)!

Bilder: Visions For Children

Ein Jahr Taliban-Herrschaft in Afghanistan: Kaum zu glauben, dass seit rund einem Jahr die Taliban in Afghanistan regieren! Am 15.08.2022 jährte sich die Machtübernahme. Das bedeutet ein Jahr, in dem Menschen- und vor allem Frauen*rechte massiv beschnitten werden. Internationale Sanktionen haben zu einem kompletten Zusammenbruch der lokalen Wirtschaft geführt. Die Preise für Lebensmittel sind enorm gestiegen. Die afghanische Bevölkerung stürzte damit in eine der schlimmsten humanitären Krisen weltweit – 95% der Bevölkerung haben nicht genug zu essen und Millionen sind im Land auf der Flucht. Gleichzeitig schränkt das Taliban-Regime Menschenrechte und insbesondere die Rechte von Frauen* immer weiter ein: Mädchen werden von der Sekundarschule ausgeschlossen, Frauen* verlieren weitestgehend ihre Jobs und dürfen sich im öffentlichen Raum nicht mehr frei ohne männliche Begleitung bewegen.

Was können wir tun? Die Organisation „Visions for Children e.V.“ hat eine Petition gestartet, in der sie die Bundesregierung dazu auffordert, endlich Verantwortung für ihren Einsatz und die Situation in Afghanistan zu übernehmen. Wenn ihr regelmäßig helfen wollt: Langfristige Unterstützung sorgt dafür, dass sie ihre Bildungsprojekte in Afghanistan weiterführen können. Hier könnt ihr Fördermitglied werden. Über feministische Außenpolitik haben wir übrigens mit Kristina Lunz gesprochen.

Fotos: typetypehype

Label-Entdeckung: Hinter dem kleinen Keramiklabel „cupucopo“ steckt Jennifer Muzuana, die zurzeit in Düsseldorf lebt. Die gebürtige Mosambikanerin ist im Alter von zehn Jahren nach Deutschland gekommen. „Ich ging zu meiner alleinerziehenden Mutter, die damals zunächst als Gastarbeiterin in die DDR gekommen war und sich entschied, sich hier niederzulassen“, erinnert sich Jennifer. „Was mich immer begleitet hat war meine Liebe zu Sand, Erde und Handarbeit. Handarbeit ist für mich eine Möglichkeit spielerisch und intuitiv sein zu können, was auch heißt, dass kein Raum für blockierenden Perfektionismus bleibt.“ Während des Lockdowns kam dieses starke Bedürfnis wieder auf, mit ihren Händen zu arbeiten. Sie erinnerte sich wie sie früher in Maputos sandigen Straßen viel mit Sand gespielt hatte. So entstand „cupucopo“, ihr Keramiklabel. Es „bedeutet für mich eine neue Realität Formen zu können. Spaß, Unbeschwertheit und Heilung“, sagt Jennifer. Wir lieben die ungewöhnlichen Formen und zarten Farben. Hier seht ihr mehr. Erhältlich ist die Keramik über Instagram.

Fotos: Trine Tuxen Jewelry

Feministische Schmuck-Collab: Die dänische Schmuckdesignerin Trine Tuxen hat sich mit der Slow-Fashion-Brand „Studio Ven“ zusammengetan und gemeinsam eine Halskette in Form einer Vulva kreiert, um Frauen und die Weiblichkeit zu feiern. Der goldene Anhänger trägt den Namen „Min Ven“ (deutsch: „Mein*e Freund*in“) weil er einerseits aus einer Kollaboration und Freundschaft entstanden ist; und weil die Designerinnen andererseits glauben, „dass Frauen eine gute Freundin ihrer Vagina sein sollten“, wie sie sagen. Der von Hand geformte Anhänger ist vom heiligsten weiblichen Körperteil inspiriert – der Vagina. Gestaltet wurde er von Trine Tuxen und er hängt an fünf unterschiedlichen Vintage-Samtbändern, die wiederum von „Studio Ven“ kreiert wurden. Eine wunderschöne Idee, finden wir! Erhältlich sind die Schmuckstücke hier.

Ein Raum für kreative Geflüchtete: In Berlin-Charlottenburg dient „Ukrainian Cultural Community“ als safe space für geflüchtete Kreative aus der Ukraine – ein Ort zum Leben, Arbeiten, Ausstellen und Austauschen. Nach dem „Artists in Residence“-Prinzip unterstützt „UCC“ ukrainische Künstler*innen aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Film, Tanz, Mode, Schauspiel und Musik. Die multifunktionalen Räume dienen als Flächen für Ausstellungen, Studios und private Events. Auch der „Happy Immo Club“ unterstützt das Projekt. Mehr über „UCC“ und die Künstler*innen erfahrt ihr hier.

Darüber sprechen wir gerade:

  • Stimmen zu Catcalling: Sommerhitze, kurze Kleider auf der Straße oder Bikinis im Freibad – Wie eine Studie der Hochschule Merseburg aus dem vergangenen Jahr zeigt, werden Frauen* dreimal so häufig in der Öffentlichkeit belästigt wie Männer. Das „ZDF“ hat dazu Stimmen, die Influencerin Madeleine Darya Alizadeh gesammelt hat, aufgegriffen.
  • Der Antidiskriminierungsbericht 2021: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat ihren Jahresbericht 2021 veröffentlicht. Dieser zeigt: Die meisten gemeldeten Fälle von Diskriminierung in Deutschland haben einen rassistischen Hintergrund. Mehr dazu lest ihr z.B. beim „BR“.
  • Projekte für mehr Zusammenhalt: Gute Neuigkeiten gibt es auch – das zeigt zum Beispiel dieser Beitrag des „ZDF“ (es ist Zufall, dass wir das „ZDF“ heute zweimal nennen), den ihr online anschauen könnt. Das Thema: Wie gelingt es uns als Gesellschaft, wieder mehr „Wir“ zu leben? Die Reporterinnen Antonia Lilly Schanze und Anne Thiele stellen Personen und Projekte vor, die festgefahrene Strukturen durchbrechen und unser Zusammenleben erneuern. Und sie zeigen: Es geht.
  • Kostenlose Menstruationsprodukte in Schottland: Was in Schulen schon seit 2021 gilt, wird nun ausgeweitet: Periodenprodukte müssen in schottischen Bildungseinrichtungen und städtischen Einrichtungen künftig kostenfrei zur Verfügung stehen. Mehr lest ihr auf „Tagesschau.de„.
  • Vietnams Regierung stärkt die Rechte für queere Menschen: Eine weitere gute Neuigkeit kommt aus Vietnam. Die Regierung hat Mediziner*innen dazu aufgefordert, die sexuelle Orientierung sowie das Geschlecht ihrer Patient*innen zu respektieren und Diskriminierung zu beenden, wie ihr beim „MDR“ hören könnt.

Lieblingsprodukte aus der Redaktion:

Wir stellen euch in unseren News regelmäßig Produkte vor, die gute Laune machen. Diese Woche sind das:

Teaserfoto: Adobe Stock

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