Fempower News: Ja, Politiker*innen wie Sanna Marin dürfen Spass haben

24. August 2022

Jede Woche gibt es bei uns eine große Portion Fempower News! Diese Woche geht es um wilde Party-Videos der finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin, welche sich jetzt im Netz für ihren Spaß rechtfertigen muss; die traurige Lage der Gleichstellung an deutschen Hochschulen, und einen neuen Podcast, in dem es um Mütter und Söhne und ihre Beziehung zueinander geht. Außerdem erzählen wir euch, was Bill Kaulitz jetzt auf „OnlyFans“ treibt und welche „Netflix“-Serie ihr jetzt auf jeden Fall anschauen solltet.

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– Politik in Partystimmung: Die Partylaune der finnischen Regierungschefin Sanna Marin erntet in den sozialen Medien einiges an Kritik. Dass Politiker*innen auch Spaß haben können und sich auf Partys ausgelassen zeigen, scheint für viele kein normaler Anblick zu sein. In den Videos tanzt und feiert sie ausgelassen. Als Marin dann auch noch zugab, dass sie während in einem der Videos Alkohol getrunken hatte, war die Empörung der finnischen Regierung groß.

Im Netz bekommt sie jetzt jedoch viel Unterstützung. Unter dem Hashtag #SolidaritywithSanna verbreiten Frauen* nun Party-Videos von sich, in denen sie ausgelassen feiern. Auch von deutschen Politiker*innen erhält Marin Unterstützung. Unter anderem sind darauf die heutige Außenministerin Annalena Baerbock und Europaabgeordnete Hannah Neumann in Partystimmung zu sehen. Die finnische Regierung findet das ganze allerdings nicht ganz so unterhaltsam. Der „Spiegel“ berichtet, dass sich Marin aufgrund der Videos bereits eines Drogentests unterziehen musste. Wir finden, gerade in Zeiten wie diesen, in denen die Welt von einer Krise in die nächste rutscht, ist es wichtig auch mal die spaßigen Seiten des Lebens zu zeigen, oder?

– Mangelnde Gleichstellung an Deutschen Hochschulen: An vielen deutschen Hochschulen lässt das Thema Gleichstellung noch immer zu wünschen übrig. An einigen Bildungseinrichtungen gibt es zwar bereits mehr Studentinnen als Studenten, doch die Zahl der durch Frauen* besetzen Professuren ist gering. Aus einer Befragung des Verbraucherschutzvereins Berlin/Brandenburg (VSVBB) an 40 der größten deutschen Hochschulen und Universitäten ergab sich eine Frauen*quote in Höhe von 27,71 Prozent. Es herrscht also an keiner der befragten Hochschulen diesbezüglich Gleichstellung. Die Universität Koblenz-Landau schneidet vergleichsweise am besten ab. Dort wurden 40,25 Prozent der Professuren durch Frauen* besetzt. Auch an den Berliner Universitäten liegt der Frauen*anteil über dem Durchschnitt: An der Humboldt Universität zu Berlin sind es immerhin 39,73 und an der Freien Universität Berlin 37,01 Prozent.

An einigen Universitäten und Hochschulen liegt die Frauen*quote jedoch noch immer unter 20 Prozent. Bei den Stellen der Dekan*innen und Fachbereichsleiter*innen fielen die Ergebnisse sogar noch enttäuschender aus: Gerade einmal 18,94 Prozent der 454 Fakultäten werden von einer Frau* geleitet. An sechs Hochschulen und Universitäten gibt es sogar keine einzige Dekanin oder Fachbereichsleiterin. Enttäuschend fanden wir außerdem, dass laut „VSVBB“ zehn weitere Universitäten und Hochschulen, welche zu dem Thema befragt werden sollten, gar keinen Überblick darüber hatten, wie viele Frauen* beschäftigt sind. Da geht doch wirklich noch mehr.

Bilder: Oh Boy Podcast

„Oh Boy“, ein Neuling im Podcast Universum: Mit ihrem Podcast „Oh Boy“ möchten die beiden Mütter Muschda und Turid für mehr Gleichberechtigung in der Erziehungswelt sorgen. Denn sie wollen ihre Söhne ohne Geschlechter-Klischees großziehen. In ihren Folgen begeben sie sich auf die Suche nach dem Regenbogen zwischen Rosa und Blau. Mit jeder Menge Humor und spannenden Gäst*innen machen die beiden ganz ohne erhobenen Zeigefinger auf dieses wichtige Thema aufmerksam. Wir sind gespannt, was uns in den kommenden Folgen erwartet. Über das Thema Geschlechterklischees und darüber, was sich in unserer Gesellschaft dahingehend dringend verändern muss, haben wir hier bereits in einem Interview mit Autor und Journalist Fabian Hart gesprochen.

Darüber sprechen wir gerade:

  • Bill Kaulitz hat nun einen „OnlyFans“-Account. Die „heißen Bilder“ sollen seinen Fans Freude machen. Einen Teil der Einnahmen möchte er an Tierschutzorganisationen spenden.
  • Nicht nur in Deutschland werden hitzige Debatten rund ums Gendern geführt. „ZDF heute“ berichtet auf „Instagram“, wie in anderen Ländern über das Thema gesprochen wird.
  • Diesen Monat startete auf „Netflix“ die neue deutsche Serie „Kleo“ mit Jella Haase als ehemalige Stasi-Killerin in der Hauptrolle. Es geht es um das perfide Überwachungssystem in der DDR, welches Haase als Anti-Heldin ordentlich durcheinander bringt. Klingt nach Binge Watching-Potenzial!
  • Greta Silver nahm uns im femtastics-Interview bereits die Angst vor dem Älterwerden. Welchen Unterschied die innere Einstellung zum Thema Alter machen kann und wie man am besten generationsübergreifend zusammen arbeitet, erzählt sie nun im „Female Leadership“ Podcast mit Vera Strauch. Hier geht es zur Folge.
  • Wer als Gewaltopfer Hilfe braucht, der kann in Deutschland leider nicht auf Hilfe bauen. Der „Weiße Ring“ berichtet, dass die staatliche Hilfe für Gewaltopfer im Jahr 2021 den Tiefststand erreicht hat. Fast jeden zweiten Antrag (!) auf Unterstützung haben die Ämter im vergangenen Jahr abgelehnt. Warum Gewalt an Frauen häufig zu wenig bestraft wird, erläutert Buchautorin Sarah Kessler bereits diesem Beitrag. Wir können nur hoffen, dass sich das sehr bald ändert.

Lieblingsprodukte aus der Redaktion:

Wir stellen euch in unseren News regelmäßig Produkte vor, die gute Laune machen. Diese Woche sind das:

Teaserfoto: Adobe Stock Fotos

– Dieser Beitrag enthält Affiliate Links –

1 Kommentar

  • Julia sagt:

    Thema Sanna Marin: Es kann doch nicht sein, dass man sich die Abkehr von alten, weißen Männern im Politbetrieb sucht und dann jungen Politiker*innen vorwerfen, dass sie eben das tun, was ihrem Alter nach gerade Spaß macht im Leben. Junge Politiker*innen sollten sich nicht aufführen müssen wie 72-jährige – und 72-jährige sollten ebenfalls das tun, was ihnen Spaß macht. Ausnahme: Bunga-Bunga.

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